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Themen
Bundesversammlung der BZÄK wählt neues Präsidium | Grußworte aus der Politik an die Delegierten der Bundesversammlung | Ehrungen der Bundeszahnärztekammer | Politische Berichte des zum Zeitpunkt amtierenden Präsidiums | Delegierte der Bundesversammlung wählten neue Präsidentin und neue Vizes | Beschlüsse der BZÄK-Bundesversammlung | Statistisches Jahrbuch der BZÄK 2024/2025
Bundesversammlung der BZÄK wählt neues Präsidium
Die Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) fand am 31. Oktober und 1. November in Berlin statt.
Eröffnet wurde sie mit Grußworten von Bundesgesundheitsministerin Nina Warken, digital der Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege Berlin, Ellen Haußdörfer, sowie des Präsidenten der Weltzahnärztebundes (World Dental Federation, FDI), Prof. Dr. Nikolai Sharkov, und des Präsidenten der Zahnärztekammer Berlin, Dr. Karsten Heegewaldt.
Weitere Grußworte gab es im Laufe der Bundesversammlung vom Chef des Stabes des Kommandos Gesundheitsversorgung der Bundeswehr für den Sanitätsdienst, Generalarzt Dr. Rolf von Uslar, und dem 1. Vorsitzendenden des Bundesverbands der Zahnmedizinstudierenden in Deutschland (bdzm), Leonhard Kowalczyk.
Turnusgemäß fanden die Wahlen des Geschäftsführenden BZÄK-Vorstandes statt: Die Delegierten wählten Dr. Romy Ermler zur Präsidentin der Bundeszahnärztekammer. Dr. Ralf Hausweiler, Nordrhein, und Dr. Doris Seiz, Hessen, komplettieren den Geschäftsführenden Vorstand (GV) als Vizepräsident und Vizepräsidentin.
Die BZÄK-Bundesversammlung verabschiedete einstimmig die Resolution „Zukunft einer wohnortnahen und niedrigschwelligen Zahnmedizin in Deutschland“.
Weiterhin fassten die Delegierten Beschlüsse u.a. zu folgenden Themen: Prävention als Schlüssel eines zukunftsfesten Gesundheitssystems, GOZ, Anerkennung aus Drittländern, Keine Einführung eines partiellen Berufszugangs, Regulierung von investorenbetriebenen MVZ, Bachelor Zahnmedizin, Bürokratieabbau, Elektronische Patientenakte (ePA) und Telematikinfrastruktur (TI), Aktivrente für Selbständige, verlässliche und flexible Kinderbetreuung.
Grußworte aus der Politik an die Delegierten der Bundesversammlung
Bundesgesundheitsministerin Nina Warken würdigte in ihrem Grußwort, dass Zahnärztinnen und Zahnärzte einen unverzichtbaren Teil der Gesundheitsversorgung abdeckten. Sie dankte für das Engagement. Aus der zahnärztlichen Versorgung ließe sich für zukünftige Reformen einiges lernen. Die Ausgaben in der Zahnmedizin seien gesunken bzw. viel langsamer gestiegen als insgesamt im Gesundheitswesen - und gleichzeitig hätte sich die Zahngesundheit außerordentlich verbessert. Die Karieslast sei immens gesunken. Die erfreuliche Entwicklung sei Verdienst der Zahnärzteschaft - durch die konsequente Ausrichtung auf Prävention. Bei Qualität, Prävention, Wirtschaftlichkeit sei die Zahnmedizin ein Vorbild im Gesundheitswesen.
Zum Thema Bürokratie: das BMG wolle unnötige Lasten abnehmen, mehr Zeit für Behandlungen ermöglichen. BZÄK und KZBV hätten schon praxisnahe Vorschläge vorgelegt, man sei gerade dabei, diese zu bewerten, um sie aufzunehmen. Weiter sprach Warken über Digitalisierung als Werkzeug, nicht zum Selbstzweck. Auch hier sei die Zahnmedizin Vorreiter. Zum Thema iMVZ und Fremdkapital solle in dieser Legislatur ein Regulierungsvorschlag eingebracht werden, der vor allem die Transparenz solcher Strukturen sicherstelle.
