FAQ Coronavirus

Aktualisierung am 05.11.2020 – „Dürfen Zahnärztinnen und Zahnärzte Antigen-Tests durchführen?"


Coronavirus (Sars-CoV-2) und Erkrankung Coronavirus Disease 2019 (Covid-19)

Umgang in der Zahnarztpraxis

Was ist SARS-CoV-2/COVID-19?

Der Ausbruch wird durch ein neuartiges Coronavirus verursacht, das zu der gleichen Gruppe Coronaviren gehört wie das SARS-Virus(Severe Acute Respiratory Syndrome). Der Erreger erhielt den offiziellen Namen „SARS-CoV-2“, die Atemwegserkrankung, die er auslöst, wird als „COVID-19“ (Coronavirus Disease 2019) bezeichnet.

Wie wird SARS-CoV-2 übertragen?

Das Virus wird vor allem über Tröpfcheninfektionen übertragen. Ein Überleben auf unbelebten Oberflächen ist wahrscheinlich.

Was kann ich tun, um das Risiko der Übertragung des Virus durch unwissentlich infizierte Patienten zu verringern?

Die Anzahl der wartenden Personen sollte möglichst soweit beschränkt werden, dass diese den geforderten Mindestabstand einhalten können.

Begleitpersonen erwachsener Patienten sollten gebeten werden, die Praxis zu verlassen und die Patienten nach Behandlungsende vor der Praxis abzuholen.

Patienten sollten beim Betreten und innerhalb der Praxis einen Mund-Nasen-Schutz tragen.

Zudem sollten Patienten angehalten werden, möglichst wenige Oberflächen zu berühren. Dies gilt z.B. auch für Türklinken.

Alle von Patienten berührten Oberflächen sollten regelmäßig desinfiziert werden.

Spielzeug sollte aus dem Wartebereich entfernt werden.

 

Im Übrigen sind die vorstehenden Empfehlungen regelmäßig mit den aktuellen Empfehlungen und länderspezifischen Vorschriften abzugleichen.

 

Wie lange beträgt die Inkubationszeit für COVID-19?

Derzeit wird davon ausgegangen, dass die Inkubationszeit bis zu 14 Tage betragen kann, im Durchschnitt beträgt sie der WHO zufolge 5 bis 6 Tage.

Wann besteht ein begründeter Verdacht auf eine SARS-CoV-2-Infektion?

Der Patient zeigt Anzeichen einer akuten Atemwegsinfektion (obligat) und hat Kontakt zu einem COVID-19-Fall.

Dürfen Zahnärztinnen und Zahnärzte Antigen-Tests durchführen?

In der Coronavirus-Testverordnung (TestV) ist ein Anspruch auf regelmäßige und kostenlose Antigentests im Gesundheitswesen vorgesehen. Dieser gilt auch für Zahnarztpraxen.

Zahnärztinnen und Zahnärzten ist es erlaubt, Antigentests beim eigenen Praxispersonal und in Einzelfällen auch bei eigenen Patienten durchzuführen.

Detaillierte Informationen zu dieser Fragestellung

Wie können Patienten auf ein richtiges Verhalten im Erkrankungs- bzw. Verdachtsfall hingewiesen werden?

Patienten sollten durch geeignete Maßnahmen (z.B. Homepage, Aushänge an und in der Praxis) informiert werden, dass sie sich bei Atemwegsinfektionen, Kontakt zu einem Covid-19-Fall oder wenn sie einer Risikogruppe angehören, zuerst telefonisch mit der Praxis in Verbindung setzen.

Praxisaushang STOP

 

Was tun, wenn ein Patient den Verdacht äußert, mit SARS-CoV-2 infiziert zu sein?

Die Behandlung von Patienten, die bereits Symptome einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege (Husten, Fieber, Schüttelfrost, Kopf- und Gliederschmerzen, Atembeschwerden und Luftnot, Müdigkeit, Appetitlosigkeit) zeigen, sollte grundsätzlich auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt.

Diese Patienten sind zur Sicherung der Diagnose an den Hausarzt bzw. den kassenärztlichen Notdienst unter Tel. 116117 zu verweisen.

