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 02.09.2015

Weniger Bürokratie in den Zahnarztpraxen gefordert

Jährlich entstehen für Zahnarzt- und Arztpraxen Bürokratiekosten im Umfang von 4,33 Milliarden Euro. Dies beziffert der Abschlussbericht des Projekts „Mehr Zeit für Behandlung - Vereinfachung von Verfahren und Prozessen in Arzt- und Zahnarztpraxen“ des Nationalen Normenkontrollrats (NKR). Der Bericht wurde am 28. August im Bundeskanzleramt in Berlin vorgestellt.
An dem Projekt mitgewirkt hatten das Statistische Bundesamt (destatis) sowie die maßgeblichen Akteure der Selbstverwaltung auf Bundes- und Landesebene. 555 Zahnärztinnen und Zahnärzte unterstützten die unabhängige und systematische Bestandsaufnahme von bürokratischen Reglementierungen im Praxisalltag.

Der Bericht weist nicht nur Zahlen zur Bürokratielast aus, sondern unterbreitet Vorschläge, um den bürokratischen Aufwand von Praxen zu senken. Auf der gemeinsamen Pressekonferenz zur Präsentation verwies der Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Prof. Dr. Christoph Benz, darauf, dass rechnerisch in jeder Zahnarztpraxis eine Vollzeitkraft nahezu das ganze Jahr nur damit beschäftigt sei, Dokumentations- und Informationspflichten zu erfüllen. Informationspflichten bestünden vor allem gegenüber den Krankenkassen, Dokumentation fiele u. a. im Bereich Qualitätsmanagement und bei der Aufbereitung von Medizinprodukten an. Hier gäbe es konkretes Optimierungspotenzial. Mit ihren Vorschlägen habe die BZÄK versucht, Reglements abzubauen ohne bei der Patientensicherheit Abstriche zu machen.
Der NKR-Abschlussbericht und das BZÄK-Statement können auf der Website des NKR heruntergeladen werden: www.normenkontrollrat.bund.de/Webs/NKR/Content/DE/Pressemitteilungen/2015-08-28_arztpraxenprojekt_abschluss.html;jsessionid=87ACA8185B98E2A6AEE6182075C6FB80.s3t2