Telematik

Positionen zur Telematik

Die Spitzenorganisationen der Leistungserbringer im Gesundheitswesen haben ein Positionspapier zur Telematik erarbeitet. Gemeinsames Ziel ist die Einrichtung einer sicheren, praktikablen und zukunftsorientierten Datenautobahn im Gesundheitswesen mit Mehrwert für Patienten und Leistungserbringer. Das Positionspapier wurde den Mitgliedern der Koalitionsarbeitsgruppe Gesundheit und Pflege übermittelt.


Elektronischer Zahnarztausweis

Der elektronische Zahnarztausweis (eZahnarztausweis) ist der elektronische Heilberufsausweis (HBA) für Zahnärzte. Als erste Anwendungen des eZahnarztausweises werden Online-Anwendungen von Kammern und KZVen gesehen, dazu können zählen:

  • Authentisierung an Portalen der Kammern
  • Authentisierung an Portalen der KZVen (z. B. im Kontext der Online-Abrechnung)
  • Nutzung der qualifizierten elektronischen Signatur (auch hier z. B. im Kontext der Online- bzw. papierlosen Abrechnung)

Als zuständige Stellen für die Herausgabe des eZahnarztausweises wurden in den Heilberufsgesetzen der Länder die Zahnärztekammern bestimmt. Die Bundeszahnärztekammer koordiniert in deren Auftrag das Projekt und hat eine bundesweit einheitliche Herausgabeinfrastruktur geschaffen.

Der eZahnarztausweis ist aktuell für Mitglieder bei den Zahnärztekammern Berlin, Bremen, Brandenburg, Nordrhein, Saarland, Sachsen-Anhalt, Schleswig-Holstein, Thüringen und Westfalen-Lippe erhältlich.

Die Herausgabe von eZahnarztausweisen erfolgt auf Basis eines Konzepts, das als Rahmenwerk die grundsätzliche Ausgestaltung des eZahnarztausweises selbst, die für die Ausgabe notwendigen Prozesse und Regelungen sowie die damit verbundenen Anforderungen an die beteiligten Parteien festlegt. Die Herstellung des eZahnarztausweises erfolgt mit der Hilfe von Dienstleistern, die nach dem marktoffenen Zulassungsmodell zugelassen werden. Aktuell erfolgt die Produktion von eZahnarztausweisen durch die Fa. medisign, dem bisher einzigen  Dienstleister, der eine Zulassung erhalten hat.

Interessierte Dienstleister können auf Anfrage die Unterlagen zur Zulassung für die Ausgabe von eZahnarztausweisen bei der Bundeszahnärztekammer erhalten.

Telematikinfrastruktur

Elektronische Gesundheitskarte (eGK)

Die Einführung der elektronischen Gesundheitskarte (eGK) wurde vom Bundesgesundheitsministerium (BMG) beschlossen, um die medizinische Versorgung zu verbessern, Bürokratie abzubauen und die Verantwortung der Patienten zu stärken.  Mittlerweile ist die eGK ausschließlicher Versicherungsnachweis, um medizinische Leistungen in Anspruch nehmen zu können, und wird daher von Ärzten und Zahnärzten zur Abrechnung benötigt.

In der Praxis ist sie zudem der Schlüssel zu den Anwendungen der Telematikinfrastruktur.

  • In der ersten Phase, dem Versichertenstammdatenmanagement (VSDM), wird die eGK online abgeglichen, kann aktualisiert und auch – unter bestimmten Voraussetzungen – gesperrt (und damit ungültig) werden.
  • Ab der zweiten Pfase können später auch medizinische Daten auf der eGK gespeichert werden, so dass nur Heilberufler mit einem entsprechenden Ausweis zugreifen können.
  • Im Juni 2017 wurde der so genannte Online-Produktivbetrieb von den Gesellschaftern der gematik freigegeben, die Ausstattung der Praxen mit der notwendigen Technik (u. a. Konnektoren und Kartenterminals) hat im Dezember 2017 begonnen. Die Einführung der Telematikinfrastruktur beginnt mit der Umsetzung des VSDM  inklusive eines sicheren Internetservices (SIS) sowie dem Zugang zu bereits bestehenden Onlineanwendungen.
  • Aktuell (Stand Juni 2018) sind 2 Konnektoren zur Installation in den Praxen von der gematik zugelassen.

Praxisausstattung und Refinanzierung

Zahnärzte müssen nicht selbst für die Anbindung ihrer Praxen an die TI aufkommen. Die Kosten für die Ausstattung (u. A. Konnektor, Kartenterminal(s), Praxisausweis und – zur Hälfte - der eZahnarztausweis) übernehmen die Krankenkassen im Rahmen der Regelungen der mit der KZBV getroffenen Grundsatzfinanzierungs- und Pauschalenvereinbarung.

Weitere Informationen auf www.kzbv.de

Publikationen

In Zusammenarbeit mit der gematik stellt die BZÄK ausführliche Informationen zum Online-Produktivbetrieb für Zahnarztpraxen zur Verfügung.


Broschüre "Das deutsche Gesundheitswesen digital vernetzen"

Checkliste Zahnarztpraxis

Checkliste Dienstleister

Informationsblatt "Anschluss einer medizinischen Einrichtung"

Informationsblatt "Technische Ausstattung einer medizinischen Einrichtung"

Informationsblatt "Versichertenstammdaten-Management"

Weitere Informationen:

Checkliste Arztpraxis

Checkliste Psychotherapeutenpraxis

Zahnärztekammern der Länder