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 09.07.2015

Stuttgarter Erklärung des Vorstandes der BZÄK

Auf der Klausurtagung der Bundeszahnärztekammer in Stuttgart am 12. und 13. Juni 2015 verfasste der Vorstand der BZÄK gemeinsam eine Stuttgarter Erklärung zu den Zukunftsthemen der Zahnärztekammern.

In der Erklärung statuiert der BZÄK-Vorstand, dass die Kammern im staatlichen Auftrag, als Körperschaft des öffentlichen Rechts, dem Gemeinwohl verpflichtet seien. Kammern stehen für unabhängige Interessenvertretung und sichern (z.B. durch ihre Berufsordnungen, Weiterbildungsordnungen u.v.m.) hohe Standards zum Wohle der Patienten. Die Kammern vermitteln zwischen unterschiedlichen Akteuren: zwischen Zahnärzten und Patienten, Öffentlichkeit oder Politik und agieren innerhalb ethischer und gesellschaftlicher Herausforderungen. Dies stets mit dem Fokus auf die beste zahnmedizinische Versorgung der Patienten.

Ihre Autonomie müssen die Kammern immer wieder neu bestimmen. Damit schaffen sie die Voraussetzung für eine unabhängige und verantwortungsvolle Berufsausübung.

Weiterhin betont der Vorstand, dass zur Gemeinwohlorientierung auch die Verpflichtung gehört, die Kammertätigkeit parallel zu gesellschaftspolitischen Herausforderungen weiterzuentwickeln. Vor allem die folgenden Entwicklungen verlangen dies besonders:

- Die „De-Regulierungs“-Bestrebungen aus Europa, die freiberufliches, sprich einflussfreies Handeln in Frage stellen.

- Der sich auf nationaler und europäischer Ebene verstärkende Trend zur Ökonomisierung des Gesundheitswesens.

- Der Trend zu stark gestiegenen Ansprüchen an Aufklärung und Versorgung.

- Die Auswirkungen der Digitalisierung der Gesellschaft, z.B. beim Umgang mit gesundheitsbezogenen Daten.

Auf seiner Stuttgarter Klausurtagung hat der Vorstand der Bundeszahnärztekammer die Herausforderungen definiert, denen er sich verstärkt stellen muss. Er wird weitere zukunftsweisende Themen benennen, bestehende Standards überarbeiten und neue bundeseinheitliche Standards setzen.

Die BZÄK und die (Landes-)Zahnärztekammern verpflichten sich und ihre Mitglieder, den Gemeinwohlauftrag nicht einfach fortzuschreiben, sondern zu modernisieren. Dazu wird die BZÄK ein Beratungsgremium einrichten, in dem professionsübergreifender Sachverstand zusammengeführt wird.

Zur Stuttgarter Erklärung im Volltext: www.bzaek.de/se