KlartextKlartext 01/19

Neujahrsempfang der Zahnärzteschaft

Der Neujahrsempfang von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) fand am 29. Januar in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin statt.

In seiner Ansprache verdeutlichte BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel, dass es 2019 viele offen gebliebene gesundheitspolitische Aufgaben gäbe, realistische Lösungsvorschläge aber bereits vorlägen.
So für die mit 64 Jahren das Pensionsalter erreichende Approbationsordnung für Zahnärzte, genauso für die Gebührenordnung für Zahnärzte und den 30 Jahre alten Punktwert, der dringend angehoben gehöre. „An die Adresse der Politik in Bund und Ländern gerichtet kann ich nur sagen: Beide Rechtsrahmen müssen dringend modernisiert werden, wenn wir bleiben wollen, was wir Zahnärzte sind – ein für den Nachwuchs attraktiver und international anerkannter Berufsstand. Unsere Vorschläge dazu sind allseits bekannt“, so Engel.

Engel verwies zudem darauf, dass man kammerseitig nicht grundsätzlich gegen die Gründung von Medizinischen Versorgungszentren sei, diese Art der Berufsausübung komme den Wünschen und Anforderungen vieler Berufskolleginnen und -kollegen entgegen. Zu schaffen machten jedoch Großinvestoren und eine berufsrechtliche Lücke. Der Gesetzgeber müsse sicherstellen, dass für die Berufspflichten aller am Markt tätigen Zahnärztinnen und Zahnärzte eine einheitliche Aufsicht bestehe. Alle Zahnärztinnen und Zahnärzte müssten unabhängig von ihrer persönlichen Anstellungssituation persönliche Verantwortung übernehmen für die Qualität der zahnärztlichen Leistung und für alle Verpflichtungen, die damit verbunden sind. Der Blick nach Europa zeige eindrucksvoll zahlreiche Beispiele dafür, was passiert, wenn Investoren jenseits der Kontrolle im Gesundheitswesen aktiv werden: die Versorgung wird maßgeblich verändert und häufig in ihrer Nachhaltigkeit sehr negativ beeinflusst. Man müsse Fehler nicht wiederholen, so Engel.

Von Laffert bleibt Präsident der Zahnärztekammer Hamburg

Die Delegiertenversammlung der Zahnärztekammer Hamburg hat am 22. Januar Konstantin von Laffert erneut zum Präsidenten gewählt. Als Vizepräsident wurde Dr. Thomas Einfeldt bestätigt.

Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung

Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hat zusammen mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank das zahnärztliche Investitionsverhalten 2017 ausgewertet: Die Übernahme einer Einzelpraxis war mit 66 Prozent die häufigste Form der Existenzgründung, das Finanzierungsvolumen lag bei 367.000 Euro. Für die Neugründung einer Einzelpraxis waren 504.000 Euro notwendig.
27 Prozent der Existenzgründer wählten die Berufsausübungsgemeinschaft, deren Neugründung schlug mit 412.000 Euro zu Buche, die Übernahme mit 342.000 Euro.

Das Finanzierungsvolumen von kieferorthopädischen Fachpraxen lag 44 Prozent über dem der allgemeinzahnärztlichen Praxen, bei Existenzgründungen von oralchirurgischen Praxen sowie von MKG-Fachpraxen sogar 80 Prozent höher. Zum InvestMonitor Zahnarztpraxis

https://www.idz.institute/publikationen

Wegfall des Röntgenpasses

Am 31. Dezember 2018 traten das Strahlenschutzgesetz (StrlSchG) und die neue Strahlenschutzverordnung (StrlSchV) in Kraft.
Die neue Strahlenschutzverordnung ersetzt sowohl die bisherige Strahlenschutzverordnung als auch die Röntgenverordnung. Mehr zu den konkreten Änderungen für die Zahnarztpraxis auf www.zm-online.de

Initiative proDente

Aktuell bietet proDente e.V. ein Pressedossier zum Thema „Aus Angst nicht zum Zahnarzt" mit kostenlosen Bildern, Texten und einem Film.

Pressedossier zum Thema „Aus Angst nicht zum Zahnarzt

proDente informiert Patienten sowie Presse über Zahn- und Mundgesundheit und unterstützt Zahnärzte und -techniker mit Aufklärungsmaterial.

www.prodente.de

Chancengleicher Zugang zur Versorgung nötig – Special Olympics Winterspiele

Vom 21. bis 24. Januar fanden die Special Olympics Winterspiele in Reit im Winkl statt. Bei den 200 freiwilligen Helfern waren auch Zahnärzte mit ihrem Praxispersonal dabei, sie engagierten sich beim Gesundheitsprogramm „Healthy Athletes® für die Sportler mit geistiger oder Mehrfachbehinderung.
Prof. Dr. Christoph Benz, Vizepräsident der BZÄK, appelliert seit Langem an den Gesetzgeber: „Menschen mit Behinderung müssen einen chancengleichen Zugang zur zahnmedizinischen Versorgung haben und brauchen ein systematisches Präventionsmanagement.“

Ausschreibung Hufeland-Preis 2019

Ärzte und Zahnärzte sind aufgerufen, sich mit ihrer Arbeit auf dem Gebiet der Präventivmedizin und/oder Versorgungsforschung bis zum 31. Oktober 2019 für den Hufeland-Preis zu bewerben. Der Preis ist mit 20.000 Euro dotiert.
Teilnahmeberechtigt sind (Zahn-)Ärzte, die im Besitz einer deutschen Approbation sind, ggf. mit maximal zwei Co-Autoren. Die Ausschreibungsunterlagen sind unter  www.hufeland-preis.de hinterlegt.

