Klartext


 11.07.2018

Klartext 07/18

Bundeszahnärztekammer: Deutschland muss den zu hohen Zuckerkonsum angehen

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) gibt in aktuellen Positionspapieren klare Handlungsempfehlungen, um ungesunder Ernährung im Allgemeinen und zu viel Zuckerkonsum im Speziellen entgegenzuwirken.

Die BZÄK fordert eine verständliche Lebensmittelkennzeichnung, eine Sonderabgabe auf stark zuckerhaltige Softdrinks, einen reduzierten Zuckergehalt in Nahrungsmitteln für (Klein-)Kinder und Werbebeschränkungen für stark gezuckerte Lebensmittel für (Klein-)Kinder. Darüber hinaus tritt sie für die Einführung verbindlicher Standards für eine ausgewogene, gesunde Schul- und Kitaverpflegung sowie weitere Maßnahmen zur Vermittlung von Ernährungsempfehlungen ein.

„Unausgewogene Ernährung und ein übermäßiger Zuckerkonsum schaden auf Dauer sowohl der Allgemein- als auch der Mundgesundheit. Insbesondere im Bereich des Zuckerkonsums ist es notwendig, Maßnahmen, die in anderen Ländern bereits erfolgreich sind, zu ergreifen. Wichtig ist, dabei schon im Kleinkindalter zu beginnen, denn hier werden die Grundlagen für die (Mund-)Gesundheit gelegt“, so Prof. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer.

Neben den bekannten allgemeinmedizinischen Risiken einer stark zuckerhaltigen Ernährung wie Diabetes und Übergewicht ist aus zahnmedizinischer Sicht vor allem die Entstehung von Karies, insbesondere von frühkindlicher Karies, ein Problem. In anderen Ländern hat die Einführung einer „Zuckersteuer“ bereits zur Gesundheit der Bürger beigetragen.

Aber nicht nur was Zucker betrifft, auch allgemein hat die Zusammensetzung der Nahrung einen unmittelbaren Einfluss auf die Entstehung von Krankheiten in der Mundhöhle. Deshalb ist es wichtig, im Bereich der Ernährung unter Nutzung der Präventionsgesetzgebung und den Maßnahmen der Gruppenprophylaxe wirksame präventive Maßnahmen zu ergreifen.
Zu den BZÄK-Positionspapieren: www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Position_Zucker.pdf und
www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Position_Ernaehrung.pdf

Kammerversammlung Mecklenburg-Vorpommern wählte neue Vorstandsmitglieder

Die Kammerversammlung der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern wählte am 30. Juni Roman Kubetschek neu zum Vizepräsidenten sowie Christian Dau als weiteres Vorstandsmitglied.

Neuer Vorstand im bdzm

Auf seiner Mitgliederversammlung im Juni wählte der zeitgleich in Bundesverband der Zahnmedizinstudierenden in Deutschland e.V. (bdzm) umbenannte Verband Lotta Westphal als 1. Vorsitzende, Felix Madjlessi als 2. Vorsitzenden.

Bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung

Der Sachverständigenrat für Gesundheit hat Anfang Juli sein aktuelles Gutachten „Bedarfsgerechte Steuerung der Gesundheitsversorgung“ vorgestellt. Im Mittelpunkt stehen Maßnahmen, mit denen vorhandener bzw. drohender Fehl-, Über- oder Unterversorgung entgegensteuert werden könnte. Das beinhaltet Empfehlungen wie die Förderung der Gesundheitskompetenz in der Bevölkerung, die zeitnahe Umsetzung von Telematikinfrastruktur und digitalen Anwendungen, aber auch konkrete Reformprojekte wie die schrittweise Einführung einer sektorenübergreifenden Versorgungsplanung oder eine neue Notfallversorgung mit integrierten Leitstellen und Notfallzentren.

Ernüchternd fällt das Fazit zur Entwicklung von MVZ aus: Eine gut erreichbare medizinische Versorgung in ländlichen Regionen sei trotz erweiterter Gründungsvoraussetzungen bisher nicht eingetreten. Es sei zudem zu erwarten, dass MVZ weiterhin eher in Kernstädten sowie in Ober-/Mittelzentren angesiedelt sein werden.
Zur Lang- und Kurzfassung des Gutachtens:
www.svr-gesundheit.de/index.php

Call for Papers: Präventionspreis 2018

Die „Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland“, Initiatoren BZÄK und CP GABA, schreibt den Präventionspreis 2018 aus. Gesucht werden Präventionskonzepte, die zahnmedizinische und medizinische Aspekte verknüpfen und das Potenzial für Verbesserungen in der Praxis haben. Die Ausschreibung läuft noch bis 31. August: bit.ly/2LnXLCC

Initiative proDente

Monatlich informiert die Initiative proDente e.V. zu Themen der Zahn- und Mundgesundheit. Aktuell bietet sie die Pressemappe „Zahnersatz aus dem Computer?“ an sowie Tipps zur gesunden Schultüte: www.prodente.de/presse

Mit dem Journalistenpreis „Abdruck“ würdigt proDente herausragende journalistische Arbeiten, die zahnmedizinische und -technische Themen verständlich machen. Am 26. Juni wurde der Preis in Köln verliehen, die Gewinner sind: Sina Horsthemke, FOCUS Gesundheit, Dr. Jakob Simmank, DIE ZEIT, das Team von Wissen vor acht – Zukunft, ARD, und Claudia Scholz, Radio Bremen.
www.prodente.de/presse/abdruck.html


Verordnungsvorschlag zu verbindlichen Gesundheitstechnologien

Am 22. Juni trafen sich die europäischen Gesundheitsminister, um über die Zukunft der Gesundheit in der Europäischen Union sowie den Verordnungsvorschlag der Europäischen Kommission zu Gesundheitstechnologien (Health Technology Assessment - HTA) zu beraten. Streitpunkt ist, ob das geplante europäische HTA-System verbindlich sein sollte. Eine verbindliche Lösung wird von Deutschland und größeren EU-Mitgliedstaaten kritisch gesehen, da bestehende nationale HTA-Systeme ausgehebelt werden könnten. Viele kleinere EU-Mitgliedstaaten hatten die europäische Lösung mangels eigener HTA-Kapazitäten begrüßt.

Inzwischen sind die Zweifel am Kommissionsvorschlag gewachsen, ein freiwilliger HTA-Ansatz, der den Mitgliedstaaten mehr Flexibilität lässt, stößt auf größere Zustimmung im Rat. Damit rückt ein schneller Abschluss des Gesetzgebungsverfahrens vor der Europawahl im Mai 2019 in weite Ferne. Weitere Informationen (englisch) unter: www.consilium.europa.eu/media/35766/st10202-en18.pdf

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