Vorrangige Aufgabe der Politik sei es zudem, die hohe Qualität der zahnmedizinischen Versorgung zu erhalten und die Attraktivität der Niederlassung zu erhöhen. Es gäbe viele Aufgaben, dafür sei Dialog notwendig.
Die Staatssekretärin für Gesundheit und Pflege Berlin, Ellen Haußdörfer, würdigt in ihrem digitalen Grußwort die Arbeit der Selbstverwaltung, von Bundes- und Landesebene und die der rund 84.000 Zahnärztinnen und Zahnärzte in Deutschland: Sie würden Erkrankungen frühzeitig erkennen und leisteten einen zentralen Beitrag zur Prävention – weit über den Mundraum hinaus. Zahngesundheit stehe in engem Zusammenhang mit der Allgemeingesundheit. Zahnärztinnen und Zahnärzte trügen zur Früherkennung systemischer Erkrankungen bei und verbesserten die Lebensqualität. Zudem entlasteten sie durch Aufklärung und Prävention das Gesundheitssystem und stärkten die wirtschaftliche Stabilität – als mittelständische Arbeitgeber und Teil regionaler Versorgungsstrukturen.
Ehrungen der Bundeszahnärztekammer
Der Ehrenvorsitzende der Ärztekammer des Saarlandes Abteilung Zahnärzte, Sanitätsrat Dr. med. dent. Hans Joachim Lellig, wurde für seine Verdienste um den zahnärztlichen Berufsstand mit der Ehrennadel der deutschen Zahnärzteschaft in Gold ausgezeichnet.
Politische Berichte des zum Zeitpunkt amtierenden Präsidiums
In seinem politischen Bericht zog der bis zu diesem Tagesordnungspunkt amtierende BZÄK-Präsident Prof. Dr. Christoph Benz eine Bilanz des letzten Jahres: Die DMS 6 habe gezeigt: Deutschland sei Weltspitze in der Zahngesundheit. Dafür werde die Zahnärzteschaft von vielen Seiten gelobt und gelte als nachahmenswertes Vorbild. Auch werde die Bundeszahnärztekammer zunehmend um politischen Rat seitens der Politik gefragt. Damit der Erfolg bliebe, brauche es eine hochwertige Ausbildung, wohnortnahe Versorgung durch Niedergelassene sowie gezielte Förderprogramme für den ländlichen Raum. Die Pandemie habe gezeigt: die Zahnmedizin könne Hygiene. Zusätzliche Bürokratie sei unnötig und kontraproduktiv. Eine weitere Forderung von Benz: Die ePA müsse nutzerfreundlich sein – gerade für ältere Menschen.
BZÄK-Vizepräsident Konstantin von Laffert forderte endlich die Vorlage konkreter Vorschläge zum Bürokratieabbau. Der Abbau überflüssiger Bürokratie würde das Land keinen einzigen Cent kosten, aber die Praxen schnell entlasten. Bürokratieabbau sei ein „politischer Kassenschlager“ vor der Wahl gewesen, jetzt müsse er angegangen werden. Patientenschutz sei, genügend Zeit für Patientinnen und Patienten zu haben, statt viele Formulare ausfüllen zu müssen. In den Behörden würden zudem hohe personelle Ressourcen aufgebaut, die den Steuerzahler viel Geld kosteten. Im Zusammenhang mit der Anerkennung ausländischer Berufsqualifikationen fordert die Bundeszahnärztekammer den Vorrang der sog. Sprachprüfung vor der sog. Fachprüfung, denn dies sei ebenso Patientenschutz, wenn Behandelnde Patienten richtig verstünden. Irrsinnigkeiten wie das drohende europäische Ethanolverbot torpedierten hingegen den Patientenschutz. Zudem sprach er über die Regulierung von Investorenstrukturen in der Zahnmedizin, von Aligner-Shops und über die Gewinnung von ZFA.
