Klartext 10/25
Themen
Spitzentreffen zur Gesundheitspolitik: Ministerpräsident Voigt zu Gast bei der BZÄK | Jetzt Pflicht: „ePA für alle“ | Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA): Statistik der neuen Ausbildungszahlen | Website der Zahnärztlichen Patientenberatung aktualisiert | BZÄK legt Jahresbericht „Im Dialog“ vor | Initiative proDente | Countdown bis zum Deutschen Zahnärztetag | UN-Erklärung zu nichtübertragbaren Krankheiten: Mundgesundheit inkludiert
Spitzentreffen zur Gesundheitspolitik: Ministerpräsident Voigt zu Gast bei der BZÄK
Am 16. Oktober besuchte der Ministerpräsident des Freistaats Thüringen, Prof. Dr. Mario Voigt (CDU), die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in Berlin. Im Mittelpunkt des Austauschs mit Geschäftsführendem Vorstand und Geschäftsführung der BZÄK sowie Geschäftsführung der Landeszahnärztekammer Thüringen standen die Herausforderungen durch Investorenstrukturen in der Zahnmedizin, insbesondere bezüglich praktischer (berufs-)rechtlicher Probleme im ländlichen Raum.
Ministerpräsident Voigt betonte, dass regulatorische Maßnahmen des Bundes den Ländern ausreichend Spielraum („Beinfreiheit“) lassen müssen, um neue Versorgungskonzepte zu erproben. Er teile die Sorge vor einem gänzlich unregulierten Bereich, wolle jedoch auch mit Investoren über sinnvolle Einbindung sprechen. Dabei sei ihm die Expertise der Leistungserbringer wichtig.
Auch der Bürokratieabbau war Thema: Voigt sprach sich für mehr Mut der Politik und vor allem auch der Behörden aus. Er könne sich im zahnärztlichen Bereich z.B. zeitlich beschränkte Piloten vorstellen, in denen bestimmte Kontrollen testweise durch Strukturen der Selbstverwaltung anstelle staatlicher Behörden durchgeführt werden. Eine solche Vorgehensweise erfordere jedoch gegenseitiges Vertrauen und Mut.
Thüringen hat bis Ende 2025 den Vorsitz der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) inne – ein wichtiger Hebel für gesundheitspolitische Impulse aus den Ländern.
Jetzt Pflicht: „ePA für alle“
Seit 01. Oktober gilt die Nutzungsverpflichtung der elektronischen Patientenakte (ePA) für alle Leistungserbringenden im Gesundheitssystem. Praxen sind nun verpflichtet, Dokumente wie eArztbriefe und Befunde aus Labor- sowie bildgebender Diagnostik einzustellen.
Die Aufklärungspflicht der Versicherten liegt bei den gesetzlichen Krankenkassen, der Praxisalltag zeigt, dass hier noch ein sehr hoher Bedarf besteht.
Mithilfe der elektronischen Medikationsliste (eML) ist es möglich, die Medikation von Versicherten einzusehen, die via E-Rezept verordnet wurden. Medikationsverordnungen werden automatisch in die eML gestellt. Mit den kommenden Ausbaustufen soll sich der Nutzen der ePA ausweiten.
Die BZÄK weist darauf hin, dass die Volltextsuche sowie das Einstellen von Bilddateien im Originalformat schnellstmöglich realisiert werden müssen. Dies bietet Zahnärztinnen und Zahnärzten einen Mehrwert.
Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA): Statistik der neuen Ausbildungszahlen
Die aktuellen Zahlen der bis 30. September 2025 abgeschlossenen neuen ZFA-Ausbildungsverträge bei Zahnärztinnen und Zahnärzten zeigen: Im neuen Ausbildungsjahr, das am 1. August 2025 begonnen hat, gibt es nochmals eine deutliche Zunahme im Vergleich zu den Vorjahren. Zwischen 1. Oktober 2024 und 30. September 2025 wurden bundesweit 17.396 neue Ausbildungsverträge für ZFA abgeschlossen (alte Bundesländer (ABL): 15.385; neue Bundesländer (NBL): 2.011).
Damit verstetigt sich die hohe Ausbildungsleistung der Zahnarztpraxen mit einem Plus von 7,53 Prozent (ABL: +6,97 Prozent; NBL: +11,97 Prozent). Im Januar 2024 startete die bundesweite ZFA-Azubi-Kampagne der (Landes-)Zahnärztekammern und der BZÄK, sie wird auch im Jahr 2026 fortgesetzt:
Website der Zahnärztlichen Patientenberatung aktualisiert
Die zentrale Informationsplattform für gesetzlich und privat versicherte Patientinnen und Patienten, die Fragen zu Behandlung, Kosten oder Therapien haben, wurde neugestaltet und inhaltlich aktualisiert. Sie bietet umfassende Infos zum Beratungsangebot, zu den Beratungsstellen in den Bundesländern sowie zur Kontaktaufnahme – telefonisch, schriftlich oder persönlich (mit Termin).
Zahnärztliche Patientenberatung
BZÄK legt Jahresbericht „Im Dialog“ vor
Der BZÄK-Jahresbericht 2024|2025 ist erschienen.
Er fasst kompakt die zentralen Aufgaben und Schwerpunkte der Bundeszahnärztekammer im Zeitraum Juli 2024 bis Juni 2025 zusammen.
Initiative proDente
proDente veröffentlichte die Pressemappen
Wie Muttermilch die Zahngesundheit von Anfang an unterstützt
Sofortimplantat: So unterscheidet es sich vom klassischen Zahnimplantat
Vorsorge mit System: Bonusheft spart bares Geld.
Countdown bis zum Deutschen Zahnärztetag
Der Deutsche Zahnärztetag ist eine Veranstaltung von BZÄK und DGZMK. Die BZÄK-Bundesversammlung findet am 31. Oktober und 01. November, der Wissenschaftliche Kongress vom 30. Oktober bis 01. November in Berlin statt.
UN-Erklärung zu nichtübertragbaren Krankheiten: Mundgesundheit inkludiert
Am 25. September wurde beim vierten Hochrangigen Treffen der UN-Generalversammlung (HLM4) zur Prävention und Kontrolle nichtübertragbarer Krankheiten sowie zur Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens eine politische Erklärung mit dem Titel „Eine ehrgeizige Vision für 2030 und darüber hinaus: Prävention und Kontrolle nichtübertragbarer Krankheiten und Förderung der psychischen Gesundheit und des Wohlbefindens“ vorgestellt.
Diese soll die globale Gesundheitsagenda für die kommenden Jahre maßgeblich prägen und enthält erstmals Punkte zur Stärkung der Mundgesundheit weltweit. So soll die Prävention und Behandlung von oralen Erkrankungen verbessert sowie die Mundgesundheit in allen Gesundheitsbereichen mitgedacht werden. Eine formelle Annahme der Erklärung ist für Oktober 2025 geplant.