Impfen in der Zahnarztpraxis

Aktualisiert am 07.01.2022


Informationen für Zahnärztinnen und Zahnärzte zur Durchführung von Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in Zahnarztpraxen

Die Bundestagsfraktionen von SPD, BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN und FDP haben das „Gesetz zur Stärkung der Impfprävention gegen COVID-19 und zur Änderung weiterer Vorschriften im Zusammenhang mit der COVID-19-Pandemie“ vorgelegt, welches zeitlich befristet auch Schutzimpfungen gegen das Coronavirus SARS-CoV-2 in Zahnarztpraxen vorsieht.

Dafür ist es notwendig, logistische, personelle, haftungsrechtliche und abrechnungstechnische Details zu klären, um die geplanten Schutzimpfungen zu ermöglichen.

Hinweis

Das Impfen in den Zahnarztpraxen kann noch nicht sofort nach Inkrafttreten des o.g. Gesetzes starten. Zahnärzte und Zahnärztinnen werden auf Grund der derzeitigen Impfstofflimitierungen und ungeklärten Umsetzungsdetails die ärztliche Kollegenschaft zunächst in externen mobilen Einheiten, Arztpraxen und Impfzentren unterstützen können. Falls die pandemische Lage dies erfordern sollte, können darüber hinaus perspektivisch auch Impfungen in Zahnarztpraxen in Betracht gezogen werden. Hierfür fehlen derzeit jedoch noch entsprechende Voraussetzungen wie etwa Software-Tools.


Die nachfolgenden Informationen geben den aktuellen Sachstand wieder. Damit soll Zahnärztinnen und Zahnärzten die Möglichkeit geben werden, die Zeit bis zum möglichen Impfstart für die Vorbereitung zu nutzen.

Bevor Zahnärztinnen und Zahnärzte die erste Impfdosis eigenverantwortlich verabreichen können, ist noch eine Reihe von Voraussetzungen zu erfüllen:

1. Gesetzliche Grundlage

Impfen ist eine ärztliche, keine zahnärztliche Leistung.

Gemäß § 1 Abs. 1 HeilprG bedarf „wer die Heilkunde, ohne als Arzt bestallt zu sein, ausüben will, einer Erlaubnis“. Mit dem neuen § 20b Infektionsschutzgesetz wurde eine solche Erlaubnis geschaffen. Das Gesetz ist am 12. Dezember 2021 in Kraft getreten.

2. Teilnahme an einer ärztlichen Schulung

Gemäß § 20b Abs. 3 Infektionsschutzgesetz hat die Bundeszahnärztekammer in Zusammenarbeit mit der Bundesärztekammer ein Mustercurriculum für die ärztliche Schulung von Zahnärztinnen und Zahnärzten entwickelt.

Grundsätzlich sind zwei Module zu unterscheiden:

2.1 Theoretische Schulung (4 Unterrichtsstunden): Hierzu gibt es das Online-Angebot der Akademie für öffentliches Gesundheitswesen (AÖGW) und alternativ auch Angebote einzelner Länderkammern. Die Anleitung zur Nutzung des AÖGW-Online-Curriculums finden Sie am Ende dieses Beitrages. Zu Länderangeboten informieren wir hier, sobald konkrete Informationen vorliegen. Bitte informieren Sie sich darüber hinaus im Selbststudium über aktuelle Aspekte der Impfung (Impfung von Minderjährigen, Boosterimpfungen, neue Impfstoffe, Lagerung der Impfstoffe und deren Bezug über die Apotheken etc.) z.B. durch den Besuch weiterer Online-Kurse oder über die in Anlage 1 des Curriculums hinterlegten Quellen.

2.2 Hospitation (2 Unterrichtsstunden): Hierfür hospitiert man entweder bei einer Impfstelle (Impfzentrum, impfende Ärztin/Arzt, impfender Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurg/-chirurgin), oder nimmt ein Angebot der Länderkammern war. Die Impfstelle (siehe oben) bescheinigt die Hospitation z.B.: mit diesem Formular (s. Mustercurriculum, S. 10). Zu Länderangeboten informieren wir hier, sobald wir konkrete Informationen haben.

Das Mustercurriculum benennt die Inhalte der Schulung. Die Schulung muss durch Personen mit einer ärztlichen Approbation (z.B. Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgen/-chirurginnen) erfolgen.

3. Nachweis einer erfolgreichen Teilnahme

Neben der Teilnahme an der ärztlichen Schulung sieht das Gesetz vor, dass eine Bestätigung über die erfolgreiche Teilnahme ausgestellt wird. Erst der Besitz dieses Nachweises berechtigt zum Impfen. Ein Nachweis würde also z.B. aus einer Bescheinigung über die theoretische Schulung und einer Bescheinigung über die Hospitation bestehen.