Äußert der Patient den Verdacht in der Praxis (an der Rezeption), sollte jeglicher Kontakt vermieden und ein Mund-Nasen-Schutz überreicht werden. Der Patient sollte keine weiteren Räume (Wartezimmer) betreten. Der Patient muss sich unmittelbar und ebenso vor dem Verlassen der Praxis die Hände desinfizieren.  

 

Kann bei zahnärztlichen Routinebehandlungen durch routinemäßige Hygiene- und Schutzmaßnahmen die Übertragung des SARS-CoV-2 vermieden werden?

SARS-CoV-2 werden vor allem durch Tröpfchen übertragen.

Schutzbrillen oder Visiere und Mund-Nasen-Schutz (MNS) bieten eine Barrierefunktion gegen diese Art der Infektionsübertragung. Wichtig ist, dass diese Schutzmittel ordnungsgemäß angelegt und über die gesamte Behandlungszeit getragen werden.

Zur Wiederverwendung von MNS hat das Robert Koch-Institut Empfehlungen veröffentlicht.

Bei zahnärztlichen Maßnahmen können Aerosole durch den Rückprall von Spraynebel (Kühlwasser, Pulverstrahl) entstehen. Für eine Übertragung von COVID 19  durch Aerosole in der Zahnmedizin gibt es bisher keinen Nachweis.

Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte die Entstehung und Verbreitung von dentalem Spraynebel reduziert werden. Dies erfolgt zuallererst durch eine effiziente, hochvolumige Absaugung.

Antiseptische Mundspülungen können dazu beitragen, die intraorale Erregerzahl deutlich zu reduzieren und das Risiko für eine Infektionsübertragung zu minimieren. Ein angelegter Kofferdam ist eine wirksame Barriere gegen die im Mund- und Rachenraum befindlichen Mikroorganismen.

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Sind bei der zahnärztlichen Behandlung von medizinischem Personal, das beruflichen Kontakt mit SARS-CoV-2-Infizierten hat, besondere Schutzmaßnahmen zu ergreifen?

Medizinisches Personal, das beim beruflichen Kontakt mit COVID-19-Patienten die empfohlenen Schutzausrüstung trägt, ist laut RKI in die Risikogruppe III einzuordnen, wenn der Kontakt zum Patienten ≤ 2 m ist.  Für diese Risikogruppe empfiehlt das RKI keine Reduktion von beruflichen und sozialen Kontakten. Personen, die in der Pflege und Behandlung von COVID-19 tätig sind, werden intensiv zum korrekten Einsatz von persönlicher Schutzausrüstung geschult und unterliegen einem engmaschigen Monitoring. (RKI, 14.07.2020)

Symptomlose Patienten aus dieser Personengruppe sind deshalb wie alle anderen symptomlosen Patienten zu behandeln. Zusätzliche Schutzmaßnahmen sind nicht notwendig.

Sollte eine professionelle Zahnreinigung (PZR) jetzt noch durchgeführt werden?

Grundsätzlich gilt: Die Entscheidung über die Notwendigkeit einer Behandlung trifft die Zahnärztin oder der Zahnarzt abhängig vom individuellen Risiko und der Komplikationsdichte des Eingriffs im konkreten Patientenfall.

Dies betrifft alle Maßnahmen im Rahmen der zahnmedizinischen Vorsorgeuntersuchungen und Prävention sowie Eingriffe, die Beschwerden des Patienten kurz-, mittel- oder langfristig lindern oder die Verschlimmerung der bestehenden Erkrankung vermeiden.

Das zahnärztliche Team unterliegt in Deutschland schon immer strengen Hygienevorschriften, die zu einem hohen Schutzniveau auch bei der Behandlung von potentiell infektiösen Patienten in den Praxen beitragen.

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) ist eine präventive Leistung zur Vermeidung von Karies, Gingivitis und Parodontitis aber auch ein wichtiger Bestandteil der Maßnahmen im Rahmen der Nachbehandlung (Erhaltungstherapie) nach einer Parodontitistherapie. Sie dient somit dem Zweck, eine Verschlimmerung einer chronischen Erkrankung des Zahnbettes (Parodontitis) zu vermeiden.

