KlartextKlartext 04/24

Themen

Viel Bürokratie, wenig Geld für Prävention, Nachfolgermangel - Frühjahrsfest der Zahnärzteschaft in Berlin | Anhörung: Gebührenordnungen für Ärzte und für Zahnärzte jetzt novellieren! | Ambulant vor stationär? Leitspruch ausfüllen! | Sprechzeiten-Ranking: Zahnärzte führen | Befragung zur Digitalisierung und Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen | Klischeefrei arbeiten: ZFA-Berufsbild am Jungen-Zukunftstag vorstellen | Ausschreibung: PraxisAWARD Prävention 2024 | Initiative proDente


Viel Bürokratie, wenig Geld für Prävention, Nachfolgermangel
Frühjahrsfest der Zahnärzteschaft in Berlin

Am 23. April fand das gemeinsame Frühjahrsfest von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) in Berlin statt.

BZÄK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz sprach an, dass man auf eine Regulierung der Investoren-MVZ nicht mehr warten könne, die Bundesregierung müsse endlich aktiv werden.
Darüber hinaus habe in den letzten Jahren die Bedeutung der Europäischen Union für den zahnärztlichen Beruf stark zugenommen. Es würden viele wichtige Fragen nicht mehr auf nationaler, sondern auf europäischer Ebene entschieden.
Deshalb habe die BZÄK ihre „Gesundheitspolitischen Positionen zur Europawahl“ aufgelegt, um politische Forderungen an die künftigen Mitglieder des Europäischen Parlaments zu formulieren: Hauptanliegen sind Bürokratieabbau, Digitalisierung, Fachkräftemangel und EU-Regulierung.
Ein weiterer Appell des BZÄK-Präsidenten war, Pflegezahnmedizin müsse feingranular über ganz Deutschland verteilt angeboten werden. Eine Unterstützung der Niederlassung von Seiten der Politik und Kommunen sei auch dafür bedeutend.

Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Sabine Dittmar (SPD), MdB, dankte der Zahnärzteschaft: die Mundgesundheit hätte sich sehr verbessert, die Zahnmedizin habe großen Anteil daran. Kinder, Senioren, Menschen mit Behinderung – alle Patientengruppen seien im Blick der Zahnmedizin. Die Zahnmedizin sei auf ein neues Niveau gehoben worden. Ansonsten teile sie die Befürchtungen zur Parodontitisunterversorgung nicht, möchte aber in einem wertschätzenden Austausch bleiben.
Im Zuge des „Aktionsplans für ein diverses, inklusives und barrierefreies Gesundheitswesen“ sähe sie positiv auch den Anforderungen an die Versorgung Pflegebedürftiger und Menschen mit Behinderung entgegen, auch in Bezug auf die zahnmedizinische Versorgung von vulnerablen Gruppen in Vollnarkose.
KZBV-Vorstandsvorsitzender Martin Hendges sprach über das GVSG als Chance für die Ampel, das Ruder noch herumzureißen – in Richtung präventionsorientierter Patientenversorgung. Es müssten die erforderlichen Mittel für die Parodontitistherapie sofort bereitgestellt werden, zusätzlich sei die Budgetierung zu beenden. Zudem müsse endlich eine Regulierung versorgungsfremder Investoren-MVZ durch räumlich-fachliche Begrenzung erfolgen.


Anhörung: Gebührenordnungen für Ärzte und für Zahnärzte jetzt novellieren!

Die Bundeszahnärztekammer unterstützt den auf eine Novellierung der Gebührenordnungen für Ärzte (GOÄ) und Zahnärzte (GOZ) gerichteten Antrag der Fraktion der CDU/CSU. Die BZÄK hat eine Stellungnahme zur öffentlichen Anhörung des Gesundheitsausschusses des Deutschen Bundestages am 24. April 2024 abgegeben. Die BZÄK-Vizepräsidentin Dr. Romy Ermler ist während der Anhörung im Deutschen Bundestag als Sachverständige geladen.