Dr. Romy Ermler MBA, BZÄK-Vizepräsidentin, verwies in ihrem Bericht darauf, dass die Kosten in den Praxen auf allen Ebenen stiegen – nur der GOZ-Punktwert bliebe gleich. Das schwäche die Praxen und gefährde die Versorgung. Die Zahnmedizin beschäftige 550.000 Menschen und erwirtschafte 57 Milliarden Euro, das entspräche der Hälfte der Autoindustrie! Die Beschäftigungsleistung würde deutlich unterschätzt, die Zahnmedizin bringe Steuereinnahmen und sei Teil der Lösung für die wirtschaftliche Stabilität Deutschlands. Die BZÄK fordere daher eine moderne GOZ, die Investitionen ermögliche und Wertschöpfung schaffe. Die Preise von 1988 seien nicht mehr tragbar. Zahnmedizin entlastet das Gesundheitssystem – durch Prävention, Früherkennung und bessere Gesundheit. Zur Digitalisierung führte Ermler aus: die Zahnmedizin sei sehr technikaffin, die staatliche Digitalisierung müsse dann aber auch funktionieren!
Delegierte der Bundesversammlung wählten neue Präsidentin und neue Vizes
Am 31. Oktober wählte die BZÄK-Bundesversammlung das neue Präsidium der Bundeszahnärztekammer: zur Präsidentin Dr. Romy Ermler, Brandenburg, die erste Frau in der Geschichte der BZÄK in diesem Amt.
Als Vizepräsidenten wurden Dr. Ralf Hausweiler, Nordrhein, und als Vizepräsidentin Dr. Doris Seiz, Hessen, gewählt.
Die Versammlungsleitung der Bundesversammlung wurde von den Delegierten einstimmig im Amt bestätigt: Dr. Kai Voss als Leiter, als Stellvertretung Dr. Florestin Lüttge. Zur neuen zweiten Stellvertreterin wurde Dr. Dr. Sandra Ketabi gewählt.
Beschlüsse der BZÄK-Bundesversammlung
Die Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer fasste Beschlüsse zu gesundheits- und sozialpolitischen Themen, u.a.:
Resolution „Zukunft einer wohnortnahen und niedrigschwelligen Zahnmedizin in Deutschland!“, „Prävention als Schlüssel eines zukunftsfesten Gesundheitssystems mit solider Finanzierung“, „Regulierung von investorenbetriebenen MVZ – Jetzt!“, „Sofortprogramm zum Bürokratieabbau: überflüssige bürokratische Hürden im Praxisalltag abschaffen!“, „Aktivrente für Selbständige öffnen! Die Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer fordert Gleichbehandlung für Selbstständige gemäß Grundgesetz“, „Verlässliche und flexible Kinderbetreuung als Voraussetzung für die Sicherung der zahnärztlichen Versorgung“, „GOÄ-Vorschlag der Ärzteschaft für GOZ ungeeignet“, „GOZ-Punktwert sofort anpassen“, „Keine Vereinfachung der Anerkennung von Zahnärztinnen und Zahnärzten aus Drittländern, um das Patientenwohl nicht zu gefährden“, „Kein Bachelor Zahnmedizin“, „Keine Einführung eines partiellen Berufszugangs in der Zahnheilkunde – Für eine Reform des Artikel 4f der Berufsanerkennungsrichtlinie (BARL)“, „Europa - Präventionsorientierung und Deregulierung“, „Elektronische Patientenakte (ePA) und Anwendungen der Telematikinfrastruktur (TI): nur mit Praxisreife in die Fläche!“.
Alle an die Politik gerichteten Beschlüsse der Bundesversammlung werden unter www.bzaek.de eingestellt.
Statistisches Jahrbuch der BZÄK 2024/2025
Die neue Ausgabe des Statistischen Jahrbuchs der BZÄK wurde zum Deutschen Zahnärztetag veröffentlicht. Darin sind aktuelle Daten zur zahnärztlichen Berufsausübung, zur Wirtschafts- und Beschäftigungsleistung der Zahnärzteschaft sowie zur Mundgesundheit der Bevölkerung übersichtlich aufbereitet.
Datenquellen sind u. a. die GOZ-Analyse, das Zahnärztliche Sattelitenkonto sowie die Erhebungen der Statistischen Ämter.
Das Statistische Jahrbuch kann für 10 Euro zzgl. MwSt. und Versand bezogen werden: https://www.bzaek.de/service/broschueren-und-publikationen