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Klartext 02/26

Themen

Prävention als politisches Leitprinzip – Jetzt handeln! | Offener Brief an Bundeskanzler, Bundesregierung, CDU-Delegierte: Limo-Abgabe einführen! | Fremdbesitzverbot stärken – Umgehungen verhindern| BZÄK-Position „Rauchen und Mundgesundheit – fachliche Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen“ | Wissenschaftsrat für Prävention und Gesundheitsförderung | Klischeefrei im Job: Berufsbild ZFA am Jungen-Zukunftstag vorstellen | Textbausteine, Bilder, Video nutzen: Initiative proDente| BZÄK warnt vor faktischem Verbot von Ethanol als Desinfektionsmittel


Prävention als politisches Leitprinzip – Jetzt handeln!

Eine breite Partner-Allianz aus Medizin, Wissenschaft und Gesellschaft hat aktuell ein gemeinsames Forderungspapier zur Stärkung von Prävention und Public Health in Deutschland veröffentlicht, die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) ist Mitunterzeichnerin.

Prävention darf keine freiwillige Aufgabe bleiben, sondern muss als staatliche Pflicht und tragende Säule der Gesundheitspolitik verankert werden, so die Kernbotschaft.

Deutschland verwaltet Krankheit, statt Gesundheit zu ermöglichen. Vermeidbare Risikofaktoren wie Rauchen, ungesunde Ernährung, hoher Alkoholkonsum und Bewegungsmangel verursachen enorme volkswirtschaftliche Kosten. Dennoch setzt die Politik überwiegend auf freiwillige Maßnahmen – mit begrenzter Wirkung. Die Allianz fordert deshalb einen klaren politischen Richtungswechsel und benennt drei zentrale Handlungsfelder:

  • Prävention als staatliche Pflicht verankern
  • Wirksame Unterstützung durch Regulierungen statt freiwilliger Selbstverpflichtungen
  • Wissenschaft schneller in Politik überführen

Die zentralen Forderungen des Bündnisses betreffen die:

  • Tabakkontrolle
  • Gesunde Ernährung
  • Alkoholpolitik
  • Luftqualität
  • Bewegungsförderung

Forderungspapier


Offener Brief an Bundeskanzler, Bundesregierung, CDU-Delegierte: Limo-Abgabe einführen!

46 Verbände aus den Bereichen Gesundheit, Wissenschaft, Kinder- und Verbraucherschutz, darunter die BZÄK, begrüßen die Initiative des CDU-Landesverbands Schleswig- Holstein, eine Bundesratsinitiative zu starten und auf dem CDU-Parteitag einen Antrag für eine Abgabe auf Süßgetränke einzubringen. Die alarmierende Entwicklung im Bereich ernährungsbedingter Erkrankungen und die damit steigenden gesellschaftlichen Folgekosten erfordern entschlossenes Handeln.

Süßgetränke sind ein Treiber von Adipositas, Typ-2-Diabetes und Karies – besonders bei Kindern. Eine nach Zuckergehalt gestaffelte Herstellerabgabe kann den Konsum senken, Erkrankungen verhindern und das Gesundheitssystem entlasten.

Offener Brief


Fremdbesitzverbot stärken – Umgehungen verhindern

In einer gemeinsamen Erklärung wenden sich die Freien Berufe gegen die zunehmenden Aktivitäten finanzstarker, internationaler Finanzinvestoren in Deutschland. Anlässlich der Beratungen im Finanzausschuss des Bundesrates am 19. Februar zum Neunten Steuerberatungsänderungsgesetz (StBÄndG) wenden sich die Unterzeichner an den Gesetzgeber und fordern, das Fremdbesitzverbot spürbar zu stärken.

Kritisiert werden Umgehungskonstruktionen, bei denen berufsfremde Investoren über Beteiligungs-, Ketten- oder Holdingmodelle Einfluss auf die Inhalte gewinnen. Die Unterzeichner, darunter die BZÄK, sehen darin eine ernsthafte Gefahr für die Unabhängigkeit dieser Vertrauensberufe – und damit für den Verbraucherschutz in sensiblen Bereichen wie Steuerberatung, Recht und Gesundheit.

