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Säulen der Prophylaxe:

Handlungsempfehlungen

Die Zahn- und Mundgesundheit beruht auf

5 Säulen der Prophylaxe.

1. Regelmäßige Zahnpflege

Der Zahnbelag (Plaque /Biofilm) lässt sich nur

mechanisch mit Zahnbürsten wirksam entfernen.

Mundspüllösungen können unterstützend

eingesetzt werden, ersetzen aber nicht die

tägliche Zahnpflege mit Bürste und Zahnpasta.

Auch Mundduschen entfernen den Biofilm nicht.

2. Ernährung: selten Süßes, selten Saures,

ausreichend trinken

Alle Formen von Zucker werden von Kariesbak-

terien zu zahnschädigenden Säuren umgebaut.

Versteckte Zucker finden sich in Nahrungsmitteln

und Getränken, in denen man sie zunächst nicht

vermutet, z. B. in Ketchup, Senf, Joghurt, Cola.

Aber auch andere Nahrungsmittel und Getränke

wie Bananen, Müsliriegel oder Apfelsaft und

andere Fruchtsaftgetränke enthalten reichlich

Zucker. Zuviel Fruchtsäure greift ebenfalls

die Zahnoberflächen an. Entscheidend für die

Kariesentstehung ist jedoch nicht die Menge,

sondern die Häufigkeit der Zuckeraufnahme.

Deshalb sollte auf süße Zwischenmahlzeiten

wie süßes Gebäck, Pralinen oder Bonbons

weitgehend verzichtet werden. Wasser, Mineral-

wasser oder ungesüßte Kräuter- und Früchtetees

sind unbedenklich für die Zahngesundheit.

3. Fluoridierung

Fluoride schützen Zähne vor Karies. Für einen

guten Kariesschutz sollten regelmäßig zusätz-

lich Fluoride zugeführt werden, am einfachsten

über die Zahnpasta und fluoridiertes Speisesalz.

Der Karieszuwachs kann dadurch um bis zu

70 Prozent verringert werden.

4. Regelmäßige zahnärztliche Untersuchung

Die Untersuchung findet idealerweise halb-

jährlich in der Zahnarztpraxis statt und kann,

abhängig vom individuellen Erkrankungsrisiko,

mit einer professionellen Zahnreinigung (PZR)

verbunden werden. Bei Immobilität kann auch

eine Untersuchung im Heim oder zu Hause

durchgeführt werden. Erkennt man Zahnschäden

oder Schleimhauterkrankungen rechtzeitig,

können diese schonend behandelt werden.

Unabdingbar ist die regelmäßige zahnärztliche

Untersuchung für Patienten mit eingeschränkter

Kommunikation, die Schmerzen nicht oder nur

unzureichend mitteilen können, z. B. bei dementi-

ellen Erkrankungen oder geistiger Behinderung.

5. Feuchthalten der Mundschleimhäute

Trockene Schleimhaut wird rissig, schmerzt und

entzündet sich leicht. Daher muss die trockene

Mundschleimhaut regelmäßig befeuchtet werden,

z. B. mit Wasser oder Tee.