NachrichtFrühjahrsfest der
Zahnärzteschaft in Berlin

Misstrauensbürokratie, Deutsche Pfennige, stillgelegte Approbations-Novelle

Am 07. Mai fand das gemeinsame Frühjahrsfest von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) im Alten Stadthaus in Berlin statt.

BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich verwies in seinem Grußwort auf drei nicht länger hinnehmbare Rückstände:
- die seitens des Gesetzgebers regelmäßig vorgesehene Anpassung der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), welche noch immer mit dem Punktwert von 1988 (11 Deutsche Pfennige) gültig sei und nie angepasst wurde, nunmehr seit über 30 Jahren,
- die verschleppte Novellierung der uralten Approbationsordnung von 1955, die im Bundesrat auf Eis liege,
- das alltägliche Ärgernis der Praxen, die überbordende Bürokratie durch immer umfassendere Auflagen und Einschränkungen, sei eine regelrechte Misstrauensbürokratie.
Zudem betonte er die Chance bei der Reform der Pflegeberufe, die Kompetenzen in der Mundhygiene entscheidend zu verbessern und bat um verbindliche Maßnahmen zur Zuckerreduktion sowie für eine ausgewogene Ernährung, vor allem bei Kindern. Oesterreich warb zudem dafür, bei der Europawahl zu wählen, denn EU-Vorgaben hätten unmittelbare Auswirkungen auf Zahnarztpraxen.

Der Parlamentarische Staatssekretär beim Bundesminister für Gesundheit, Dr. Thomas Gebhart, MdB, dankte in seinem Grußwort der Zahnärzteschaft für ihr ärztliches Engagement. Dies zeigten auch immer wieder Umfragen, wie zufrieden die Patienten seien und wie viel Vertrauen sie in ihre Zahnärzte hätten. Lob gab es zudem für die konstruktive Begleitung beim TSVG seitens der Zahnärzteschaft.
Gebhart sprach außerdem über die Chancen der Digitalisierung. Digitalisierung sei kein Selbstzweck, sie solle Nutzen stiften, Kernstück sei die elektronische Patientenakte. Noch im ersten Halbjahr wolle man ein Digitalisierungsgesetz vorlegen.

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