Klartext


 28.08.2017

Klartext 08/17

Politische Rahmenbedingungen für die Zahnmedizin/BZÄK zur Bundestagswahl

Gut bleiben und besser werden:
#7 Richtige Weichenstellungen in der zahnärztlichen Versorgung vornehmen

Die Zahnärzte in Deutschland bieten allen Patienten unabhängig von ihrem sozialen Status eine hochwertige, flächendeckende und wohnortnahe Versorgung. Um dies auch in Zukunft sicherzustellen, muss die flächendeckende Versorgung durch attraktive Bedingungen für die zahnärztliche Berufsausübung sichergestellt und die Mund- und Zahngesundheit der älteren Menschen, der Pflegebedürftigen sowie der Menschen mit Behinderung deutlich verbessert werden. Das gilt auch für die Menschen mit Migrationshintergrund. Deshalb fordert die Bundeszahnärztekammer:
•    für jeden Bürger einen wohnortnahen Zugang zu qualitativ hochwertiger, zahnärztlicher Versorgung (flächendeckende Versorgung),
•    die Anreize zur Niederlassung in ländlichen Regionen durch attraktive Rahmenbedingungen zu verbessern,
•    eine zeit- und bedarfsgemäße Definition der Anspruchsberechtigung und der spezifischen Bedürfnisse, um alle Menschen mit einer für die zahnmedizinische Behandlung relevanten Behinderung adäquat auch bei notwendiger Narkosebehandlung zu versorgen,
•    Inhalte der Zahn-, Mund- und Zahnersatzpflege in die neue Ausbildungsverordnung zum Beruf „Pflegefachfrau“/„Pflegefachmann“ entsprechend den von der Zahnärzteschaft bereits entwickelten Konzepten zu übernehmen,
•    dass Flüchtlinge und Asylbewerber gleichermaßen von dem hohen Standard der zahnärztlichen Versorgung und der guten Mund- und Zahngesundheit in Deutschland profitieren,
•    dass für den Zahnarzt in der Praxis unmittelbar und eindeutig erkennbar sein muss, welche Leistungsansprüche sein Patient nach dem Asylbewerberleistungsgesetz hat,
•    die Gleichwertigkeitsprüfung – inklusive Sprachprüfung (samt des Nachweises fachlicher wie umgangssprachlicher Sprachkenntnisse) – als unerlässliche Voraussetzung vorzusehen, um in Deutschland den Beruf des Zahnarztes ausüben zu können.

Das ist eine von zehn Forderungen der Bundeszahnärztekammer für die nächste Legislaturperiode, damit unser Gesundheitssystem zukunftsfest gemacht wird.
Mehr unter: www.bzaek.de/gp 

Neue Zahnärztliche Approbationsordnung

Der gesetzliche Rahmen für die zahnmedizinische Ausbildung an den 31 deutschen Universitätsstandorten wird von der Approbationsordnung Zahnmedizin (ZApprO) aus dem Jahr 1955 geregelt. Seit 02. August 2017 liegt nun der Kabinettsentwurf des Bundesgesundheitsministeriums (BMG) zur „Verordnung zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung“ vor. Die Abstimmung zur neuen ZApprO wird für die Bundesratssitzung am 22. September 2017 erwartet. Es ist von zentraler Bedeutung, dass die überfällige Modernisierung der zahnärztlichen Ausbildung jetzt auf den Weg gebracht wird. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) lädt deshalb am 29. August 2017 die Gesundheitsreferenten der Landesvertretungen beim Bund zu Information und Diskussion ein. An der Diskussion nehmen BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel, BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Benz sowie der Präsident der Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn- Mund- und Kieferheilkunde (VHZMK), Prof. Dr. Ralph G. Luthardt, und der 1. Vorsitzende des Bundesverbands der Zahnmedizinstudenten in Deutschland (BdZM), Maximilian Voß, teil.

Bundesverfassungsgericht stärkt Kammersystem


Eine Verfassungsbeschwerde gegen die Beitragspflicht für Pflichtmitglieder in der Industrie- und Handelskammer blieb erfolglos. Aus Sicht des obersten deutschen Gerichts gewährleistet die Pflichtmitgliedschaft, dass die Betroffenen ihre Interessen einbringen können und fachkundig vertreten werden. (Beschluss vom 12. Juli 2017, 1 BvR 2222/12, 1 BvR 1106/13)
Der Präsident der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Dr. Peter Engel, begrüßte das Urteil, das auch für die Heilberufekammern von Bedeutung sei, denn es stärke den Sinn für die Kammern und die damit verbundene Akzeptanz grundsätzlich.

Freie Berufe sind ein Schlüsselsektor – aktuelle Zahlen und Fakten

Das Institut für Freie Berufe in Nürnberg (IFB) hat für den Bundesverband der Freien Berufe e. V. (BFB) die Statistik zu den Selbstständigen in den Freien Berufen zum Stichtag 01. Januar 2017 erhoben: Erstmals sind über fünf Millionen Menschen in Freien Berufen beschäftigt. Die Zahl der selbstständigen Freiberufler ist auf 1,382 Millionen Personen gestiegen.
Zur Einordnung: Laut Statistischem Bundesamt sind derzeit in Deutschland rund 44 Millionen Menschen erwerbstätig.

