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 23.02.2016

Fachgespräch im Bundeskanzleramt: Zahn- und Mundgesundheit in der Einwanderungsgesellschaft

Heute, 23. Februar, fand ein gemeinsames Fachgespräch der Beauftragten der Bunderegierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Staatsministerin Aydan Özoğuz, und der Bundeszahnärztekammer mit weiteren Stakeholdern des Gesundheitswesens im Bundeskanzleramt statt.

Heute leben 20 Prozent Menschen mit Zuwanderungsgeschichte in Deutschland, bei unter Fünfjährigen sind es fast 30 Prozent. Aktuelle Forschungsergebnisse zeigen, dass Menschen mit Migrationshintergrund unterschiedliche Zugänge zu Gesundheitsangeboten – und teilweise auch andere Krankheitsbilder – haben. Daher wurde darüber diskutiert, wie insbesondere die Mundgesundheit von Migranten und ihren Kindern verbessert werden könnte. Themenschwerpunkte waren die Aufstellung einer validen Daten- und Forschungslage sowie mögliche Präventionsmaßnahmen zur Verbesserung der Mundgesundheit von Migranten.

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel verwies auf die Notwendigkeit einer wissenschaftlichen Datenbasis, um den Handlungsbedarf zu dokumentieren. Es müsse erreicht werden, dass diese Bevölkerungsgruppe gleichermaßen vom hohen Standard der zahnärztlichen Versorgung und der guten Mundgesundheit in Deutschland profitiere. Zugangsbarrieren zum Gesundheitssystem müssten langfristig abgebaut werden.

Insgesamt ist die Zahn- und Mundgesundheit, insbesondere der Kinder und Jugendlichen, in Deutschland sehr gut. Allerdings konzentriert sich der Kariesbefall zunehmend auf einen kleinen Teil der Bevölkerung. Menschen mit Einwanderungsgeschichten gehören überproportional zu dieser Gruppe. Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, BZÄK-Vizepräsident, betonte, dass um die Mundgesundheit von Migranten zu verbessern, leicht zugängliche Präventionsmöglichkeiten nötig seien. Dies sei ein Beitrag zur Teilhabe und zur Schulung der Gesundheitskompetenz schon von klein auf. Er erläuterte, welche Aktivitäten die Zahnärzteschaft bereits initiiert habe.

Im Rahmen der Veranstaltung bot die Deutsche Gesellschaft für Präventivzahnmedizin (DGZPM) an, eine AG „Interkulturelle Zahnmedizin“ ins Leben zu rufen, um dafür eine Plattform zu schaffen.

Staatsministerin Aydan Özoğuz sagte, wie bei Deutschen ohne Migrationshintergrund bestehe auch bei Familien mit Einwanderungsgeschichten ein Zusammenhang zwischen schlechter sozialer Lage und vergleichsweise schlechterem Gesundheitszustand. Das zeige auch, dass die Präventionsmaßnahmen – unabhängig von der Herkunft - bestimmte soziale Gruppen kaum erreichen, erklärte die Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration. Umso optimistischer stimme sie die Erfahrung, dass aufsuchende Präventionsarbeit, wie sie das Projekt MiMi (Mit Migranten für Migranten) verfolge, nachweisbar erfolgreich seien, um eine bestimmte Gruppe zu erreichen. Klar sei doch: Alle Menschen – ob mit oder ohne Einwanderungsgeschichten – wollten die beste Zahn- und Mundgesundheit für sich und ihre Kinder, betonte Özoğuz. Ein Foto (Bildnachweis: Integrationsbeauftragte/Franquesa) finden Sie zeitnah unter:  www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/klartext/16/Foto.jpg