Corona Test

Aktualisiert am 29.01.2021


Für die Anwendung von In-Vitro-Diagnostika zur Diagnostik einer möglichen SARS-Cov-2-Infektion in der Zahnarztpraxis gibt es verbindliche Vorgaben. Als Möglichkeiten der In-Vitro-Diagnostik sind derzeit die sogenannten Antigen-Schnelltests sowie die PCR-Tests üblich. Neben der Regelung in § 24 Infektionsschutzgesetz (IfSG) sind die Vorgaben der Corona-Testverordnung vom 27.01.2021 (TestV) und die Vorgaben der Medizinprodukteabgabeverordnung (MPAV) maßgeblich.


Infektionsschutzgesetz

Download Corona-Testverordnung

Medizinprodukteabgabeverordnung


Die Bundeszahnärztekammer ordnet die Rechtslage für die Anwendung der für die Diagnostik einer Sars-Cov-2-Infektion relevanten In-Vitro-Diagnostika wie folgt ein:

PCR Tests

Die Anwendung von PCR-Tests unterliegt dem Arztvorbehalt des § 24 Absatz 1 Satz 1 IfSG und ist deshalb Zahnärztinnen und Zahnärzten in keinem Fall gestattet. 

Antigen-Schnelltests

  1. Durch das „Dritte Gesetz zum Schutz der Bevölkerung bei einer epidemischen Lage von nationaler Tragweite“ wurde der für die Anwendung geltende Arztvorbehalt in § 24 Absatz 1 Satz 1 IfSG „im Sinne einer effizienten Nutzung der vorhandenen Testkapazität“ modifiziert, um für Patienten Antigen-Schnelltests auf das Coronavirus SARS-CoV-2 breiter einsetzen zu können. Die Nutzung von Antigen-Schnelltests wurde dadurch grundsätzlich für jedermann unter Beachtung der Vorgaben des Medizinprodukterechts eröffnet. Dadurch können diese Tests auch von nichtärztlichen Personen angewendet werden. Aus diesem Grund können auch Zahnärztinnen und Zahnärzten Antigen-Schnelltests für Patientinnen und Patienten entweder auf eigene Kosten oder auf Basis von Selbstzahlung anbieten und anwenden. Antigen-Schnelltests dürfen auch nach § 3 Absatz 4 Nr. 2 MPAV an Zahnarztpraxen abgegeben werden.
    Sofern in einer Zahnarztpraxis von dieser Möglichkeit Gebrauch gemacht werden sollte, ist bei der Anwendung von Antigen-Schnelltests allerdings auf das Selbstbestimmungsrecht der Patientinnen und Patienten zu achten. Eine zahnärztliche Behandlung kann nicht grundsätzlich von einer vorherigen Testung abhängig gemacht werden. Schließlich wird dringend geraten, vor der Durchführung von für den Patienten kostenpflichtigen Antigen-Schnelltests in der Zahnarztpraxis mit einem Steuerberater Rücksprache zu halten, um steuerliche Aspekte insbesondere zu Fragen der Gewerbesteuerpflichtigkeit bei der Entscheidung zu berücksichtigen. Darüber hinaus ist eine Rücksprache bei dem Berufshaftpflichtversicherer zu empfehlen, um verbindlich zu klären, ob Testungen vom Versicherungsschutz umfasst sind.
     
