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Themen

Neujahrsempfang der Zahnärzteschaft | Bremen: Menke als Präsident bestätigt| GOZ-Count Up | Zahnarztdichte | Vorkommnisse, unerwünschte Wirkungen, Mängel melden|Hilfsorganisationen: interaktive Weltkarte | 10 Jahre BZÄK-Schirmherrschaft über das HDZ |Pionier der strukturierten Prophylaxe | Save the Date: Europatag der BZÄK | Anhörung zu den Freien Berufen im Europäischen Parlament


Neujahrsempfang der Zahnärzteschaft

Der Neujahrsempfang von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) fand am 28. Januar in der Parlamentarischen Gesellschaft in Berlin statt.
In seiner Ansprache warb BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel um Unterstützung der anwesenden Abgeordneten vor allem bei den Themen, die die Patientenversorgung unmittelbar beeinträchtigten. Engel verwies darauf, dass das deutsche Berufsrecht durch geplante EU-Regelungen zur sogenannten Verhältnismäßigkeitsprüfung zum Schlechteren verändert würde. „Wenn wir nicht hart gegensteuern und alle an einem Strang ziehen, entsteht hier ein gigantisches Bürokratiemonster, das die Selbstverwaltung knebelt“, so Engel.
Der BZÄK-Präsident kritisierte zudem die fortschreitende Kommerzialisierung der Gesundheitsversorgung: „Hier geht es im Kern um einen Zielkonflikt zwischen unserer ärztlichen Berufsethik sowie Berufsordnung und den Rendite-Vorgaben, mit denen Private Equity Gesellschaften Investments im Gesundheitswesen suchen.“ An die MdBs appellierte er, für eine gesetzliche Regelung zu sorgen, die verhindert, dass berufsfremde Investoren Einfluss auf die Behandlung von Patientinnen und Patienten nehmen könnten, und die auch juristische Personen des Privatrechts an die Berufsordnung binde.
Engel betonte zudem, dass der Missbrauch von digitalen Gesundheitsdaten unbedingt verhindert werden müsse.

Erwin Rüddel, MdB, Vorsitzender des Ausschusses für Gesundheit im 19. Deutschen Bundestag, äußerte sich zuversichtlich, dass sich Lösungen zu den angesprochenen Problemen finden ließen. Gesundheitspolitik sei ein dynamischer Prozess, viel stünde dieses Jahr noch an.
In der Digitalisierung habe man 10 Jahre verloren, aber man sei zuversichtlich, dass wir in Deutschland in zwei bis drei Jahren aufgeholt haben werden zu Ländern, die momentan als Vorbild gelten. Zudem stünde ein neues Präventionsgesetz an für eine gute, flächendeckende Versorgung. Hier seien die Zahnärzte Vorbild. Der Paradigmenwechsel „Vorsorgen statt Versorgen“ in der Zahnmedizin habe sich ausgezahlt. Die Zahnmedizin gelte als Orientierungshilfe und Vorbild.
Die Behandlung Pflegebedürftiger und Menschen mit Behinderung bliebe allerdings weiterhin eine Herausforderung und der Behandlungsbedarf würde zukünftig weiter steigen. Hier seien noch mehr niedrigschwellige Leistungen ambulant und stationär nötig.
Was Private Equity Gesellschaften angehe, werde man kontinuierlich beobachten und weiterentwickeln, ein Gutachten wird Klarheit darüber bringen, ob weitere Schritte nötig sein werden.


Bremen: Menke als Präsident bestätigt

Auf der konstituierenden Delegiertenversammlung der Zahnärztekammer Bremen am 08. Januar wurde Dr. Wolfgang Menke als Präsident bestätigt. Erneut zum Vizepräsidenten gewählt wurde Dr. Wolf-Peter Behnke.


GOZ-Count Up

Zeit der Nichtanpassung des Punktwertes der Gebührenordnung für Zahnärzte aktuell: genau 31 Jahre.


Zahnarztdichte

1.144 Einwohner kamen Ende 2018 im Bundesdurchschnitt auf jeden behandelnd tätigen Zahnarzt. Dabei zeigen sich allerdings deutliche Unterschiede zwischen den Regionen: So kamen in Berlin nur 844 Personen auf einen Zahnarzt, im eher ländlich geprägten Saarland ganze 1.421 Personen.

Die zunehmende Konzentration der Zahnärzteschaft in großen Praxen oder Zentren könnte mittelfristig die flächendeckende Versorgung gefährden.


