Quarantäne

Aktualisiert am 02.06.2021 (Angeordnete Quarantäne, Geimpfte und genesene Personen,  Eigenständige Entscheidung für eine Quarantäne, Hinweise zum Corona Test, Checkliste)


Angeordnete Quarantäne

Werden Sie vom Gesundheitsamt darüber informiert, dass eine Kontaktperson, eine Patientin oder ein Patient positiv getestet wurde, bestimmt das Amt welche Maßnahmen umgesetzt werden.

Die Anordnungen erfolgen entsprechend der Vorgaben des RKI. Diese finden Sie unter:

www.rki.de/Getrennte_Patientenversorg_stationaer.html

Bitte beachten Sie, dass die Anordnung einer Quarantäne in der Regel zunächst mündlich getroffen wird. Aufgrund des Arbeitsumfangs der Behörden folgt der schriftliche Bescheid oft viel später.

Um einen etwaigen Anspruch auf Entschädigung geltend machen zu können, sollten Sie auf der Schriftform bestehen und diese ggf. wiederholt einfordern. Entschädigung nach Paragraf 56 Infektionsschutzgesetz können bei den zuständigen Behörden im jeweiligen Bundesland beantragt werden.

Siehe https://ifsg-online.de/antrag-taetigkeitsverbot.html 


Geimpfte und genesene Personen

Vollständig gegen COVID-19 geimpfte Personen sind nach Exposition zu einem bestätigten SARS-CoV-2-Fall von Quarantäne-Maßnahmen ausgenommen, ebenso wie (immungesunde) Personen, die vor max. 6 Monaten eine PCR-bestätigte SARS-CoV-2-Infektion durchgemacht haben („Genesene“) bzw. nach einer länger zurückliegenden Infektion mit einer Impfstoffdosis geimpft sind.

Entwickelt die Kontaktperson trotz vorausgegangener Impfung Symptome, so muss sie sich in eine Selbstisolierung begeben und eine zeitnahe Testung veranlassen. Bei positivem Test wird die geimpfte Kontaktperson wieder zu einem Fall.

Bei Kontakt oder Verdacht auf Kontakt zu einer besorgniserregenden SARS-CoV-2-Variante (VOC) (NICHT-B.1.1.7) ist eine erneute Quarantäne auch der vollständig geimpften bzw. genesenen engen Kontaktpersonen grundsätzlich immer empfohlen.


Eigenständige Entscheidung für eine Quarantäne

Durch die Arbeitsbelastung der Gesundheitsämter kommt es vor, dass Sie zuerst durch eine positiv getestete Person von einer Infektion erfahren.

Wenn Sie, eine Mitarbeiterin oder ein Mitarbeiter nicht geimpft oder genesen sind und

  • längeren Kontakt ohne Schutzausrüstung zu einer Person hatten, bei der das Virus nachgewiesen wurde,
  • in einem Haushalt mit Personen leben, die Kontakt zu infizierten Personen hatten, oder
  • trotz Impfung oder Genesung Atemwegssymptome (sofern nicht von Ärztin oder Arzt z. B. abgeklärte Erkältung) Fieber, Husten, Geschmacks/Geruchsverlust oder andere Erkältungs- oder Grippesymptome bei sich bemerken oder
  • ein Kontakt zu einer besorgniserregenden SARS-CoV-2-Variante (VOC) (NICHT-B.1.1.7) bestand oder der Verdacht darauf Kontakt besteht,

sollte diese Person zu Hause bleiben, sich telefonisch an das zuständige Gesundheitsamt wenden und die Praxis bzw. die Mitarbeitenden informieren.

Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber muss entscheiden wie in dem Fall vorzugehen ist und die (finanziellen) Konsequenzen ggf. selbst tragen.

Gesundheitsämter sprechen in der Regel für nicht geimpfte oder nicht genesene Personen eine Quarantäne aus, wenn innerhalb der letzten 14 Tage ein enger Kontakt zu einer Person mit laborbestätigter Infektion bestand. Ein enger Kontakt bedeutet, dass es zu einem mindestens 10-minütigen Kontakt bzw. Kontakt mit Körpersekreten gekommen ist, während diese Person ansteckend war.

Bestand der Kontakt während der zahnärztlichen Behandlung, ist relevant, ob die PSA korrekt getragen wurde. Unter Berücksichtigung der aktuellen wissenschaftlichen Erkenntnisse, erscheint das Tragen des MNS, der Schutzbrille/Visiers und Handschuhe ausreichend um eine Infektion unwahrscheinlich zu machen, wenn zudem auf die Einhaltung der AHA regeln geachtet wurde, die Patientin oder der Patient vor Behandlung mit einer Mundspüllösung gespült hat und eine hochvolumige Absaugung durchgeführt wurde. Weitere Informationen finden Sie auch in der Leitlinie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e.V. (AWMF) e.V.:

Umgang mit zahnmedizinischen Patienten bei Belastung mit Aerosol-übertragbaren Erregern

Die RKI-Definition der Kontaktpersonen diese finden Sie unter:

www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Kontaktperson/Management.html  

Den von den zuständigen Gesundheitsämtern auf Grundlage einer Risikoabschätzung in der entsprechenden und notwendigen gesetzlichen Form getroffenen Entscheidungen ist Folge zu leisten.