Die BFB-Konjunkturumfrage Sommer 2017 zeigt zudem: Die aktuelle Geschäftslage wird durchgehend positiv bewertet – 48 Prozent aller Befragten schätzen die Lage als gut und 37 Prozent als befriedigend ein. Bei den Berufsgruppen zeigen sich deutliche Unterschiede, die höchste Zufriedenheit herrscht im technisch-naturwissenschaftlichen Bereich (66 Prozent „gut“) und im rechts-, steuer- und wirtschaftsberatenden Bereich (47,8 Prozent „gut“).

Zwischen dem 01. Oktober 2016 und dem 30. Juni 2017 wurden bei den Kammern der Freien Berufe 24.255 neu geschlossene duale Ausbildungsverträge registriert. Dies ist eine Steigerung gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 2 Prozent.

Tag der Zahngesundheit 2017 folgen, liken oder Veranstaltungen melden

Der 25. September ist der Tag der Zahngesundheit. 2017 steht er unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Gemeinsam für starke Milchzähne“. Die zentrale Auftaktpressekonferenz wird am 08. September in Berlin stattfinden.

Eigene Aktionen von Praxen, Apotheken, Verbänden, Institutionen und allen anderen können kostenlos gelistet werden über: www.tagderzahngesundheit.de/veranstaltungen/veranstaltung-eintragen/

Den Tag der Zahngesundheit auf Twitter liken oder ihm folgen können Sie über:
@tdz2509 #tdz2017

proDente stellt Fakten, Fotos, Grafiken und Infomaterial rund um Zähne zur Verfügung

Für Patienten, Presse sowie Zahnärzte und Zahntechniker bietet die Initiative proDente e.V., die von der Bundeszahnärztekammer mit fachlicher Expertise unterstützt wird, monatlich neue Informationen und Materialien rund um das Thema Zahn- und Mundgesundheit.
Aktuelles Monatsthema für die Presse sind multimediale Infos über Zahnpasta und Zahnbürste. Auf www.zahnbande.de entdecken Kinder ab fünf Jahren spielerisch die Zähne. Für Zahnärzte und Zahntechniker bietet proDente für den bevorstehenden Tag der Zahngesundheit ein umfangreiches Aktionspaket an.
Weitere Themen über www.prodente.de und auf Facebook, Twitter und Instagram: #prodente

Internationaler Tag der Patientensicherheit

„Wenn Schweigen gefährlich ist“ – Kommunikation im Gesundheitswesen ist das Motto des Internationalen Tags der Patientensicherheit am 17. September 2017. Das Aktionsbündnis Patientensicherheit e.V. (APS) und seine Partner wollen die Bedeutung einer guten Verständigung im Gesundheitswesen hervorheben.
Materialien für eine eigene Veranstaltung gibt es unter: www.tag-der-patientensicherheit.de
downloads.html.
Zur interaktiven Veranstaltungskarte: www.tag-der-patientensicherheit.de/#veranstaltungen.

APS ist ein Netzwerk für eine sichere Gesundheitsversorgung in Deutschland. Vertreter aller Gesundheitsberufe, ihrer Verbände sowie Patientenorganisationen haben sich zusammengeschlossen, um gemeinsam die Patientensicherheit zu verbessern. Die BZÄK ist seit 2009 Mitglied.

Deutscher Zahnärztetag 2017

Der Deutsche Zahnärztetag 2017 findet vom 08. bis 11. November 2017 in Frankfurt am Main statt. Er ist eine gemeinsame Veranstaltung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) und der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK). Details zum standespolitischen Teil sowie zum wissenschaftlichen Kongress über: https://www.bzaek.de/deutscher-zahnaerztetag.html

Zukunftskongress Beruf & Familie

Der Zukunftskongress ist eine kostenfreie Veranstaltung für junge Zahnärztinnen und Zahnärzte. Er findet 2017 zum vierten Mal statt und befasst sich mit dem Thema "Praxis- und Familiengründung". Veranstaltet wird der Kongress im Rahmen des Deutschen Zahnärztetags am 11. November 2017 in Frankfurt. Weitere Informationen, Programm und Anmeldung über www.zukunftskongress-beruf-familie.de

EU-Verhältnismäßigkeitsrichtlinie – Deutsche Heilberufe fordern erneut Ausnahmeregel

Die Deutschen Heilberufe haben sich in einer ergänzenden gemeinsamen Stellungnahme erneut für eine Ausnahme vom Anwendungsbereich der geplanten EU-Richtlinie für einen Verhältnismäßigkeitstest ausgesprochen. Im Ende August übermittelten Schreiben an die deutschen Europaabgeordneten legen Bundesärztekammer (BÄK), Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV), Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA), Bundespsychotherapeutenkammer (BPtK) und Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV) weitere Gründe für eine Ausnahmereglung dar. Bislang haben sich die Berichterstatter in Gesundheits- und Binnenmarktausschuss des Europäischen Parlaments für eine derartige Ausnahme ausgesprochen. Die Abstimmung in den Ausschüssen ist für Ende September bzw. Ende November vorgesehen.

Die Europäische Kommission hatte im Januar mehrere Gesetzgebungsvorschläge präsentiert, die die Konjunktur des Europäischen Binnenmarktes beleben sollen, darunter eine Prüfung der Verhältnismäßigkeit von Berufsregeln. Die Kommission möchte die aus ihrer Sicht überflüssige nationale Regulierung verhindern. Erfasst wären alle regulierten Berufe einschließlich der Gesundheitsberufe.

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