Klartext 12/25
Themen
Fremdbesitzverbot: Politik muss handeln – für Patientenschutz und Versorgungssicherheit | Mecklenburg-Vorpommern: Tiede als Präsidentin bestätigt | Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf | Broschüre für Praxisteams: Keine Angst vor HIV, HBV und HCV | Information der AKZ zur Paracetamol-Verordnung in den USA | InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024 | Neuer proDente Vorstand gewählt | Council of European Dentists: Vollversammlung in Brüssel | EU-Gesundheitskommissar plant Gesundheitspaket
Fremdbesitzverbot: Politik muss handeln – für Patientenschutz und Versorgungssicherheit
Die Spitzenorganisationen der Freien Berufe – Bundesanwaltskammer, Bundessteuerberaterkammer, Bundesärztekammer, Kassenärztliche Bundesvereinigung, Bundeszahnärztekammer, Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung, Bundesingenieurkammer, Bundesarchitektenkammer, Deutscher Steuerberaterverband – sprechen sich klar gegen den wachsenden Einfluss internationaler Finanzinvestoren aus und fordern die Bundesregierung auf, das Fremdbesitzverbot deutlich zu stärken.
Sie haben Anfang Dezember ein gemeinsames Positionspapier vorgelegt. Die Botschaft: Der Einfluss internationaler Finanzinvestoren muss gestoppt werden. Deren Rendite darf nicht über dem Wohl von Patienten, Mandanten, Klienten stehen. Die Unabhängigkeit freier Berufe muss gewahrt, ihre Gemeinwohlverpflichtung gestärkt werden. Dies hat auch der Europäische Gerichtshof in seiner aktuellen Rechtsprechung bestätigt.
Die Organisationen fordern die Bundesregierung auf: „Stärken Sie das Fremdbesitzverbot und verhindern Sie Umgehungen, so wie Sie es in Ihrem Koalitionsvertrag an verschiedenen Stellen bereits betont haben!“
Mecklenburg-Vorpommern: Tiede als Präsidentin bestätigt
Auf der konstituierenden Kammerversammlung der Zahnärztekammer Mecklenburg-Vorpommern am 14. November wurde Stefanie Tiede als Präsidentin wiedergewählt, Vizepräsident wurde Dr. Wolf Henrik Fröhlich.
Verbesserung der Versorgung von Menschen mit Behinderung oder besonderem medizinischen Unterstützungsbedarf
Am 11. November tagte der Beirat der „Bundesinitiative Barrierefreiheit“ des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales zur ”Zahnmedizinischen Versorgung von Menschen mit intellektuellen Beeinträchtigungen”. BMG, BZÄK, KZBV, SOD, BZÖG, RKI und die Beiratsmitglieder diskutierten konkrete Maßnahmen.
Die zahnärztlichen Sachverständigen postulierten, besonderen Präventions- und Therapiebedarf möglichst frühzeitig zu erkennen und gezielte Präventions- und Therapieleistungen zu erbringen, um Behandlungsbedarfe zu reduzieren.
Sie brachten konkrete Maßnahmenvorschläge dafür ein. Viele dieser Punkte sind im Aktionsplan des BMG von 2024 enthalten, bislang jedoch noch ohne Umsetzung:
- Ausweitung der Kooperationsverträge nach § 119b SGB V auf Einrichtungen der Eingliederungshilfe (Behinderteneinrichtungen),
- Einbindung von Zahnärztinnen und Zahnärzten in Medizinische Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB) nach § 119c SGB V,
- Angemessene Vergütung des erhöhten zeitlichen, organisatorischen und personellen Mehraufwands,
- Verbesserung der Versorgung unter Allgemeinanästhesie,
- Verankerung der zahnärztlichen Betreuung von Menschen mit Unterstützungsbedarf in die universitäre Ausbildung.