4. Haftpflichtversicherung

Alle Zahnärztinnen und Zahnärzte sind mit einer Berufshaftpflichtversicherung gegen Haftpflichtansprüche aus ihrer beruflichen, sprich zahnärztlichen Tätigkeit versichert. Impfen ist jedoch eine ärztliche, keine zahnärztliche Leistung. Eine Reihe von Versicherungsunternehmen hat auf Nachfrage bestätigt, dass eine gesetzliche Öffnung der Impfungen gegen SARS-CoV-2 die Impfung zur beruflichen Tätigkeit der Zahnärzteschaft macht. Es ist jedoch nicht bekannt, ob alle Versicherungsunternehmen diese Auslegung stützen. Um Lücken im Versicherungsschutz vorzubeugen empfiehlt die BZÄK, sich vor Aufnahme der Impftätigkeit von der eigenen Versicherung schriftlich bestätigen zu lassen, dass eine Impftätigkeit vom Versicherungsschutz erfasst ist.

5. Regelung zur Vergütung und einer Teilnahme an der Impf-Surveillance

Regelungen zur Vergütung und Abrechnung bzw. Abrechnungswegen der Impfleistungen hat der Gesetzgeber noch nicht ausdrücklich getroffen. Es ist jedoch davon auszugehen, dass die Abrechnung über die regionalen Kassenärztlichen Vereinigungen erfolgt.

Voraussetzung für das Impfen in ärztlichen Praxen ist die Teilnahme an der täglichen Information des RKI über die Anzahl der Impfungen (Impf-Surveillance). Die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen (KZV) arbeiten derzeit an einer Lösung für den zahnärztlichen Bereich. Sobald wir dazu mehr wissen, finden Sie dies dann hier. Apothekern wurde inzwischen in der Aktualisierung des IfSG eine nur noch monatliche Meldung zugestanden.


Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt Zahnärztinnen und Zahnärzten, die planen, sich und ihr Team in die Impfkampagne einzubringen, regelmäßig diese Seite zu besuchen. Dort wird das Informationsangebot zum Impfen kontinuierlich ausgebaut, sobald die gesetzlichen und organisatorischen Grundlagen geschaffen und offene Fragen geklärt sind.


AÖGW-Online-Curriculum

Registrierung bei der AÖGW:

Rufen Sie die Seite Impfen zum Schutz vor Covid-19 auf. Klicken Sie rechts oben auf die Schaltfläche „Registrieren“. Geben Sie einen „Anmeldenamen“ (z.B. Ihre Mail-Adresse) und ein persönliches Kennwort ein. Beachten Sie dabei die beschriebenen Kennwort-Regeln. Füllen Sie anschließend alle Pflichtfelder aus. Danach das Tastenfeld „neues Nutzerkonto anlegen“ (unterhalb der Angaben) anwählen. Anschließend erhalten Sie eine Mail an die von Ihnen angegebene Mail-Adresse mit einem Link zur Bestätigung des Nutzerkontos.

In den meisten E-Mail-Programmen ist der angegebene Link aktiv und muss nur angeklickt werden. Sollte das nicht funktionieren, kopieren Sie bitte die Webadresse in die Adresszeile des Browserfensters. Wenn Sie das Nutzerkonto bestätigt haben, erhalten Sie eine zweite Mail mit einem Link, unter dem Sie zum eigentlichen Kurs gelangen.

Durchführung des Kurses:

Sie gelangen zum Kurs, indem Sie den Link in der zweiten Mail aufrufen oder auf der Startseite Impfen zum Schutz vor Covid-19 die Schaltfläche „Login“ (rechts oben) auswählen und dort Ihren Anmeldenamen und Ihr persönliches Kennwort eingeben. Klicken Sie unter dem Bild mit dem Titel „Z-Dental-Fortbildung: Impfen zum Schutz vor Covid-19“ auf die Schaltfläche „Kurs“.

Nachdem sich die „Z-Dental-Fortbildung“ geöffnet hat, arbeiten Sie die Punkte „Aktuelles“, „Begrüßung und Einführung“, „ZÄ Teil 1“, „ZÄ Teil 2“ und (optional) „Grundlagen“ nacheinander ab. Bitte klicken Sie jeweils auf die blauen Überschriften, um die Punkte zu öffnen und zu bearbeiten und setzen Sie rechts nach Erledigung (Schulungsfilm anschauen, Informationen abrufen) jeweils einen Haken in das freie Feld. Vergessen Sie nicht die Bearbeitung des Tests am Ende des Abschnittes „ZÄ Teil 1“ bei „2.4 Lernerfolgskontrolle“ und diesen am Ende auch wirklich „abzugeben“. Bei diesem Test müssen Sie mindestens 7 der 10 Fragen korrekt beantworten, um die Prüfung zu bestehen. 

Wenn Sie zurückspringen möchten, müssen Sie auf „Z-D-ImpfC19“ im grau hinterlegten Streifen oben klicken, danach öffnet sich erneut die Startseite.

Bei erfolgreicher Durchführung sendet Ihnen die Akademie für Öffentliches Gesundheitswesen postalisch eine entsprechende Teilnahmebescheinigung zu.

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