Abhängig vom individuellen Risiko des Patienten, ist sie eine medizinisch notwendige Maßnahme, die keinesfalls vornehmlich ästhetische Belange erfüllt, sondern zum Zweck alle bakteriellen und krankheitsauslösenden Beläge (Biofilm) auf der erreichbaren Zahnoberfläche zu entfernen.

Zudem werden dem Patienten wichtige Hinweise für eine optimale Mundhygiene vermittelt, die vermeiden können, dass Beschwerdelagen, Erkrankungen oder eine Verschlimmerung einer Erkrankung in der Mundhöhle entstehen.

Bei zahnärztlichen Maßnahmen können Aerosole durch den Rückprall von Spraynebel (Kühlwasser, Pulverstrahl) entstehen. Für eine Übertragung von COVID 19  durch Aerosole in der Zahnmedizin gibt es bisher keinen Nachweis. Trotzdem sollten alle Tätigkeiten mit Aersolbildung besondere Beachtung erfahren.

Aus Gründen des vorbeugenden Gesundheitsschutzes sollte die Entstehung und Verbreitung von dentalem Spraynebel reduziert werden. Dies erfolgt zuallererst durch eine effiziente, hochvolumige Absaugung.

 

Wie ist mit besonders gefährdeten Patientengruppen (Risikogruppen) umzugehen?

Die zahnärztliche Behandlung von Risikogruppen, dazu gehören insbesondere Senioren, multimorbide Patienten, immunsupprimierte oder immunreduzierte Patienten und Patienten mit Lungenerkrankungen sowie anders gesundheitlich vorgeschädigte Patienten, sollten unter jetzigen Infektionsbedingungen eine gute Mundhygiene durchführen und kontinuierlich zahnmedizinisch behandelt werden.

Dies vermeidet nicht nur Erkrankungen der Mundhöhle sondern stärkt die Immunabwehr des Körpers.

Die BZÄK empfiehlt, dies unter Beachtung des Risikoprofils im konkreten Einzelfall zwischen Patient und Zahnarzt gemeinsam zu entscheiden. Für Kontakte im Wartezimmer gelten die Distanzregelungen und das Tragen eines Mundschutzes.

Menschen in Pflegeeinrichtungen sollten in enger Absprache mit den Einrichtungsleitungen regulär zahnmedizinisch betreut werden. 

Muss ich Schmerzpatienten mit einer COVID-19 Infektion behandeln, wenn die erforderlichen Arbeitsschutzmittel nicht mehr zur Verfügung steht?

In einer zahnmedizinischen Notfallsituation - also wenn beim Patienten gesundheitliche Schäden drohen, sofern er nicht unverzüglich zahnmedizinische Hilfe erhält - ist der Zahnarzt zur Hilfeleistung verpflichtet.

Die Behandlung muss dem Zahnarzt jedoch zumutbar sein. Auch aus der Berufsordnung geht hervor: Der Zahnarzt kann die zahnärztliche Behandlung ablehnen, wenn die Behandlung ihm nach pflichtgemäßer Interessenabwägung nicht zugemutet werden kann.

Nicht zumutbar kann eine Behandlung insbesondere dann sein, wenn sich der Zahnarzt dadurch einer erheblichen eigenen Gefahr aussetzt.

Eine Infektionskrankheit ist in der Regel kein Grund, in Notfällen nicht die erforderliche zahnärztliche Hilfe zu leisten. Allerdings nur dann, wenn die Infektionsgefahr durch strikte Einhaltung der gewöhnlich geforderten Hygieneanforderungen und Schutzmaßnahmen beherrschbar ist.

Die Notfallversorgung soll über eigens benannte Kliniken oder Schwerpunktpraxen als zahnmedizinische Behandlungszentren organisiert werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre KZV.

Behandlung nur noch in Notfällen?

Behandlungen von Infizierten und Patienten, die unter Verdacht stehen, an COVID 19 erkrankt zu sein

 

Welche Vorsichtsmaßnahmen sind für unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen von Patienten, die unter Verdacht stehen an COVID-19 erkrankt zu sein, zu treffen?

