KlartextKlartext 02/20

Themen

ZApprO: Bund-Länder-Dialog dringend nötig | Sars-CoV-2/COVID-19: Risikomanagement in Zahnarztpraxen |Praxispersonal muss Masernschutz nachweisen | Stellungnahme zum PDSG-Referentenentwurf | WL: Rieckesmann neuer Präsident | NRW: Hausweiler neuer Präsident | GOZ-Count Up | Mindereinnahmen | eHBA: zwei weitere Rahmenverträge | Gesundheitskompetenz im digitalen Zeitalter | Daten & Fakten | Mundpflege bei Pflegebedürftigen | Tag der Zahngesundheit | Tag der Seltenen Erkrankungen | Programm des BZÄK-Europatags | Europäischer Plan zur Krebsbekämpfung


7 Monate vor Inkrafttreten: Bund-Länder-Dialog dringend nötig

Die Novelle der zahnärztlichen Approbationsordnung (ZApprO) tritt zum 01. Oktober 2020 in Kraft. Jedoch gibt es gut sieben Monate vor dem Inkrafttreten der neuen ZApprO weder einen Finanzierungsplan, noch wurde der Gesamtumfang der Lehrveranstaltungen abschließend definiert.
Damit fehlen den Universitäten immer noch Schlüsselvoraussetzungen, um einen Studienplan für ein neues, qualitativ anspruchsvolles Zahnmedizinstudium zu erstellen.

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat sich aus diesem Grund an die Bundesminister Jens Spahn, Bundesministerium für Gesundheit, und Anja Karliczek, Bundesministerium für Bildung und Forschung, gewandt und um finanzielle Unterstützung für die Umsetzung der Approbationsordnung – zum Beispiel in Form einer Anschubfinanzierung – geworben.

Zeitgleich mit ihrer Zustimmung zur Novelle der Approbationsordnung hatten die Länder 2019 im Bundesrat einen Beschluss gefasst, der den Bund in die finanzielle Mitverantwortung für die verordnungsgemäße Umsetzung der Novelle einbezieht.
Bislang wurde hier der Dialog zwischen Bund und Ländern jedoch noch nicht wieder aufgenommen.
Die Bundeszahnärztekammer befürchtet, dass eine drohende Unterfinanzierung des Zahnmedizinstudiums zu Qualitätseinbußen oder zur Absenkung der Studierendenzahlen führen würde. Dies gilt es zu verhindern.


Sars-CoV-2/COVID-19: Risikomanagement in Zahnarztpraxen

Laut Robert Koch-Institut (RKI) geht eine Gefahr der Infektionsübertragung aktuell vor allem von Personen aus, die in letzter Zeit Hochrisikogebiete bereist haben oder Kontakt zu Erkrankten hatten. Die Anamneseerhebung ist daher  zur Begrenzung des Infektionsrisikos bedeutend.

Die Übertragung von Viren durch anamnestisch unauffällige, symptomlos erkrankte Patienten kann durch die Einhaltung von Hygienemaßnahmen verhindert werden. Die entsprechenden Vorgaben für Zahnarztpraxen sind im Hygieneplan, den Empfehlungen des RKI „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde“ www.bzaek.de/berufsausuebung/hygiene und der Technischen Regel für biologische Arbeitsstoffe (TRBA 250) www.zaekmv.de/fileadmin/Redaktion/Downloads_BuS/Handbuch/check-arbeitsschutz-4.pdf festgehalten.

