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 11.11.2014

Deutscher Zahnärztetag 2014:

Für eine präventionsorientierte Versorgung ohne staatliche Überregulierung

Der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, forderte anlässlich des Deutschen Zahnärztetags 2014, vom 05. bis 08. November in Frankfurt am Main, ein klares Bekenntnis zu den Freien Berufen und für den Erhalt ihrer Selbstverwaltung. Öffentlich-rechtliche Pflichten seien den Kammern vom Gesetzgeber übertragen worden. Als mittelbare Staatsverwaltung zwischen Patient und Zahnarzt würden sie die Berufspflichten engmaschig überwachen. Von großem Wert sei zudem die fachliche Weisungsunabhängigkeit des Zahnarztberufs als Freiem Beruf. Frei von Einflüssen Dritter, stehe der Zahnarzt allein im Dienste des Patienten. Diese professionelle Autonomie diene einzig und allein dem Mittelpunkt des beruflichen Handelns: dem Patienten. Regulierungen über die Gesetzliche Krankenversicherung oder das Strafrecht würden durch ihre fehlende Fachlichkeit die Gefahr der Praxisferne bergen.
Die (Landes-)Zahnärztekammern hingegen stellen mit Ihrer Expertise die hohe Qualität zahnärztlichen Handelns sicher. Ihre Bedeutung als „Qualitätssicherer“ sei enorm. Europäische Bestrebungen, die Strukturen der freiberuflichen Selbstverwaltung für Wirtschaftswachstum und Wettbewerbsangleichung aufzuweichen, wären kurzsichtig und gefährlich.

Im Rahmen der Bundesversammlung wurde u.a. die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) diskutiert, die Verbesserung der zahnmedizinischen Versorgung von Pflegebedürftigen und von Menschen mit Behinderung (AuB), das Präventionsgesetz, die Schaffung eines Straftatbestandes „Korruption im Gesundheitswesen“, der Bürokratieabbau sowie die Musterberufsordnung der Bundeszahnärztekammer novelliert.

Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe gab auf der BZÄK-Bundesversammlung ein Statement ab, in welchem er die Erfolge von Prävention und Aufklärung innerhalb der Zahnmedizin hervorhob. Diese Erfahrungen gäben gute Hinweise und seien auch Anlass, mit einem Präventionsgesetz voranzugehen.

Anlässlich der gemeinsamen politischen Pressekonferenz zum Deutschen Zahnärztetag 2014 sprachen sich Bundeszahnärztekammer, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) und Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) für eine präventionsorientierte Versorgung ohne staatliche Überregulierung aus.

Weitere Informationen sowie Impressionen zum Deutschen Zahnärztetag 2014 finden Sie unter: www.bzaek.de/deutscher-zahnaerztetag.html