KlartextKlartext 02/21

Themen

BGW: COVID-19 als Berufskrankheit - Zahnmedizin kommt am besten weg | Hygiene: Preise für persönliche Schutzausrüstung bleiben hoch | Meldung eines Corona-Vorfalls in der Zahnarztpraxis | Neu: Hygieneleitfaden 2021| Berlin: Heegewaldt bleibt Präsident | Gedeckelt: Nur 24 Teilnehmer bei Online-Auffrischungskurs gestattet | Daten & Fakten 2021 erschienen | Gebärdensprachenversion des Erklärfilms zur Patientenberatung | Etwa 25.000 Zahnärzte bereits mit eHBA | Neuer Anbieter eZahnarztausweis | #DeutschlandErkenntSepsis | Tag der Zahngesundheit 2021 unter dem Motto „Zündstoff“ | Gefahr Junkfluencer | Am Boys’Day Interesse für ZFA-Ausbildung wecken | Initiative proDente | Save the Date: Europatag der BZÄK | WHO: Resolution zu Mundgesundheit angenommen | Europäische Kommission stellt europäischen Krebsbekämpfungsplan vor


BGW: COVID-19 als Berufskrankheit - Zahnmedizin kommt am besten weg

Die Berufsgenossenschaft für das Gesundheitswesen und die Wohlfahrtspflege (BGW) registrierte für das Jahr 2020 insgesamt 19.774 meldepflichtige Verdachtsanzeigen auf COVID-19 als Berufskrankheit. Die wenigsten davon in der Zahnmedizin, die meisten beim Klinikpersonal.

Insgesamt wurden der BGW bis zum Jahresende 9.005 Verdachtsfälle aus Kliniken gemeldet, 6.819 aus der Pflege, 1.448 aus Beratung und Betreuung, 1.038 aus der Medizin, 480 aus der Kinderbetreuung, 356 aus Beruflicher Rehabilitation und Werkstätten, 281 aus Therapeutischen Praxen, 262 Sonstige und 85 Verdachtsfälle aus der Zahnmedizin.

Es habe sich gezeigt, dass sich mit besseren Schutzmaßnahmen die Zahl der gemeldeten Fälle im Herbst gegenüber dem Beginn der Pandemie trotz der höheren Zahl von Infizierten in der Gesamtbevölkerung reduziert habe, so die BGW. Die Hygienekonzepte in Kliniken, Pflege und Praxen scheinen als Schutz vor einer Corona-Ansteckung weitgehend zu wirken.

Hier kommen die bereits vor Corona sehr hohen Hygienestandards, wie z.B. die intraorale Absaugung mit hoher Durchflussrate, für die Zahnmedizin zum Tragen. Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) verweist zudem auf die umfangreich zusätzlich ergriffenen Maßnahmen zum Patientenmanagement in den Praxen.


Hygiene: Preise für persönliche Schutzausrüstung bleiben hoch

Zahnärzte zahlen für persönliche Schutzausrüstung, die sie für eine sichere Behandlung von Patienten benötigen, nach wie vor deutlich mehr als vor der Corona-Pandemie.

Im aktuellen 1. Quartal 2021 kosten:

  • Mund-Nasenschutz 300 %,
  • Handschuhe 280 %,
  • Desinfektionsmittel 125 % (Q1/ 2020 = 100 %; Quelle: BVD).

Zudem erfolgen die Lieferungen häufig nur in kleinen Mengen, da der Dentalhandel von den Herstellern auch nur in kleinen Mengen beliefert wird.

Insgesamt sind die Kosten für die Praxishygiene aufgrund der Knappheit der Produkte während der Pandemie auf dem Weltmarkt deutlich gestiegen. Eine Normalisierung der Lage ist noch nicht in Sicht, die Beschaffungskosten für den Handel und damit die Einkaufspreise für die Zahnarztpraxen sind weiterhin deutlich höher als vormals.


Meldung eines Corona-Vorfalls in der Zahnarztpraxis

Zahnarztpraxen sollten anonymisiert melden, wenn sie von Covid-19 betroffen waren. Zum Meldezugang gelangen Praxen über ihre (Landes-)Zahnärztekammer.


Neu: Hygieneleitfaden 2021

Ab sofort ist der Hygieneleitfaden 2021 des Deutschen Arbeitskreises für Hygiene in der Zahnmedizin (DAHZ) auf www.bzaek.de und www.dahz.org abrufbar.

