Klartext


 18.12.2015

Klartext 14/15

Gemeinsamer Bundesausschuss verabschiedet sektorenübergreifende Qualitätsmanagement-Richtlinie

Am 17. Dezember hat das Plenum des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA) die neue sektorenübergreifende Qualitätsmanagement-Richtlinie verabschiedet, die auch für Zahnmediziner gilt und zu Beginn des kommenden Jahres die bestehende zahnmedizinische Qualitätsmanagement-Richtlinie ablösen wird. Die Richtlinie bestimmt die grundsätzlichen Anforderungen an ein einrichtungsinternes Qualitätsmanagement (QM) inklusive Maßnahmen zur Verbesserung der Patientensicherheit. Dabei soll der Aufwand für die Praxis angemessen sein.

Nach übereinstimmender Einschätzung durch die QM-Experten der (Landes-)Zahnärztekammern enthält diese Richtlinie wenig Neues. So hat sich die Liste der anzuwendenden QM-Methoden und –Instrumente lediglich um die Punkte OP-Checklisten (bei Sedierung und operativen Eingriffen durch zwei oder mehr Ärzte), Arzneimitteltherapiesicherheit und Schnittstellenmanagement erweitert.

Auf Initiative von BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Benz und dem Vorsitzenden des Ausschusses Qualität in der Zahnmedizin, Dr. Michael Frank, wird die Bundeszahnärztekammer in enger Abstimmung mit den (Landes-)Zahnärztekammern sicherstellen, dass die bestehenden QM-Systeme überprüft und ggf. anpasst werden, um den Zahnärztinnen und Zahnärzten rechtzeitig eine praxisnahe Umsetzung zu ermöglichen.

Forschungspreis zur Rolle der Ärzteschaft in der Zeit des Nationalsozialismus verliehen

Der Herbert-Lewin-Forschungspreis, der Arbeiten zur Aufarbeitung der Geschichte der Ärztinnen und Ärzte in der Zeit des Nationalsozialismus honoriert, wurde am 20. November zum fünften Mal vergeben. Erste Preisträgerin wurde Dr. Gisela Tascher mit ihrer Dissertation über das Zusammenspiel von Staat, Macht und ärztlicher Berufsausübung am Beispiel des Saarlandes. Den zweiten Preis erhielten Dr. Sascha Topp und Dr. Bernd Höffken.

Der Herbert-Lewin-Forschungspreis wird vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG), Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztlicher Bundesvereinigung (KBV) und erstmals von der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) gestiftet. Die Jury setzt sich aus Vertretern des Zentralrats der Juden in Deutschland, des Bundesverbands Jüdischer Ärzte und Psychologen in Deutschland sowie aus Vertretern der auslobenden Organisationen zusammen.

Stiftung Senior Experten Service (SES) sucht Zahnärzte

Die größte deutsche Ehrenamts- und Entsende-Organisation für Fach- und Führungskräfte im Ruhestand, SES, eine Stiftung der Deutschen Wirtschaft, sucht Zahnärzte, die sich im Ruhestand engagieren wollen. Interessierte werden durchschnittlich für drei bis sechs Wochen, maximal sechs Monate, im Ausland – vorwiegend in Entwicklungs- und Schwellenländern – tätig. Die Auftraggeber sind aus der Öffentlichen Hand oder dem privaten Bereich. Nach dem Prinzip „Hilfe zur Selbsthilfe“ geben die Experten ihre Kenntnisse und ihr Fachwissen an andere weiter. Die Tätigkeit ist ehrenamtlich, Reisekosten und Versicherung werden übernommen.

Finanziert wird der SES durch das Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ).

Weitere Informationen über www.ses-bonn.de  

BFB-Veranstaltung „Freie Berufe“  

Am 01. Dezember fand in Berlin eine Veranstaltung des Bundesverbands der Freien Berufe (BFB), „Freie Berufe – Dienstleister und Partner für Wirtschaft und Gesellschaft in Deutschland“, statt. Im Licht europäischer Deregulierungsoffensiven wurde erörtert, wieviel Binnenmarkt die Freiberuflichkeit verträgt und welche Rahmenbedingungen freiberufliches Qualitätswachstum braucht. Dr. Peter Engel, BZÄK-Präsident und BFB-Vizepräsident, skizzierte in seinem Vortrag die aktuellen europäischen Rahmenbedingungen für die Freien Berufe, insbesondere die Niederlassungs- und Dienstleistungsfreiheit. Er forderte eine Schärfung der Differenzierungen bei der Bewertung der Regulierungen der verschiedenen Freien Berufe. Kritisch zu hinterfragen sei die These, dass der Abbau berufsrechtlicher Regelungen Wirtschaftswachstum generiere. 

Anmeldung noch möglich: Neuer Fortbildungsgang der AS-Akademie startet

Ende Februar 2016 startet der neue Fortbildungsgang der Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement (AS). Er läuft über vier Semester, bis Ende 2017. Interessenten können sich noch anmelden.

Die AS-Akademie ist ein berufsbegleitendes, postgraduales Fortbildungsangebot für Zahnärztinnen und Zahnärzte, die sich in Berufspolitik und Selbstverwaltung engagieren wollen. Mit der politischen Fortbildung erhalten sie auch das Rüstzeug für das betriebswirtschaftliche Praxis-Management.

Die Veranstaltungen finden an zehn Wochenenden statt. Die Teilnahme wird gemäß den Leitsätzen von BZÄK, DGZMK und KZBV zur zahnärztlichen Fortbildung mit Punkten bewertet. Weitere Informationen und Anmeldung unter: www.zahnaerzte-akademie-as.de oder Tel.: 030 – 4000 5 101.

Dr. Marco Landi neuer Präsident des Council of European Dentists (CED)

Auf der Herbstvollversammlung des Council of European Dentists (CED) in Brüssel wurde am 20. November Dr. Marco Landi zum Präsidenten des CED gewählt. Er tritt die Nachfolge von Dr. Wolfgang Doneus an, der nach zwei Amtszeiten nicht mehr kandidierte. Neu in den CED-Vorstand wurden Dr. Hans Schrangl und Dr. Piret Väli gewählt.

Zudem wurde Prof. Dr. Wolfgang Sprekels als langjähriger Vorsitzender der Arbeitsgruppe Patientensicherheit des CED verabschiedet.

Vorankündigung: 11. Europatag der BZÄK

Am 01. Juni 2016 findet von 13:00 bis 17:00 Uhr der 11. Europatag der Bundeszahnärztekammer im Tieranatomischen Theater der Humboldt-Universität in Berlin statt.

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