Um die Gefahr von Ansteckungen untereinander in der Praxis auf ein Minimum zu reduzieren und Quarantäne-Maßnahmen abzuwenden, sind gemeinsame Anstrengungen vonnöten, indem immer wieder über die Notwendigkeit der Einhaltung der bekannten Schutzmaßnahmen – auch in den Pausen – gesprochen und geachtet wird. Achten Sie bitte auch immer wieder untereinander auf den korrekten Sitz des MNS.

Für den Fall, dass der/die PraxisinhaberIn selbst betroffen ist, sollte der weitere Ablauf geplant und mit den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern besprochen werden.

Weitere Informationen finden Sie in der folgenden Checkliste:


Checkliste

  • Reduzieren Sie Kontakte unter nicht geimpftem oder nicht genesenem Praxispersonal.
  • Achten Sie auf die regelmäßige Reinigung und Desinfektion von Flächen insbesondere von Bereichen die von mehreren Personen/Personal genutzt werden, wie Türklinken, Telefonhörer, Tastaturen im Backoffice etc.
  • Informieren Sie Ihre Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter und klären Sie sie über die Maßnahmen und das Verhalten im Fall eines Kontakts mit einer positiv getesteten Person, bei Symptomen oder einem anderen Verdacht, der auf eine Infektion schließen lässt, auf.
  • Sprechen Sie ab, welche Praxis im Fall der Praxisschließung die Vertretung auch kurzfristig übernehmen würde.
  • Erstellen Sie ggf. eine Notfallmappe mit wichtigen Kontakten (z.B. Praxisvertretung, Mitarbeiterkontaktdaten, Gesundheitsamt, Labor, Betriebsarzt oder Betriebsärztin, ggf. (Landes-)Zahnärztekammer), einem Praxisaushang und lagern Sie diese zu Hause. Je nach technischer Ausstattung der Praxis kann ein Ordner auf dem Praxisserver hinterlegt werden, der per VPN-Tunnel auch von zu Hause aus erreichbar ist.
  • Eine Person Ihres Vertrauens, die sich nicht regelmäßig in der Praxis aufhält, kann gebeten werden, im Fall des Falls einen entsprechenden Praxisaushang aufzuhängen, den Anrufbeantworter zu besprechen und Unterlagen aus der Praxis zu überbringen (cave Schweigepflicht).

Eine Mitarbeiterin oder Mitarbeiter informiert über einen engen Kontakt von nicht geimpften oder nicht genesenen Praxispersonal mit einer infizierten Person oder Symptomen die auf eine Covid-19-Erkrankung schließen lassen.

  1. Zuständiges Gesundheitsamt in Erfahrung bringen: https://tools.rki.de/PLZTool
  2. Kontaktperson in der (Landes)Zahnärztekammer: www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/ansprechpartner.html
  3. Es sollte umgehend ein Antigentest durchgeführt werden
  4. Ist der Test positiv, ist das GA zu informieren und das Ergebnis durch einen PCR Test zu bestätigen. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter sollte sich umgehend nach Hause in Quarantäne begeben und den Anweisungen des GA folgen. Personen, die Kontakt zu der infizierten Person hatten, sind angewiesen, eine tägliche Kontrolle auf Krankheitszeichen durchzuführen.
  5. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter wird gebeten, die Praxis bis zum negativen Testergebnis oder nach Ablauf von 14 Tagen nach Kontakt, mindestens aber 48 Stunden nach Symptomfreiheit, nicht zu betreten. Verweisen Sie ggf. auf die Information des RKI „Häusliche Isolierung bei bestätigterCOVID-19-Erkrankung“:
    www.rki.de/DE/Flyer_Patienten.html 
  6. Die Mitarbeiterin oder der Mitarbeiter wird gebeten, die Kontakte - nach dem eigenen Kontakt - in der Praxis unter folgender Einteilung zu erfassen:
    - Kontakt in einem Raum länger als 10 Minuten ohne MNS/Schutzausrüstung
    - Kontakt während der Behandlung
  7. Eine Liste mit den Kontaktdaten von Kontaktpersonen (Personal, Patientinnen und Patienten) wird erstellt. Führen sie das Bestellsystem für Patientinnen und Patienten zur Suche nach Patientenkontakten sorgsam und bewahren sie es auf. Gesundheitsämter nehmen bevorzugt Kontakt über Telefon/Handy oder E-Mail auf, wenn diese Informationen aktuell vorliegen, können Sie damit die Arbeit des Gesundheitsamtes unterstützen.
    Ordnet das Gesundheitsamt eine Quarantäne an, muss diese sofort umgesetzt werden. Für einen Nachweis sollte eine schriftliche Bestätigung angefordert werden.
  8. In diesem Fall sind die vertretende Praxis, Patientinnen und Patienten, Labor, ggf. Überweisende oder überweisende Kolleginnen oder Kollegen zu informieren. Dafür ist ein entsprechender Praxisaushang anzubringen und der Anrufbeantworter zu besprechen.

 


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