Erklärung


BZÄK-Position „Rauchen und Mundgesundheit – fachliche Bestandsaufnahme und Handlungsempfehlungen“

Zigarettenrauch passiert die Mundhöhle. Rauchen in allen Varianten ist ein Hauptrisikofaktor für Krebserkrankungen von Lippen, Mundhöhle, Zunge, Speicheldrüsen, Rachen.

Vor diesem Hintergrund hat die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) ein neues Positionspapier „Rauchen und Mundgesundheit“ veröffentlicht, welches aktuelle fachliche Aspekte aufgreift und mit praktischen Handlungsempfehlungen verknüpft.

Zahnmedizin kann im Rahmen der Prophylaxe gezielt zum Rauchstopp motivieren. Sie könnte bei der Rauchprävention eine aktive Rolle übernehmen.

Positionspapier


Wissenschaftsrat für Prävention und Gesundheitsförderung

Der Wissenschaftsrat hat Anfang Februar das Positionspapier „Für Prävention und Gesundheitsförderung handeln in Wissenschaft, Versorgung und Gesellschaft“ veröffentlicht.

Dort fordert er entschlossenes Handeln der Politik, die Vernetzung von Expertise verschiedener Disziplinen, effektiven Wissenstransfer, starke öffentliche Gesundheitsstrukturen sowie eine präventiv, interprofessionell und interdisziplinär ausgerichtete Versorgung. Auch brauche es ein verbindliches Commitment in allen Sektoren, die Einfluss auf Gesundheit haben.

Die Zahnmedizin wird als positives Beispiel für erfolgreiche Prävention hervorgehoben. Ihre Einbindung in die Präventionsforschung sowie intersektorale Präventionsansätze und -strategien werden empfohlen.

Der Wissenschaftsrat empfiehlt zudem gesundheitsförderliche Regulierung, speziell für Alkohol, Tabak, hochverarbeitete Lebensmittel, und die entstehenden Mittel gezielt einzusetzen. Diese Forderungen decken sich mit den präventionspolitischen Positionierungen der BZÄK in den Bereichen Ernährung sowie Rauchen und Mundgesundheit.


Klischeefrei im Job: Berufsbild ZFA am Jungen-Zukunftstag vorstellen

Am 23. April 2026 findet der bundesweite Boy's Day statt, bei dem Schüler die Möglichkeit haben, in das ZFA-Berufsbild in Praxen hineinzuschnuppern. Einige Zahnarztpraxen sind bereits ausgebucht. Der Aktionstag ist weltweit das größte Berufsorientierungsangebot für eine klischeefreie Berufswahl.

Mitmachen


Textbausteine, Bilder, Video nutzen: Initiative proDente

proDente veröffentlichte aktuell die Pressemappen

Essstörungen - die Zähne leiden mit und 80 Millionen Bakterien in zehn Sekunden


BZÄK warnt vor faktischem Verbot von Ethanol als Desinfektionsmittel

Das Verfahren der Europäischen Chemikalienagentur (ECHA) zur Neueinstufung von Ethanol als Biozidwirkstoff geht in die entscheidende Phase. Weiterhin steht eine Einstufung des bewährten und unverzichtbaren Desinfektionsmittels als CMR-Stoff im Raum. Nachdem das zuständige Biocidal Products Committee (BPC) seine Entscheidung im November vertagte, soll am 23. Februar erneut beraten werden. Im Vorfeld warnt die Bundeszahnärztekammer eindringlich vor den gravierenden Folgen einer CMR-Einstufung. Diese käme faktisch einem Verbot von Ethanol zur Hände- und Flächendesinfektion gleich – mit weitreichenden Konsequenzen für Krankenhäuser, Arzt- und Zahnarztpraxen, Pflegeheime und den Gesundheitsschutz insgesamt.

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