Quarantäne

Aktualisiert am 13.11.2020 ( Angeordnete Quarantäne, Eigenständige Entscheidung für eine Quarantäne, Hinweise zum Corona Test, Checkliste)


Angeordnete Quarantäne

Werden Sie vom Gesundheitsamt darüber informiert, dass ein Patient oder eine Kontaktperson positiv getestet wurden, bestimmt das Amt welche Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Anordnungen erfolgen entsprechend der Vorgaben des RKI. Diese finden Sie unter:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html 

Bitte beachten Sie, dass die Anordnung einer Quarantäne in der Regel zunächst mündlich getroffen wird. Aufgrund des Arbeitsumfangs der Behörden folgt der schriftliche Bescheid oft viel später.

Um einen etwaigen Anspruch auf Entschädigung geltend machen zu können, sollten Sie auf der Schriftform bestehen und diese ggf. wiederholt einfordern. Entschädigung nach Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz können bei der zuständigen Behörden im jeweiligen Bundesland beantragt werden.

Siehe https://ifsg-online.de/antrag-taetigkeitsverbot.html 


Eigenständige Entscheidung für eine Quarantäne

Durch die Arbeitsbelastung der Gesundheitsämter kommt es vor, dass Sie zuerst durch eine positiv getestete Person von einer Infektion erfahren.

Wenn Sie oder ein Mitarbeiter/eine Mitarbeiterin

  • längeren Kontakt ohne Schutzausrüstung zu einer Person hatten, bei der das Virus nachgewiesen wurde,
  • Atemwegssymptome (sofern nicht vom Arzt z. B. abgeklärte Erkältung) Fieber, Husten, Geschmacks/Geruchsverlust oder andere Erkältungs- oder Grippesymptome bei sich bemerken oder
  • in einem Haushalt mit Personen leben, die Kontakt zu infizierten Personen hatten,
  • durch zuständige Behörden eine (freiwillige) Quarantäne empfohlen wurde oder andere Gründe vorliegen die eine Infektion wahrscheinlich machen. 

sollte diese Person zu Hause bleiben, sich telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt wenden und die Praxis bzw. die MitarbeiterInnen informieren.

Der Arbeitgeber muss entscheiden wie in dem Fall vorzugehen ist und die (finanziellen) Konsequenzen ggf. selbst tragen.

Gesundheitsämter sprechen in der Regel eine Quarantäne aus, wenn innerhalb der letzten 14 Tage ein enger Kontakt zu einer Person mit laborbestätigter Infektion bestand. Ein enger Kontakt bedeutet, dass es zu einem mindestens 15-minütigen Kontakt bzw. Kontakt mit Körpersekreten gekommen ist, während diese Person ansteckend war.

Bestand der Kontakt während der zahnärztlichen Behandlung, ist relevant, ob die PSA korrekt getragen wurde. Unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, erscheint das Tragen des MNS, der Schutzbrille/Visiers und Handschuhe ausreichend um eine Infektion unwahrscheinlich zu machen, wenn zudem auf die Einhaltung der AHA regeln geachtet wurde, der Patient vor Behandlung mit einer Mundspüllösung gespült hat und eine hochvolumige Absaugung durchgeführt wurde. Weitere Informationen finden Sie auch in der Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) e.V. „Umgang mit zahnmedizinischen Patienten bei Belastung mit Aerosol-übertragbaren Erregern“ unter:

https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/083-046.html 

Die RKI-Definition der Kontaktpersonen diese finden Sie unter:

https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html  

Den von den zuständigen Gesundheitsämtern auf Grundlage einer Risikoabschätzung in der entsprechenden und notwendigen gesetzlichen Form getroffenen Entscheidungen ist Folge zu leisten.

Um die Gefahr von Ansteckungen untereinander in der Praxis auf ein Minimum zu reduzieren und Quarantäne-Maßnahmen abzuwenden, sind gemeinsame Anstrengungen vonnöten, indem immer wieder über die Notwendigkeit der Einhaltung der bekannten Schutzmaßnahmen – auch in den Pausen – gesprochen und geachtet wird. Achten Sie bitte auch immer wieder untereinander auf den korrekten Sitz des MNS.

Für den Fall, dass der/die PraxisinhaberIn selbst betroffen ist, sollte der weitere Ablauf geplant und mit den Mitarbeitern besprochen werden. Weitere Informationen finden Sie unter dem Punkt „Checkliste“. 