Vorkommnisse, unerwünschte Wirkungen und Mängel melden

Jeder praktizierende Zahnarzt ist verpflichtet, bekannte und nicht bekannte Nebenwirkungen aller von ihm eingesetzten Arzneimittel an die Arzneimittelkommission Zahnärzte (AKZ) zu melden. Zudem ist er verpflichtet, Vorkommnisse mit Medizinprodukten an das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu melden. Meldepflichtig sind jedoch nur Medizinprodukte, die zu schwerwiegender Verletzung oder Tod geführt haben. Diese Vorkommnisse sind sehr selten.
Die AKZ ruft dazu auf, auch andere Mängel, wie z.B. Risse oder Defekte an Schrauben, an sie zu melden. Als Service bietet sie eine Beratung zu festgestellten unerwünschten Wirkungen und Mängeln an zahnärztlichen Medizinprodukten, die nicht unter die Meldepflicht nach § 3 MPSV fallen, an. Die Meldeformulare stehen hier: www.bzaek.de/akz und werden in jeder Ausgabe der Zahnärztlichen Mitteilungen (zm) im Druck angeboten.


Zahnärztliche Hilfsorganisationen: interaktive Weltkarte

Auf der BZÄK-Website können Interessierte ab jetzt auf einer interaktiven Weltkarte gezielt nach Hilfsorganisationen und -projekten suchen. Derzeit sind 70 Organisationen, die Mitglied im BZÄK-Netzwerk zahnärztlicher Hilfsorganisationen sind, aufgeführt: www.bzaek.de/ueber-uns/gesellschaftliche-verantwortung.html


10 Jahre BZÄK-Schirmherrschaft über das HDZ

Seit Januar 2010 hat die BZÄK die Schirmherrschaft über die Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte (HDZ) inne. Die größte zahnärztliche Hilfsorganisation hilft seit über 30 Jahren weltweit in Katastrophen- und Krisengebieten. Sie unterstützt nach Katastrophen, baut und versorgt Heime, Schulen sowie Zahn- und Krankenstationen.
„Wir sind stolz, dass die BZÄK dem HDZ in den vergangenen zehn Jahren bei seinen Projekten Unterstützung geben konnte und auch in Zukunft geben wird. Durch das Hilfswerk kann unser Berufsstand zu Gesundheit und Menschenwürde weltweit beitragen“, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel.
Weitere Informationen und Spendenmöglichkeit:
www.stiftung-hdz.de/


Pionier der strukturierten Prophylaxe

Am 18. Dezember ist Prof. Dr. Per Axelsson, Schweden, gestorben. Er beschäftigte sich bereits ab den 1970er Jahren mit Prävention, als in Deutschland allein die Reparatur von Zahnschäden üblich war. „Mithilfe einer Langzeitstudie zeigte er, dass strukturierte Prophylaxe die Mundgesundheit verbessert und Karies eindämmt. Die beeindruckenden Daten seines Präventionsprogramms legten den Grundstein für die Prävention in Deutschland, mit durchschlagenden Erfolgen“, so Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, BZÄK-Vizepräsident. Mehr: www.zm-online.de


Initiative proDente

Aktuell bietet proDente e.V. zum Thema „Weisheitszähne entfernen? Auf den Einzelfall kommt es an" kostenlose Bilder, Texte und Grafiken (https://t1p.d/mmos) sowie zum Thema „Zahnbürste: Neues Jahr – neue Technik“ (https://t1p.de/v7ns).


Save the Date: Europatag der BZÄK

Am 04. März findet in Brüssel der 15. Europatag der BZÄK statt, der unter dem Vorzeichen der deutschen EU-Ratspräsidentschaft 2020 stehen wird. Mehr Informationen:
www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/eu/europatag2020_save-the-date.pdf


Anhörung zu den Freien Berufen im Europäischen Parlament

Am 08. Januar veranstaltete die Fraktion der Europäischen Volkspartei (EVP) eine Anhörung im Europäischen Parlament zu Freien Berufen. Unter dem Titel „Freie Berufe in Europa - welche Herausforderungen liegen vor uns?“ wurde in zwei Panels vor ca. 100 Teilnehmern diskutiert.
Die Anhörung war vor allem als Signal an die Freien Berufe gedacht. Denn auf europäischer Ebene ist das Modell der Freien Berufe zu wenig bekannt. Die Bedeutung dieser Berufe als Vertrauensdienstleistung mit Gemeinwohlbelang, die nicht mit herkömmlichen gewerblichen Berufen vergleichbar sind, muss im Europäischen Parlament dargestellt werden.
Zum Programm: www.eppgroup.eu/newsroom/events/liberal-professions-in-europe

Zahnärztekammern der Länder