Die KRINKO-Empfehlung 2006 „Infektionsprävention in der Zahnheilkunde“ wird nicht mehr aktualisiert. Dies bedeutet, dass bei der Umsetzung, Anwendung und fachlichen Bewertung der Empfehlung die Kollegenschaft gehalten ist, den Abgleich mit dem aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand selbst vorzunehmen. Der DAHZ hat daher gemeinsam mit der Arbeitsgruppe Zahnmedizin der Deutschen Gesellschaft für Krankenhaushygiene (DGKH) den Hygieneleitfaden überarbeitet, der den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand wiederspiegelt.

Kammern und Fachgesellschaften können den Hygieneleitfaden auf ihren Websites einstellen und an ihre Mitglieder weitergeben, wenn der Herausgeber DAHZ benannt wird.


Berlin: Heegewaldt bleibt Präsident

Die konstituierende Delegiertenversammlung der Zahnärztekammer Berlin bestätigte am 11. Februar den bisherigen Präsidenten Dr. Karsten Heegewaldt im Amt. Barbara Plaster wurde als neue Vizepräsidentin gewählt.


Gedeckelt: Nur 24 Teilnehmer bei Online-Auffrischungskurs gestattet

Für das Röntgen in Zahnarztpraxen müssen jährlich mehr als 50.000 in der Zahnheilkunde Tätige ihre Fachkunde bzw. Kenntnisse im Strahlenschutz aktualisieren. Pandemiebedingt können derzeit nur Online-Kurse durchgeführt werden. In einem Rundschreiben wies das Bundesumweltministerium kürzlich darauf hin, dass die Anzahl der Teilnehmer an diesen Kursen auf 24 Personen zu beschränken ist.

Nur ein Bruchteil kann somit die gesetzlich geforderte Aktualisierung online durchführen. Es ist mit einem deutlichen Rückstau bei den Aktualisierungskursen der Fachkunde im Strahlenschutz zu rechnen.

Quelle: BZÄK


Daten & Fakten 2021 erschienen

Die neue Ausgabe der „Daten & Fakten“ von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) ist erschienen. Sie enthält aktuelle Kennzahlen rund um die zahnärztliche Versorgung.

Gesamt-PDF sowie Einzelseiten sind auf der BZÄK-Website abrufbar.


Gebärdensprachenversion des Erklärfilms zur Patientenberatung

Die Patientenbeauftragte der Bundesregierung hat in Zusammenarbeit mit BZÄK und KZBV eine Version in Gebärdensprache des Erklärfilms zur Zahnärztlichen Patientenberatung erstellt. Er kann auf der Seite der Patientenbeauftragten, der Zahnärztlichen Patientenberatung und bei BZÄK und KZBV abgerufen werden.

Die Patientenbeauftragte verweist zudem auf ihrer Website prominent auf die Zahnärztliche Patientenberatung. Dies zeigt die hohe Wertschätzung des neutralen und unabhängigen Beratungsangebots.


Etwa 25.000 Zahnärzte bereits mit eHBA

Etwa 20.000 Zahnärzte besitzen einen eZahnarztausweis, zusammen mit den Besitzern der Vorläuferkarte ZOD sind etwa 25.000 Zahnärzte mit einem eHBA versorgt. Zum 01. Juli 2021 müssen Zahnärzte gegenüber ihrer KZV nachweisen, dass ihre Praxis "ePA-ready" ist. Dazu gehört formal auch ein eZahnarztausweis je Praxis. Die Bundeszahnärztekammer empfiehlt daher, soweit noch nicht vorhanden, schnellstmöglich einen eZahnarztausweis zu bestellen. Für den Bestellvorgang sollten 8 Wochen eingeplant werden.  

www.bzaek.de/recht/telematik.html


Neuer Anbieter eZahnarztausweis

Ende Dezember 2020 hat die BZÄK mit der Firma SHC+Care den vierten und voraussichtlich letzten Anbieter von eZahnarztausweisen zugelassen. Nach den letzten Nachweisen, die gegenüber der gematik notwendig waren, werden seit 02. Februar auch von SHC+Care eZahnarztausweise produziert.