Eine Novelle der GOZ ist dringend notwendig, denn sie ist fachlich wie betriebswirtschaftlich völlig veraltet und als Abrechnungsgrundlage für eine moderne Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde kaum noch geeignet.

Seit 1988 hat sich die Zahnmedizin rasant weiterentwickelt. Viele 1988 in der GOZ beschriebene Leistungen sind heute als fachlich überholt anzusehen und haben sich in ihrem Inhalt und in ihrer Ausführung stark verändert. Inzwischen gibt es über 160 zahnärztliche Leistungen, die in der GOZ nicht beschrieben sind. In ihrer Stellungnahme weist die BZÄK zudem auf den Verstoß gegen Gleichbehandlungsgrundsätze und weitere Fakten hin.


Ambulant vor stationär? Leitspruch ausfüllen!

Der Schwerpunkt der Gesundheitspolitik lag in der Vergangenheit bei der stationären Versorgung. Die eigenständigen Praxen wurden vernachlässigt, obwohl „ambulant vor stationär“ das große gesundheitspolitische Motto ist.

Zu viel Bürokratie, zu wenig Geld für Prävention, Praxissterben auf dem Land: Die Bundeszahnärztekammer warnt vor den Folgen der aktuellen Gesundheitspolitik und fordert eine Kehrtwende. „Bürokratie ist unser schwierigster Patient, aber das ist keinesfalls das einzige Problem“, so BZÄK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz. Die Politik braucht mehr Praxisnähe, um den aktuellen Herausforderungen in den Zahnarztpraxen und den Interessen der Patientinnen und Patienten gerecht zu werden. Die BZÄK wird in den nächsten Wochen mit gezielten Maßnahmen gegen die Missstände, Tatenlosigkeit und Ignoranz der Bundesregierung gegenüber den Niedergelassenen protestieren.

www.bzaek.de/politik-braucht-praxisnaehe.html


Sprechzeiten-Ranking: Zahnärzte führen

Laut einer Auswertung des Portals www.oeffnungszeitenbuch.de gibt es erhebliche Unterschiede bei den Sprechzeiten verschiedener ärztlicher Fachrichtungen.

Laut Untersuchung führen Zahnärzte das Ranking an. Mit 36,5 geöffneten Stunden pro Woche hätten sie fast 1,5-mal so lange geöffnet wie Psychologen, so die Beurteilung des Portals.


Befragung zur Digitalisierung und Telematikinfrastruktur (TI) im Gesundheitswesen

gematik und Körperschaften starten eine Befragung zu Verbesserungen der TI. Damit Anpassungen zielgenau passieren können, führen sie gemeinsam mit dem IGES Institut jährlich eine Evaluation durch. Angeschrieben werden demnächst zufällig ausgewählte Praxen.

Die BZÄK unterstützt die Befragung ausdrücklich, weil Praxen hiermit eine Möglichkeit erhalten, der gematik mitzuteilen, was wirklich gut und schlecht läuft.


Klischeefrei arbeiten: ZFA-Berufsbild am Jungen-Zukunftstag vorstellen

Am 25. April 2024 findet der bundesweite Boy's Day statt, bei dem Schüler die Möglichkeit haben, auch in das ZFA-Berufsbild in Praxen hineinzuschnuppern. Der Aktionstag ist weltweit das größte Berufsorientierungsangebot für eine klischeefreie Berufswahl.

ZFA


Ausschreibung: PraxisAWARD Prävention 2024 

Unter dem diesjährigen Thema „Mundgesundheit in der häuslichen Pflege“ schreibt die „Initiative für eine mundgesunde Zukunft in Deutschland“ den mit insgesamt 10.000 Euro dotierten PraxisAWARD Prävention aus. Projekte können aus Zahnmedizin oder interdisziplinärem Umfeld, beispielsweise aus dem Pflegebereich, kommen. Bewerbungen können ab sofort eingereicht werden.

Zum Bewerbungsformular


Initiative proDente

proDente veröffentlichte aktuell die Multimedia-Pressemappe

„Zahnersatz: Welche Materialien gibt es?“


Zahnärztekammern der Länder
Positionen und Statements