Die Behandlung von Patienten, die Symptome einer akuten respiratorischen Erkrankung der unteren Atemwege zeigen, sollte auf die Zeit nach Ende der Erkrankung verschoben werden, sofern es sich nicht um Notfälle handelt. Diese Patienten sind zur Diagnosesicherung und ggf. Einleitung einer Therapie an den Hausarzt zu verweisen.
Für unaufschiebbare Behandlungen gilt es gemäß BioStoffV und GefStoffV weitere Vorsichtsmaßnahmen zu treffen.
Mehr Informationen hier: www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/2020_Position_Sars-CoV-2.pdf


Praxispersonal muss Masernschutz nachweisen

Am 01. März tritt das Gesetz für den Schutz vor Masern und zur Stärkung der Impfprävention in Kraft. Mitarbeiter in Gemeinschafts- und Gesundheitseinrichtungen müssen künftig nachweisen, dass sie über einen ausreichenden Impfschutz verfügen. Dazu zählen auch medizinische Einrichtungen wie z.B. Arzt- und Zahnarztpraxen. Die Impfpflicht gilt für Personen, die nach dem 31. Dezember 1970 geboren sind. Das Praxispersonal muss einen vollständigen Impfschutz nach den aktuellen Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) beziehungsweise eine Immunität gegen Masern nachweisen, unabhängig davon, ob direkter Patientenkontakt besteht.
Details unter:

www.masernschutz.de

www.bundesgesundheitsministerium.de/impfpflicht


Stellungnahme zum PDSG-Referentenentwurf

Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) unterstützen grundsätzlich das Anliegen einer zunehmenden Digitalisierung des Gesundheitswesens und begrüßen dem Grunde nach viele der mit dem Referentenentwurf des Patientendaten-Schutzgesetzes (PDSG) einhergehenden Änderungen und Neuerungen.

In ihrer gemeinsamen Stellungnahme haben sie sich zu den einzelnen Regelungen des Entwurfs, soweit für die zahnärztliche Versorgung relevant, positioniert:
www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/p/2020_Stellungnahme_PDSG.pdf


Westfalen-Lippe: Rieckesmann neuer Präsident

Am 01. Februar wurde ein neuer Vorstand der Zahnärztekammer Westfalen-Lippe gewählt. Neuer  Präsident  ist Jost Rieckesmann als Nachfolger von Dr. Klaus Bartling, neuer Vizepräsident Dr. Gordan Sistig.


Nordrhein: Hausweiler neuer Präsident

Die Delegierten der Kammerversammlung der Zahnärztekammer Nordrhein wählten am 08. Februar Dr.  Ralf  Hausweiler  als  Präsidenten, er  tritt  die Nachfolge  von  Dr.  Johannes Szafraniak an. Zum Vizepräsidenten wurde Dr. Thomas Heil gewählt.


GOZ-Count Up

Zeit der Nichtanpassung des Punktwertes der Gebührenordnung für Zahnärzte aktuell:

31 Jahre und 1 Monat.


Mindereinnahmen

62.594 € sind laut Berechnungen des PKV-Verbands der Mehrumsatz, der in einer durchschnittlichen Zahnarztpraxis jährlich mit PKV-Vollversicherten generiert wird. Mit anderen Worten: Würden alle derzeit ca. 9 Millionen privat vollversicherten Personen in die Gesetzliche Krankenversicherung übergehen, wie in einer aktuellen Studie der Bertelsmann-Stiftung dargestellt, würde dies zu Mindereinnahmen von über 60.000 Euro je Praxis führen.
Quelle: Wissenschaftliches Institut der PKV; Statistisches Jahrbuch 18/19 der Bundeszahnärztekammer


Kammern stellen eHBA aus, Zahl der ausgegebenen bereits hoch, zwei weitere Rahmenverträge aktuell erfolgt

Derzeit ist  davon auszugehen, dass im Laufe des Jahres in Zahnarztpraxen die Pflicht zum elektronischen Heilberufsausweis (eHBA) greift. Dessen Ausgabe obliegt den Zahnärztekammern. Die Bundeszahnärztekammer unterstützt die Kammern darin, rechtzeitig ausgabefähig zu sein. Am 26. Februar unterzeichnete die BZÄK zwei weitere  Rahmenverträge für die Zulassung zur Ausgabe des eHBA.
T-Systems und D-Trust haben als weitere Anbieter das Zulassungsverfahren durchlaufen.
Der eZahnarztausweis bietet die Möglichkeit zur qualifizierten elektronischen Signatur und Zugriff auf die später zur Verfügung stehenden medizinischen Daten.