#DeutschlandErkenntSepsis

Mit der Kampagne "Deutschland erkennt Sepsis" wollen das Aktionsbündnis Patientensicherheit APS und seine Partner, darunter auch die BZÄK, über Sepsis aufklären. Durch

Aufklärung soll Awareness für eine oft unerkannte Sepsis geschaffen werden.

www.deutschland-erkennt-sepsis.de


Tag der Zahngesundheit 2021 unter dem Motto „Zündstoff“

Am 25. September ist der Tag der Zahngesundheit. In diesem Jahr steht Parodontitis im Mittelpunkt. Das Motto lautet: „Gesund beginnt im Mund – Zündstoff!“
Parodontitis ist eine Volkskrankheit, die sich oft schleichend und unbemerkt entwickelt.

Weitere Informationen unter:

www.tagderzahngesundheit.de 


Gefahr Junkfluencer

Unternehmen setzen immer mehr auf Influencer, besonders um junge Zielgruppen zu erreichen. Sogenannte Junkfluencer bewerben ungesunde Lebensmittel – mit fatalen Folgen: Schlechte Ernährung ist bei Kindern und Jugendlichen weit verbreitet. Sie essen z.B. doppelt so viel Süßes wie empfohlen. Der Junkfluencer-Report von foodwatch hat auf junge Menschen zugeschnittene Werbestrategien analysiert. Denn klar ist: Eine ausgewogene Ernährung wirkt positiv auf den Körper, das Immunsystem und nicht zuletzt die Mundgesundheit.

Die BZÄK positioniert sich gemeinsam mit anderen medizinischen Fachdisziplinen zu dem Thema Fehlernährung. Ernährung ist ein zentrales Element der Gesundheitsförderung sowie Prävention und bezieht sich nicht nur auf zahnmedizinische Erkrankungen.

Zu den BZÄK-Positionspapieren:

www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Position_Zucker.pdf sowie

www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Position_Ernaehrung.pdf


Am Boys’Day Interesse für ZFA-Ausbildung wecken

Am 22. April ist Boys’Day – Jungen-Zukunftstag.

Er soll bei Schülern Interesse für Arbeitsbereiche wecken, für die sich Jungen selten entscheiden. Dazu zählt auch eine Ausbildung zum Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA).

Informationen und Beteiligungsmöglichkeiten unter:

www.boys-day.de


Initiative proDente

proDente hat aktuell eine Multimedia-Pressemappe zur Wurzelbehandlung veröffentlicht:

https://t1p.de/gwyz  


Save the Date: Europatag der BZÄK

Der 16. Europatag der Bundeszahnärztekammer ist online für den 14. April 2021 geplant. Mehr unter:

www.bzaek.de/ueber-uns/europa-internationales.html


WHO: Resolution zu Mundgesundheit angenommen

Der Exekutivrat der Weltgesundheitsorganisation (WHO) hat Ende Januar eine Resolution zu Mundgesundheit verabschiedet. Darin hält die WHO fest, dass die Zahn- und Mundgesundheit ein wichtiger Bestandteil der Allgemeingesundheit ist. Dementsprechend soll die Mundgesundheit in allgemeine gesundheitspolitische Präventionsstrategien von Ländern integriert und Teil der allgemeinen Gesundheitsversorgung werden.

Es wird erwartet, dass die Weltgesundheitsversammlung im Mai die Resolution offiziell verabschieden wird. Im Nachgang soll ein Arbeitsprogramm mit messbaren Zielen entwickelt werden. Eine Überprüfung ist für 2030 vorgesehen.

https://www.who.int/oral_health/publications/en/


Europäische Kommission stellt europäischen Krebsbekämpfungsplan vor

Die Europäische Kommission hat im Februar den neuen europäischen Krebsbekämpfungsplan vorgestellt, eine ihrer zentralen gesundheitspolitischen Initiativen. Es wird ein umfassendes Konzept von Krebsprävention über die Behandlung bis hin zur Förderung der Lebensqualität von Krebskranken und –überlebenden präsentiert.

Für die Aktionsbereiche werden zahlreiche legislative und nicht-legislative Maßnahmen angekündigt, die über die nächsten Jahre vorgelegt oder umgesetzt werden sollen. Hierzu gehören Reformen der EU-Gesetzgebung zu Lebens-und Genussmitteln wie Tabakprodukten und Alkohol sowie verschärfte Grenzwerte zur Verringerung von Umweltverschmutzung, Schadstoff- und Strahlenbelastung.  Hinzu kommen Vorschläge zur verbesserten Behandlung von Krebserkrankungen und zur Stärkung von Forschung und Innovation. 

Zum Krebsbekämpfungsplan:

https://t1p.de/wszu

Zahnärztekammern der Länder