Für unaufschiebbare zahnärztliche Behandlungen von Patienten, die an COVID 19 erkrankt sind oder unter Verdacht stehen, daran erkrankt zu sein, gilt es gemäß BioStoffV und GefStoffV weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen:

  • Räumliche oder organisatorische Trennung der an COVID 19 erkrankten Patienten von den Patienten der Normalsprechstunde,
  • Persönliche Schutzausrüstung für das Personal
    • Schutzbrille mit Seitenschutz;
    • Atemschutzmaske FFP2;
    • unsterile Handschuhe;
    • langärmliger flüssigkeitsdichter Schutzkittel, Kopfhaube und ggf. Füßlinge;
    • für Reinigungsarbeiten Schutzhandschuhe nach DIN EN 374 mit längeren Stulpen,
  • Patienten anhalten, nach dem Betreten der Praxis sich die Hände zu desinfizieren und danach möglichst direkt in den Behandlungsraum führen, für die Wartezeit Mund-Nasen-Schutz aushändigen,
  • Patienten anhalten, vor dem Verlassen der Praxis die Hände zu desinfizieren,
  • Schutzkleidung nach Beendigung der Behandlung kontaminationsfrei ablegen.

Ablaufplan zum An- und Ablegen von Persönlicher Schutzausrüstung     

RKI: Hinweise zum beispielhaften An- und Ablegen von PSA für Fachpersonal


Die Notfallversorgung von infizierten und unter Quarantäne stehenden Patienten soll über eigens benannte Kliniken oder Schwerpunktpraxen als zahnmedizinische Behandlungszentren organisiert werden. Bitte wenden Sie sich hierzu an Ihre KZV.

 

Welche Unterschiede bestehen zwischen Mund-Nasen-Schutz und Atemschutzmasken?

Ein Mund-Nasen-Schutz (MNS) schützt den Patienten vor potentiell infektiösen Speicheltröpfchen des Behandlers. Der Schutz des Behandlers besteht durch die Barriere zur Mund-und Nasenschleimhaut, außerdem verhindert der MNS das Berühren von Mund und Nase mit (potenziell) kontaminierten Händen.

FFP-Masken (filtering face piece) bieten eine bessere Schutzwirkung. Mit der Zunahme der Schutzwirkung steigt jedoch auch der Atemwiderstand durch die Maske. Das Tragen einer FFP Maske kann über längere Zeit körperlich anstrengend sein, erfordert die Einhaltung von Pausen und ist daher als dauerhafter Schutz nicht zu empfehlen.

Sind Patienten höchstwahrscheinlich oder nachweislich mit SARS-CoV-2 infiziert und müssen zahnärztlich behandelt werden, ist eine FFP2-Maske zu tragen.

Behandlungen von Infizierten und Patienten, die unter Verdacht stehen, an COVID 19 erkrankt zu sein

Wie gehe ich mit einer mangelnden Verfügbarkeit von Artikeln der persönlichen Schutzausrüstung um?

Ein Großteil medizinischer Artikel wie Masken, Schutzkleidung, Tupfer oder Verbände wird in China, produziert. Da die Produktion dort aufgrund der Corona-Epidemie zurückgefahren wurde und gleichzeitig der Eigenbedarf steigt, kommt es derzeit zunehmend zu Lieferschwierigkeiten für diese Produkte. Das RKI gibt deshalb Informationen zur Mehrfachverwendung von Atemschutzmasken.

Über das Problem der zunehmenden Verknappung von Teilen der persönlichen Schutzausrüstung steht die KZBV mit dem Bundesgesundheitsministerium in engem Kontakt. Die Bundesregierung hat am 04. März per Allgemeinverfügung die Ausfuhr von Schutzkleidung eingeschränkt. Zusätzlich wurden finanzielle Mittel zur Verfügung gestellt, um Schutzkleidung aufzukaufen. Die Verteilung an stationäre und ambulante Gesundheitseinrichtungen soll mit den Verbänden einvernehmlich geklärt werden.

 

Gibt es staatliche Maßnahmen um die Versorgung von Praxen mit Desinfektionsmitteln sicher zu stellen?

Die Bundesregierung hat am 04. März die Herstellung von Desinfektionsmittel ohne Zulassung nach Biozid-Verordnung per Allgemeinverfügung erlaubt. Da die Grundstoffe in ausreichendem Umfang auf dem Markt verfügbar sind, soll die genehmigungsfreie Herstellung in Apotheken den gestiegenen Bedarf decken.

Zahnärztekammern der Länder