Hinweise zum Corona Test

Ausführliche Informationen finden Sie unter: https://www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/corona-test.html

Bitte beachten Sie, den Test entsprechend der Vorgaben und nur unter Schutzausrüstung vorzunehmen. Ist der Test positiv, sollte das Gesundheitsamt informiert und das Ergebnis durch einen PCR-Test abgeklärt werden. Der/Die Mitarbeiter/in sollte sich umgehend nach Hause in Quarantäne begeben und den Anweisungen des Gesundheitsamtes folgen. Personen, die nahen Kontakt zu der Person hatten, sind angewiesen eine tägliche Kontrolle auf Krankheitszeichen durchzuführen.


Checkliste

  • Teilen Sie, wenn möglich, die Praxis in Teams ein, die unabhängig voneinander arbeiten können, um Kontakte untereinander zu reduzieren und eine Schließung der Praxis zu vermeiden.
  • Achten Sie auf die regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Flächen in besondere von Bereichen die von mehreren Personen/Personal genutzt werden, wie Türklinken, Telefonhörer, Tastaturen im Backoffice etc.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiter und klären Sie sie über die Maßnahmen und das Verhalten im Fall eines Kontakts mit einer positiv getesteten Person, bei Symptomen oder einem anderen Verdacht, der auf eine Infektion schließen lässt, auf.
  • Sprechen Sie ab, welche Praxis im Fall der Praxisschließung die Vertretung auch kurzfristig übernehmen würde.
  • Erstellen Sie ggf. eine Notfallmappe mit wichtigen Kontakten (z.B. Praxisvertretung, Mitarbeiterkontaktdaten, Gesundheitsamt, Labor, Betriebsarzt, ggf. (Landes-)Zahnärztekammer), einem Praxisaushang und lagern Sie diese zu Hause. Je nach technischer Ausstattung der Praxis kann ein Ordner auf dem Praxisserver hinterlegt werden, der per VPN-Tunnel auch von zu Hause aus erreichbar ist.
  • Eine Person Ihres Vertrauens, die sich nicht regelmäßig in der Praxis aufhält, kann gebeten werden, im Fall des Falls einen entsprechenden Praxisaushang aufzuhängen, den Anrufbeantworter zu besprechen und Unterlagen aus der Praxis zu überbringen (cave Schweigepflicht).

Ein/e MitarbeiterIn informiert über einen Kontakt der Kategorie 1 mit einer infizierten Person oder Symptomen die auf eine Covid-19 Erkrankung schließen lassen.

  1. Zuständiges Gesundheitsamt in Erfahrung bringen: https://tools.rki.de/PLZTool
     
  2. Ansprechpartner in der (Landes)Zahnärztekammer: https://www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/ansprechpartner.html 
  3. Es sollte ein Antigentest durchgeführt werden 
     
  4. Der/die MitarbeiterIn wird gebeten, die Praxis bis zum negativen Testergebnis oder nach Ablauf von 14 Tagen nach Kontakt, mindestens aber 48h nach Symptomfreiheit, nicht zu betreten. Verweisen Sie ggf. auf die Information des RKI  „Häusliche Isolierung bei bestätigterCOVID-19-Erkrankung“: https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus
    /Flyer_Patienten.html
     
     
  5. Der/die MitarbeiterIn wird gebeten, die Kontakte - nach dem eigenen Kontakt - in der Praxis unter folgender Einteilung zu erfassen:
    -  Kontakt in einem Raum länger als 15 Minuten ohne MNS/Schutzausrüstung
    -  Kontakt während der Behandlung
     
  6. Eine Liste mit den Kontaktdaten von Kontaktpersonen (Personal und Patienten) wird erstellt. Führen sie das Bestellsystem für Patienten zur Suche nach Patientenkontakten sorgsam und bewahren sie es auf. Gesundheitsämter nehmen bevorzugt Kontakt über Telefon/Handy oder E-Mail auf, wenn diese Informationen aktuell vorliegen, können Sie damit die Arbeit des Gesundheitsamtes unterstützen.  
     
  7. Ist der Test positiv, ist das GA zu informieren und das Ergebnis durch einen PCR Test zu bestätigen. Der/die MitarbeiterIn sollte sich umgehend nach Hause in Quarantäne begeben und den Anweisungen des GA folgen. Personen, die Kontakt zu der infizierten Person hatten, sind angewiesen, eine tägliche Kontrolle auf Krankheitszeichen durchzuführen.
     
  8. Ordnet das Gesundheitsamt eine Quarantäne an, muss diese sofort umgesetzt werden. Für einen Nachweis sollte eine schriftliche Bestätigung angefordert werden.
     
  9. In diesem Fall sind die vertretende Praxis, Patienten, Labor, ggf. Überweiser oder überweisende Kollegen zu informieren. Dafür ist ein entsprechender Praxisaushang anzubringen und der Anrufbeantworter zu besprechen.

 


Zahnärztekammern der Länder