Gesundheitskompetenz im digitalen Zeitalter

Bundesministerium für Gesundheit, Nationaler Aktionsplan Gesundheitskompetenz und Allianz für Gesundheitskompetenz haben am 04. Februar die Fachtagung „Gesundheitskompetenz im digitalen Zeitalter“ ausgerichtet.
Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, BZÄK-Vizepräsident, stellte das BZÄK-Projekt „Teach-Back“ vor.  Zudem wurde „Motivational Interviewing“, eine Kooperation der Klinik für Zahnerhaltungskunde & Parodontologie des Universitätsklinikums Freiburg mit der Bundeszahnärztekammer, präsentiert: eMI-med: http://bit.ly/emimed.
Mehr zur Tagung: www.zm-online.de


Daten & Fakten

Die Bundeszahnärztekammer hat in Zusammenarbeit mit der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung die „Daten & Fakten 2020“ erstellt. Die Broschüre informiert über die wichtigsten Kennzahlen zur zahnärztlichen Versorgung. Abrufbar sind das Gesamt-PDF sowie einzelne Datenblätter: www.bzaek.de/ueber-uns/daten-und-zahlen.html


Aktualisiert: Ratgeber Mundpflege bei Pflegebedürftigen

Um Angehörige bei der häuslichen Pflege zu unterstützen, hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in Kooperation mit der BZÄK einen Ratgeber „Mundpflege – Praxistipps für den Pflegealltag“ erarbeitet. Er wurde soeben aktualisiert. www.zqp.de/wp-content/uploads/ZQP-Ratgeber-Mundpflege.pdf


Tag der Zahngesundheit 2020

Am 25. September ist Tag der Zahngesundheit (TdZ). Dieses Jahr unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Mahlzeit!“ Im Mittelpunkt steht die zahngesunde Ernährung in allen Altersstufen. www.tagderzahngesundheit.de
Folgen Sie dem TdZ: twitter.com/tdz2509


29. Februar ist Tag der Seltenen Erkrankungen

Mehr Aufklärung über Seltene Erkrankungen soll der gleichnamige Aktionstag am 29. Februar erreichen. In Deutschland leiden rund vier Millionen Menschen an einer Seltenen Erkrankung. Das Nationale Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) will eine bessere Versorgung für diese Patienten bewirken.
Die BZÄK ist Mitglied im Aktionsbündnis und unterstützt die Aufklärung über seltene zahnmedizinische Erkrankungen. Mehr Infos über www.namse.de bzw. www.achse-online.de.


Initiative proDente

proDente e.V. bietet aktuell zum Thema „Zahnversicherungen" kostenlose Bilder, Texte und ein Video an (https://t1p.de/u6rh) sowie zum Thema „Seltene Erkrankungen“ (https://t1p.de/mz09).


Programm des Europatags der BZÄK

Am 04. März findet in Brüssel der 15. Europatag der BZÄK statt, der unter dem Vorzeichen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 stehen wird. Die Details zum Programm finden Sie hier:
www.bzaek.de/ueber-uns/europa-internationales.html#c1620


Europäischer Plan zur Krebsbekämpfung angekündigt

Anlässlich des Weltkrebstages im Februar hat die Präsidentin der Europäischen Kommission, Ursula von der Leyen, die Ausarbeitung eines europäischen Plans zur Krebsbekämpfung angekündigt, der im vierten Quartal 2020 veröffentlicht werden soll. Der Aktionsplan soll den gesamten Krankheitszyklus abdecken, einschließlich Prävention, Früherkennung, Behandlung und sozialer Dimension. Er soll die Mitgliedstaaten bei der Verbesserung der Krebsbekämpfung und -behandlung unterstützen. Zur Vorbereitung hat die Europäische Kommission eine breite öffentliche Konsultation gestartet, die bis zum 07. Mai läuft:
https://ec.europa.eu/info/law/better-regulation/initiatives/ares-2020-693786/public-consultation_de

Weitere Infos:
https://ec.europa.eu/commission/presscorner/detail/de/ip_20_154

Zahnärztekammern der Länder