Implantate

Implantate werden in der Zahnmedizin zunehmend zur Versorgung von Patienten mit Zahnlücken verwendet. Die Implantattherapie hat sich als stabile, funktionstüchtige und langfristig erfolgreiche Maßnahme mit einem hohen Patientenkomfort erwiesen.


Informationsblatt

Was sind Implantate und wann sind sie sinnvoll? Wie wird die Implantation durchgeführt und was sind die Risiken? Wie sind die langfristigen Erfolgsaussichten bei der Versorgung von Zahnlücken mit Brücken und Implantaten?


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Fragen und Antworten

Jeder Zahnarzt ist verpflichtet, Sie über die verschiedenen Therapiemöglichkeiten aufzuklären. Grundlage ist dabei der vorliegende Befund und die Diagnose, aber auch Ihre eigene Erwartung an eine Versorgung.

In der Zahnmedizin gibt es oft für eine Diagnose insbesondere beim Zahnersatz mehrere Behandlungsalternativen. So können ein oder mehrere fehlende Zähne durch unterschiedliche Zahnersatzarten versorgt werden. Die Möglichkeiten reichen von der Regelversorgung unter Umständen bis zu einer Versorgung mit Implantaten.

Regelversorgungen können konventionelle Brücken oder herausnehmbare Prothesen sein. Das ist abhängig von der Anzahl, der Lage und dem Zustand der vorhandenen und fehlenden Zähne. Die Regelversorgung ist die Zahnersatzart, die mit den Krankenkassen als Standardversorgung vereinbart wurde. Sie dient als Grundlage für die Festsetzung des Zuschusses der Krankenkasse beim Zahnersatz.

Neben den zahnmedizinischen und medizinischen Voraussetzungen ist dafür  Ihre Erwartung hinsichtlich Funktion und Ästhetik des Zahnersatzes entscheidend. Aber auch Ihr finanzielles Budget sollten Sie bei der Wahl berücksichtigen.

Der Gesundheitszustand der Zähne und der Mundhöhle sowie das eigene Mundhygieneverhalten sind von erheblicher Bedeutung für die Auswahl der Therapie.

Auch allgemeingesundheitliche Erkrankungen (z.B. Diabetes, schwere Herz- und Kreislauferkrankungen, geschwächte Immunabwehr, Rheuma oder Osteoporose) spielen eine Rolle. Rauchen wirkt sich ungünstig auf die Einheilung von Implantaten aus.

Patienten, die mehr Wert auf eine medizinisch und ästhetisch hochwertige Versorgung legen, entscheiden sich häufig für ein Implantat.

Chronische Erkrankungen oder eine vorhandene, aber in Therapie und Nachsorge befindliche Parodontitis schließen den Einsatz nicht grundsätzlich aus. Es ist bei diesen Erkrankungen aber eine besondere Beachtung und Abwägung der Vor- und Nachteile Ihres Zahnarztes erforderlich. Ggf. stimmt sich Ihr Zahnarzt mit Ihrem behandelnden Arzt ab.

Zahnimplantate sind eine Privatleistung und nicht im Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenversicherungen enthalten. Den Festzuschuss zur Regelversorgung erhalten Sie aber auch bei Implantaten.

In der Regel erhalten Sie mehrere Heil- und Kostenpläne, d.h. mehrere Therapievorschläge, für Ihre Entscheidung. Sie haben das Recht, eine zweite Meinung bei einem weiteren Zahnarzt einzuholen. Diese sollte allerdings immer mit einer ausführlichen Befunderhebung und Untersuchung einhergehen. Vergleichsportale/Auktionsportale erfüllen diese Anforderungen nicht. Darüber hinaus bieten zahnärztliche Patientenberatungsstellen weitere Informationen.