Träger des „Hufeland-Preises“ sind neben der Stifterin des Preises, der Deutschen Ärzteversicherung AG, die Bundesärztekammer, die Bundeszahnärztekammer und die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V.

IDS 2019: BZÄK-Standprogramm, ZFA, Studenten, Konferenz Hilfsorganisationen

Die Bundeszahnärztekammer ist mit ihren Partnern auf der Internationalen Dental-Schau (IDS) Mitte März vertreten. Am Stand Halle 11.2, Gang O/P, Stand 50/59 wird eine breite Themenpalette rund um Praxis, Politik und Studium angeboten. Der Gemeinschaftsstand schafft kurze Wege und ist als Treffpunkt und Infobörse angelegt.

Standprogramm

Erstmals wurden ZFA-Berufsschüler direkt eingeladen, IDS und BZÄK-Stand kennenzulernen.

Am 23. Januar fand im Vorfeld die Europäische Fachpressekonferenz statt, BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel sprach dort zu Chancen und Risiken der Digitalisierung.

Im Rahmen der IDS wird die BZÄK-Konferenz Hilfsorganisationen durchgeführt, um zahnärztlichen Hilfsprojekten einen persönlichen Austausch zu bieten - am 15. März 2019. Interessierte können sich als Zuhörer bis 01. März anmelden über presse@bzaek.de.

Die 38. Internationale Dental-Schau findet vom 12. - 16. März 2019 in Köln statt. Mit dem Eintrittsticket sind Verkehrsmittel im erweiterten Netz nutzbar.

www.ids-cologne.de

14. Europatag der BZÄK - Europawahl 2019 – Richtungswahl für Europa

Am 10. April findet in Berlin der 14. Europatag der BZÄK statt, der unter dem Vorzeichen der Europawahl Ende Mai stehen wird.

Die Europawahl 2019 ist eine Richtungswahl in Zeiten des Umbruchs. Gleichzeitig hat die Bedeutung der Europäischen Union für den zahnärztlichen Berufsstand weiter zugenommen. Zahlreiche gesundheitspolitische Initiativen der EU und insbesondere die Vorgaben des Gemeinsamen Binnenmarktes, wie beispielsweise die neue EU-Richtlinie für einen Verhältnismäßigkeitstest, berühren die deutschen Heilberufe unmittelbar. Diese Entwicklung wird sich in den kommenden Jahren fortsetzen. Darum diskutiert die BZÄK mit Vertreterinnen und Vertretern mehrerer im Europaparlament vertretenen Parteien über ihre europapolitischen Zielsetzungen in den Bereichen Binnenmarkt und Gesundheit.

Save the Date

EuGH: grünes Licht für Anerkennung Doppelstudium Medizin und Zahnmedizin

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) hat im Dezember entschieden, dass jemand, der in einem EU-Land gleichzeitig Human- und Zahnmedizin studiert hat, europaweit mit beiden Abschlüssen tätig werden darf (Rechtssache C 675/17). Voraussetzung ist, dass Dauer, Niveau und Qualität der Studiengänge jeweils einer Vollzeitausbildung entsprechen.
Im Ausgangsfall hatte ein italienischer Staatsangehöriger ab 2004 in Innsbruck Zahnmedizin, ab 2006 dort auch Humanmedizin studiert und 2013 bzw. 2014 abgeschlossen. Dabei konnte er teilweise Studieninhalte für beide Fächer verwenden. 2013 wurde sein zahnmedizinischer Abschluss in Italien anerkannt, die Anerkennung des medizinischen Abschlusses 2014 jedoch verweigert, da es die EU-Berufsanerkennungsrichtlinie nicht vorsehe, dass eine Person gleichzeitig zwei Ausbildungen absolviere. Die EuGH-Richter teilten diese Ansicht nicht. Entscheidend seien die Mindestanforderungen.

Der Gerichtshof hob hervor, dass es dem EU-Mitgliedstaat, in dem das Studium erfolgt, und nicht dem Aufnahmemitgliedstaat obliege, sicherzustellen, dass Dauer, Niveau und Qualität den europäischen Vorgaben entsprechen:

https://curia.europa.eu/jcms/upload/docs/application/pdf/2018-12/cp180188de.pdf

Rumänien übernimmt EU-Ratsvorsitz

Am 01. Januar hat Rumänien erstmals die Ratspräsidentschaft der Europäischen Union übernommen. Schwerpunkte sind die Überwindung der Unterschiede zwischen den EU-Mitgliedstaaten, der Schutz der Außengrenzen sowie die Stärkung der gemeinsamen Außen- und Sicherheitspolitik. Für den Binnenmarkt spricht sich Rumänien dafür aus, Barrieren für Verbraucher und Unternehmen abzubauen.

Ambitionierter sind die gesundheitspolitischen Ratsempfehlungen, die zur Verhinderung der Verbreitung von Antibiotikaresistenzen angenommen werden. Ferner will man sich den Themen Verbesserung der Impfraten, Zugang zu Arzneimitteln, Patientenmobilität in der EU sowie Digitalisierung im Gesundheitswesen (eHealth) widmen.

Zum Portal der Ratspräsidentschaft

 

 

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