Präventionsorientierte Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Zahnkaries und entzündliche Erkrankungen des Zahnhalteapparates (Parodontitis) sind die häufigsten Erkrankungen im Zahn-, Mund-, Kieferbereich, welche bei fehlender Intervention zum Zahnverlust führen.
In Deutschland sind immer noch mehr als 95% der Erwachsenen von einer der beiden Erkrankungen betroffen. Die volkswirtschaftliche Bedeutung dieser Zahnerkrankungen ist eindrucksvoll. Die Möglichkeiten der Prävention dieser epidemiologisch bedeutenden Erkrankungen sind sehr vielfältig und bedeutsam für die deutsche Präventionslandschaft.
Erfolge
Besonders eindrucksvoll sind seit Ende der 1980er-Jahre die Erfolge bei der Entwicklung der Mundgesundheit bei den 12-Jährigen in Deutschland Diese Gruppe hat im Durchschnitt 0,7 Zähne mit Karieserfahrung. Das bedeutet, dass statistisch betrachtet 0,7 Zähne kariös, gefüllt oder aufgrund einer Karies bereits verloren gegangen sind. 70 Prozent der 12-Jährigen haben heute ein naturgesundes Gebiss.
Entwicklung der Mundgesundheit bei den 12-Jährigen in Deutschland (Grafik)
Erwachsene und Senioren behalten ihre eigenen Zähne immer länger und verbessern damit ihre Lebensqualität. Damit ist Deutschland im internationalen Vergleich bei der Mundgesundheit in die Spitzengruppe aufgerückt. Man kann also von einer wirklichen, in der deutschen Präventionslandschaft Vorbildcharakter besitzenden, Erfolgsstory sprechen.
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Vierte Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMSIV)
Verantwortlich für die kontinuierliche Verbesserung der Mundgesundheit sind bevölkerungs-, gruppen- und individualprophylaktische Maßnahmen, die verbesserte häusliche Zahnpflege mit fluoridhaltigen Zahncremes und die zahnärztliche Versorgung.
Organisation der oralen Prävention - bevölkerungs-, gruppen- und individualprophylaktische Maßnahmen
Herausforderungen
Defizite existieren u.a. bei der prophylaktischen Betreuung so genannter Risikogruppen, u.a. bei pflegebedürftigen Senioren, bei Menschen mit Behinderungen und Menschen in sozial schwierigen Lebenslagen einhergehend mit niedriger Bildung und geringem Einkommen.
Vor diesem Hintergrund wird deutlich, dass präventive Strategien in der Zahnmedizin möglichst lebenslang, altersspezifisch und risikogruppenorientiert ausgerichtet sein sollten, damit es gelingt, sozial- und altersbedingte Ungleichheit von Mundgesundheitschancen zu verringern und die Eigenverantwortung des Einzelnen zu fördern, welche von zahnärztlichen individualprophylaktischen Betreuungskonzepten ergänzt und flankiert werden.
Ziele
Ziel ist es, langfristig den Umfang restaurativer Maßnahmen v. a. im jüngeren und mittleren Lebensalter zu reduzieren und die Lebensqualität durch den Erhalt der oralen Gesundheit in ihrer Wechselwirkung zum Gesamtorganismus positiv zu beeinflussen.
Die präventionsorientierte Zahnmedizin wird dabei zukünftig wesentlich von Aspekten der Public Health-, der Lebensqualitäts- und Versorgungsforschung, der Evidenzbasierung, der Qualitätsförderung sowie der Gesundheitssystemgestaltung beeinflusst.
Broschüren und Informationen
Zahlreiche Broschüren und Informationen für Zahnärztinnen und Zahnärzte, und auch für Patienten, finden Sie in unserem Medienarchiv.