Komplikationen können während der Einheilung des Implantats (Frühkomplikation) oder längere Zeit nach der Versorgung mit dem Zahnersatz (Spätkomplikation) auftreten. Im schlimmsten Fall kann es zum Verlust eines Implantats kommen. Um dies zu vermeiden, ist eine ausführliche Behandlungsplanung notwendig.

Eine gute Mundhygiene ist unverzichtbar. Auch nach Eingliederung der Implantate sollten Sie regelmäßig zur zahnärztlichen Kontrolle und zu Prophylaxemaßnahmen in die Praxis kommen.

Jede Haftungsfrage muss im konkreten Einzelfall geprüft werden. Generell gilt, dass die auf dem Implantat eingegliederte Krone oder ein anderer Zahnersatz, der durch die gesetzliche Krankenkasse bezuschusst wurde, einer Gewährleistungspflicht von zwei Jahren unterliegt. Die Erneuerung und Wiederherstellung nimmt Ihr Zahnarzt in diesem Zeitraum kostenfrei vor.

Haftungsansprüche für das eingegliederte Implantat müssen gesondert geltend gemacht werden. Dazu stehen Gutachterstellen oder Schlichtungsausschüsse bei den Landeszahnärztekammern zur Verfügung. Zudem ist ein ordentliches Gerichtsverfahren möglich.

Die Versorgung mit Implantaten erfolgt in mehreren Schritten: Die Planungsphase, der chirurgische (Einbringen des Implantats in den Kieferknochen) und der prothetische (Herstellung des Zahnersatzes) Teil.

Die Planungsphase sollte in der Regel bei Ihrem „Hauszahnarzt“ erfolgen. Dabei werden alle Möglichkeiten von Zahnersatz geprüft und die Voraussetzungen abgeklärt. Nach Planung und Aufklärung muss entschieden werden, wer die weiteren Arbeitsschritte durchführt. Bei ausreichender Sachkenntnis bzw. Fortbildung kann unter Umständen Ihr „Hauszahnarzt“ den chirurgischen und prothetischen Teil durchführen. Wenn nicht, wird er Sie für einen Teil oder die gesamte Behandlung an einen spezialisierten Kollegen überweisen. In jedem Fall sollten Sie mit Ihrem Zahnarzt über die unterschiedlichen Möglichkeiten und seine Erfahrungen sprechen.

Sollten Sie vor einer konkret geplanten Behandlung stehen, haben Sie das Recht, sich bei einem Zahnarzt in der Praxis ihrer Wahl eine zweite Meinung einzuholen. Auch die zahnärztlichen Organisationen in den Ländern bieten die Möglichkeit einer Beratung an.

Neben der „üblichen“ Mundhygiene zweimal täglich per Zahnbürste ist es sinnvoll, Implantate täglich mit Spezialzahnseide oder mit speziellen Zahnzwischenraumbürstchen zu reinigen. Sie sollten sich in Ihrer Zahnarztpraxis die notwendig Pflege und Reinigung zeigen lassen. Zudem sollten Sie regelmäßig, mindestens alle sechs Monate, zur Kontrolle und Prophylaxe in die Praxis kommen.

Auslandszahnersatz ist nicht grundsätzlich schlechter als in Deutschland gefertigter Zahnersatz. Die Entscheidung über den Herstellungsort für den Zahnersatz liegt aber letztendlich bei Ihrem Zahnarzt, da er allein für die Versorgung haftet. Die Zusammenarbeit mit dem Zahntechniklabor vor Ort hat im Hinblick auf die langjährige Zusammenarbeit, die notwendige Abstimmung und möglicher kurzfristiger Korrekturen deutliche Vorteile.


Die mit diesem Logo  gekennzeichneten Patienteninformationen wurden von der Bundeszahnärztekammer und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde erstellt. Die Informationen sind aktuell und wissenschaftlich abgesichert.


Der Inhalt dieser Seite wurde fachlich geprüft von
Prof. Dr. med. dent. Dietmar Oesterreich,
Zahnarzt und Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer

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