Broschüre für Praxisteams: Keine Angst vor HIV, HBV und HCV
Bundeszahnärztekammer und Deutsche Aids-Hilfe haben gemeinsam eine Broschüre entwickelt, die sich mit dem Umgang von Patientinnen und Patienten mit blutübertragbaren Viruserkrankungen beschäftigt. Sie richtet sich an das gesamte Praxisteam, da die Praxismitarbeiterinnen und -mitarbeiter häufig die ersten Ansprechpartner sind.
Die Inhalte gibt es als Broschüre unter www.bzaek.de/hiv oder als Video.
Information der AKZ zur Paracetamol-Verordnung in den USA
In den letzten Monaten hat die öffentliche Debatte in den USA um den Wirkstoff Paracetamol für Unsicherheit gesorgt. Die Warnung der US-Regierung, dass eine regelmäßige Paracetamol-Einnahme in der Schwangerschaft ein Risikofaktor für Autismus sei, wird von Fachleuten kritisiert und als wissenschaftlich unbegründet eingestuft.
Nach aktuellem Stand der Forschung gibt es keine belastbare Evidenz für einen klaren Zusammenhang zwischen der Einnahme von Paracetamol in der Schwangerschaft und Autismus oder ADHS. Gerade im Vergleich mit Ibuprofen und Acetylsalicylsäure ist Paracetamol das Analgetikum der Wahl in der Schwangerschaft.
InvestMonitor Zahnarztpraxis 2024
Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hat in Kooperation mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank das zahnärztliche Investitionsverhalten für das Jahr 2024 ausgewertet. Die Einzelpraxisübernahme – die häufigste Form der zahnärztlichen Existenzgründung – belief sich auf 450.000 Euro, einer Zunahme gegenüber 2019 um 27 Prozent. Bei der Einzelpraxisneugründung summierten sich die Investitionen auf 853.000 Euro.
Weitere statistische Maße verdeutlichen die erhebliche Bandbreite der Investitionsvolumina. Die Analyse arbeitet ebenfalls Unterschiede und Gemeinsamkeiten nach Geschlecht, Alter, Standort heraus.
Neuer proDente Vorstand gewählt
Am 19. November wurde Dr. Romy Ermler erneut zur Vorstandsvorsitzenden der Initiative proDente gewählt, bestätigt wurde auch Dr. Markus Heibach als stellvertretender Vorsitzender. Dominik Kruchen wurde ebenfalls als stellvertretender Vorsitzender gewählt.
Council of European Dentists: Vollversammlung in Brüssel
Am 14. November fand die Herbstvollversammlung des Council of European Dentists (CED) in Brüssel statt. Die 53 Delegierten aus den nationalen Mitgliedsverbänden bestätigten Dr. Charlotte Heuzé, Frankreich, Dr. Miguel Pavão, Portugal, und Dr. Katalin Nagy, Ungarn, für eine weitere dreijährige Amtszeit im CED-Vorstand.
Folgende Dokumente wurden verabschiedet:
- Stellungnahme des CED zu Verstößen gegen die medizinische Neutralität und zum Schutz von medizinischem Fachpersonal in Konfliktgebieten
- CED-Weißbuch zum Thema Altern und Mundgesundheit
- Empfehlung des CED zu individuell gefertigtem Sportmundschutz
https://www.cedentists.eu/category/policy/
EU-Gesundheitskommissar plant Gesundheitspaket
Am 16. Dezember wird EU-Gesundheitskommissar Olivér Várhelyi sein Gesundheitspaket vorlegen, das voraussichtlich drei größere Initiativen umfassen wird. Geplant sind ein neuer EU Cardiovascular Health Plan als erste umfassende EU-Strategie gegen Herz-Kreislauf-Erkrankungen, ein erster Biotech Act, der sich auf den Gesundheitsbereich konzentrieren und biotechnologische Innovationen sowie Vereinfachungen vorsehen soll, sowie ein Paket zum Bürokratieabbau, das unter anderem regulatorische Vereinfachungen bei Medizinprodukten und In-vitro-Diagnostika bedeuten soll.