  2. Darüber hinaus können Zahnärztinnen und Zahnärzte unter weiteren Voraussetzungen Antigen-Schnelltests in der Praxis nutzen und auch abrechnen. Diese dafür notwendigen Voraussetzungen sind in der Corona-Testverordnung festgeschrieben.Nach der TestV haben bestimmte Personen Anspruch auf Testung für den Nachweis des Vorliegens einer SARS-CoV-2-Infektion. Dieser Anspruch gilt unabhängig vom Versichertenstatus der Personen. Neben Personen, die Symptome einer Coronavirus-Infektion zeigen, haben auch deren asymptomatische Kontaktpersonen Anspruch auf Testung.
    Ob eine Person Kontaktperson ist, stellt der öffentliche Gesundheitsdienst (ÖGD) oder der behandelnde Arzt, nicht aber der Zahnarzt fest. Eine Testung von Personen mit Symptomen oder von deren Kontaktpersonen erfolgt grundsätzlich nicht durch eine Zahnärztin bzw. einen Zahnarzt.
    Asymptomatische Personen haben Anspruch auf Testung, wenn in Zahnarztpraxen von diesen oder vom ÖGD außerhalb der regulären Versorgung in den letzten zehn Tagen eine mit dem Coronavirus SARS-CoV-2 infizierte Person festgestellt wurde und wenn die anspruchsberechtigten Personen in den letzten zehn Tagen behandelt worden sind, tätig oder sonst anwesend waren. Dazu zählen Patientinnen und Patienten, das gesamte Praxispersonal sowie sonstige Personen, die sich innerhalb der Zahnarztpraxis in dieser Zeit aufgehalten haben. Eine Testung erfolgt in diesem Fall ebenfalls grundsätzlich nicht durch die Zahnarztpraxis, sondern durch eine dazu nach § 6 TestV berechtigte Person oder Einrichtung.
    Schließlich kann auch ein Anspruch auf Testung für asymptomatische Personen zum Zwecke der Reduktion der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 bestehen. Voraussetzung dafür ist, dass es die Zahnarztpraxis oder der ÖGD zur Verhinderung der Verbreitung des Coronavirus SARS-CoV-2 verlangt. Gegenüber einer Zahnarztpraxis sind in diesem Fall nur Personen anspruchsberechtigt, die in einer Zahnarztpraxis tätig sind oder werden sollen, § 4 Absatz 1 Satz 2 TestV. Zahnarztpraxen sind zur Erfüllung dieses Anspruchs selbst zur Testung mittels Antigen-Schnelltests berechtigt. Zu den in der Zahnarztpraxis Tätigen zählen neben dem Praxispersonal auch freie Mitarbeiter oder externe Dienstleister, die sich regelmäßig in der Praxis aufhalten. Der eigene Patientenstamm zählt hingegen nicht dazu. Ein entsprechender Anspruch für Patientinnen und Patienten einer Zahnarztpraxis lässt sich der TestV nicht entnehmen.
    Diese Berechtigung zur Testung durch einen Zahnarzt gilt unabhängig vom Bestehen einer Zulassung zur vertragszahnärztlichen Versorgung. Zur Erfüllung des Anspruchs können bis zu 10 PoC-Antigentests pro Monat und tätiger Person in eigener Verantwortung beschafft und genutzt werden. Entsprechende Testungen können für jeden Einzelfall einmal pro Woche durchgeführt werden, § 5 Abs. 2 TestV. Hierzu bedarf es weder der Übermittlung eines Testkonzepts an den Öffentlichen Gesundheitsdienst (ÖGD) noch einer entsprechenden Genehmigung.
     
  3. Die zuständigen Stellen des öffentlichen Gesundheitsdienstes können nach § 6 Absatz 1 Satz 1 Nr. 2, Satz 2 TestV Zahnärztinnen und Zahnärzte und zahnärztliche geführte Einrichtungen mit einer weitergehenden Leistungserbringung nach der TestV beauftragen. Eine Beauftragung ist im Hinblick auf die Anwendung von In-Vitro-Diagnostika auf Antigen-Schnelltests begrenzt.

Wo erhält man Antigen-Schnelltests?

Die Tests können in der Regel über die üblichen Wege, beispielsweise über Depots, bezogen werden. Bitte achten Sie vor dem Kauf darauf, dass die Tests die durch das Paul-Ehrlich-Institut in Abstimmung mit dem Robert Koch-Institut festgelegten Mindestkriterien für Antigen-Schnelltests erfüllen und durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte auf der Internetseite veröffentlicht wurden.

Liste BfArM - Antigen-Tests zum direkten Erregernachweis des Coronavirus SARS-CoV-2

Berechnung

Sofern Zahnarztpraxen die in ihrer Praxis tätigen Personen entsprechend den geschilderten Vorgaben testen, können sie nach § 7 Absatz 2 TestV die Sachkosten für die selbst beschafften Antigen-Schnelltests nach § 11 TestV mit der Kassenärztlichen Vereinigung abrechnen, in deren Bezirk der eigene Praxissitz fällt. § 7 Absätze 4 und 5 TestV gelten für die Abrechnung entsprechend. Zahnarztpraxen rechnen dabei die Sachkosten unter Angabe ihres bundeseinheitlichen Kennzeichens nach § 293 Absatz 1 SGB V ab, jedoch nur, soweit dies vergeben worden ist.

An die berechtigten Zahnarztpraxen ist für selbst beschaffte PoC-Antigen-Tests eine Vergütung für die Sachkosten in Höhe der entstandenen Beschaffungskosten, aber höchstens 9 Euro je Test, zu zahlen, § 11 TestV.

Sollte eine Beauftragung zur Testung durch den ÖGD erfolgt sein, ist eine Abrechnung der damit verbundenen, beauftragten Leistungen in der TestVO vorgesehen. In diesen Fällen bitten wir, sich wegen konkreter Abrechnungsfragen mit der beauftragenden Stelle des ÖGD in Verbindung zu setzen. Weitere Informationen finden sie auch unter:

KBV Informationen

Zahnärztekammern der Länder