Telematik

Positionen zur Telematik

Die Spitzenorganisationen der Leistungserbringer im Gesundheitswesen (Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Deutscher Apothekerverband und Deutsche Krankenhausgesellschaft) haben in Kooperation ein Positionspapier zur Telematik erarbeitet. Mehr

Das gemeinsame Ziel ist, eine sichere, praktikable und zukunftsorientierte Datenautobahn im Gesundheitswesen mit Mehrwert für Patienten und Leistungserbringer einzurichten. Das Positionspapier wurde den Mitgliedern der Koalitionsarbeitsgruppe Gesundheit und Pflege übermittelt.

Positionen zur Telematik

Elektronischer Zahnarztausweis

Der elektronische Zahnarztausweis (eZahnarztausweis) ist der elektronische Heilberufsausweis (HBA) für Zahnärzte. Als erste Anwendungen des eZahnarztausweises werden Online-Anwendungen von Kammern und KZVen gesehen, dazu können zählen:

  • Authentisierung an Portalen der Kammern
  • Authentisierung an Portalen der KZVen (z. B. im Kontext der Online-Abrechnung)
  • Nutzung der qualifizierten elektronischen Signatur (auch hier z. B. im Kontext der Online- bzw. papierlosen Abrechnung)

Als zuständige Stellen für die Herausgabe des eZahnarztausweises wurden in den Heilberufsgesetzen der Länder die Zahnärztekammern bestimmt. Die Bundeszahnärztekammer koordiniert in deren Auftrag das Projekt und hat eine bundesweit einheitliche Herausgabeinfrastruktur geschaffen.

Der eZahnarztausweis ist aktuell für Mitglieder bei den Zahnärztekammern Brandenburg, Nordrhein, Saarland, Sachsen-Anhalt, Thüringen und Westfalen-Lippe erhältlich.

Im Rahmen der Erprobung des Online-Rollouts Stufe 1 der gematik wird nach der Erprobung des Versichertenstammdatenabgleichs in einem zweiten Schritt die qualifizierte elektronische Signatur (QES) erprobt. Für die Testung dieser Anwendung müssen die an der Erprobung teilnehmenden Zahnärzte (etwa 250 sind von der gematik geplant) mit einem eZahnarztausweis ausgestattet werden. Von der Erprobung betroffen sind die sechs Kammerbereiche Bayern, Sachsen, Rheinland-Pfalz, Nordrhein, Westfalen-Lippe sowie Schleswig-Holstein. Die jeweiligen Zahnärztekammern bereiten sich in diesem Kontext auf die Ausgabe des eZahnarztausweises vor.

Die Herausgabe von eZahnarztausweisen erfolgt auf Basis eines Konzepts, das als Rahmenwerk die grundsätzliche Ausgestaltung des eZahnarztausweises selbst, die für die Ausgabe notwendigen Prozesse und Regelungen sowie die damit verbundenen Anforderungen an die beteiligten Parteien festlegt. Die Herstellung des eZahnarztausweises erfolgt mit der Hilfe von Dienstleistern, die nach dem marktoffenen Zulassungsmodell zugelassen werden. Aktuell erfolgt die Produktion von eZahnarztausweisen durch die Fa. medisign, dem bisher einzigen  Dienstleister, der eine Zulassung erhalten hat.

Interessierte Dienstleister können auf Anfrage die Unterlagen zur Zulassung für die Ausgabe von eZahnarztausweisen bei der Bundeszahnärztekammer erhalten.

Elektronische Gesundheitskarte

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) soll nach Meinung des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) das Gesundheitswesen in Deutschland grundlegend zu modernisieren. Die Karte gilt dabei als "Schlüssel zu einer neuen Telematikinfrastruktur": Laut BMG soll sie die medizinische Versorgung verbessern, Bürokratie abbauen und die Verantwortung der Patienten stärken.  

Die ersten Anwendungen für den eZahnarztausweis im Kontext der Telematik-Infrastruktur im Gesundheitswesen werden voraussichtlich im nächsten Jahr im Rahmen der Erprobung des so genannten „Online-Rollout Stufe 1“ getestet. Die Bundeszahnärztekammer wird die aktuelle Entwicklung in den Projekten der gematik verfolgen und über die Projekte selbst sowie über entsprechenden Projektpläne informieren.