KlartextKlartext 03/18

Aufwertung der Dentalhygieniker in den Niederlanden – Europäischer Dachverband der Zahnärzte übt Kritik

Der Europäische Dachverband der Zahnärzte, der Council of European Dentists (CED), hat die Entscheidung der niederländischen Regierung scharf kritisiert, Dentalhygieniker (DH) in Holland ab Januar 2020 im Rahmen eines auf maximal fünf Jahre angelegten Versuchs mit mehr Kompetenzen auszustatten. Angesichts erheblicher Unterschiede in der Ausbildung von Zahnärzten und Dentalhygienikern warnte CED-Präsident Marco Landi in einem Schreiben an die niederländische Regierung vor den negativen Folgen der Entscheidung für die Patienten.

Einer Anordnung des niederländischen Gesundheitsministers Bruno Bruins zufolge sollen Dentalhygieniker, die über eine entsprechende Ausbildung verfügen, ab 2020 selbstständig, d.h. ohne Aufsicht und Weisung eines Zahnarztes, Lokalanästhesien verabreichen, primäre Karies behandeln und auf eigene Entscheidung hin Röntgenaufnahmen in Form von Einzel- und Bissflügelaufnahmen anfertigen und beurteilen dürfen.

Hintergrund dieses maximal fünfjährigen Versuchs in den Niederlanden ist der eklatante Zahnarztmangel dort sowie der demografische Wandel.

Mehr zu den Plänen auf der Seite der niederländischen Regierung:  https://www.rijksoverheid.nl


BZÄK jetzt auf Twitter

Seit Anfang März findet man die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) unter dem Namen @bzaek_eV bei Twitter. Auf 280 Zeichen bringt sich die BZÄK in gesundheitspolitische Diskussionen im Netz mit ein. Neue Follower, Mentions und spannende Diskussionen sind willkommen.

Daten & Fakten 2017 veröffentlicht

Im Faltblatt Daten & Fakten werden die wichtigsten Kennzahlen zur zahnärztlichen Versorgung dargestellt. Es wird jährlich aktualisiert gemeinsam von Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) herausgeben. Die aktuelle Ausgabe ist soeben erschienen. Visualisiert sind u. a. der beständige Zuwachs der Zahnarztzahlen, die Verteilung der Zahnärzte nach Regionen und Geschlecht, der Kariesbefall bei Jugendlichen, Parodontitis bei Erwachsenen und Senioren, Bürokratiebelastung der Praxen und weitere Daten.
Die neue Ausgabe steht online – auch in Einzeldateien – unter www.bzaek.de/wir-ueber-uns/daten-und-zahlen.html.

ZZQ Methodenpapier zu Anforderungen an Gesundheitsinformationen


Auf Initiative des Bundesministeriums für Gesundheit (BMG) wurde 2017 die Allianz für Gesundheitskompetenz konstituiert, an der sich Institutionen des Gesundheitswesens – auch BZÄK und KZBV – beteiligen. Ziel ist es, ein sogenanntes Nationales Gesundheitsportal einzurichten, das evidenzbasierte Gesundheitsinformationen öffentlich zugänglich macht.
Das Zentrum Zahnärztliche Qualität (ZZQ) in Trägerschaft von BZÄK und KZBV hat ein entsprechendes Methodenpapier inklusive Checkliste für die zahnmedizinische Versorgung erarbeitet. Es gibt eine strukturierte Handlungshilfe für die Erstellung von evidenzbasierten, patientenorientierten Gesundheitsinformationen der Zahnärzteschaft. Zum Methodenpapier "Anforderungen an evidenzbasierte, patientenorientierte Gesundheitsinformationen": www.zzq-berlin.de/qualitaet.htm bzw. www.bzaek.de/fuer-zahnaerzte/QualitaetsFoerderung.html

IQWiG-Konzeptentwurf zum Nationalen Gesundheitsportal


Die Politik will ein zentrales Internetportal einrichten, das allen Bürgern Wissen zur Gesundheit vermitteln soll. Im Auftrag des BMG hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ein Konzept zum Nationalen Gesundheitsportal entworfen und am 13. Februar veröffentlicht: Zunächst soll eine Suchmaschine auf alle relevanten Informationen der Verbände und Institutionen im Internet verweisen.
Danach sollen sich die an Evidenz orientierten Anbieter von Gesundheitsinformationen freiwillig auf gemeinsame Qualitätsstandards einigen und als „Content-Partner“ ihre Inhalte auf einer kooperativen Plattform bereitstellen.
Die Stellungnahmen von BZÄK und KZBV zum Konzept wurden fristgerecht eingereicht. Ende April wird das IQWiG den Konzeptentwurf an das BMG übergeben.

Die BZÄK sieht das Vorhaben zur Bündelung von Informationen grundsätzlich positiv, weist jedoch kritisch auf das mögliche Monopol des Portalbetreibers und die Einflussnahme durch Kontrollmechanismen sowie übertriebene Methodenanforderungen hin.
Weitere Informationen zum IQWiG-Konzeptentwurf: https://www.iqwig.de

Ratgeber zu Mundgesundheit bei Pflegebedürftigen


Um Angehörige bei der häuslichen Pflege zu unterstützen, hat das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) in Kooperation mit der BZÄK den neuen Ratgeber Mundpflege – Praxistipps für den Pflegealltag erarbeitet.
Aufgrund körperlicher oder kognitiver Beeinträchtigungen bei Pflegebedürftigkeit kann es schwer sein, die tägliche Zahn- oder Prothesenpflege selbstständig zu bewältigen. Etwa 30 Prozent der Pflegebedürftigen brauchen dabei Hilfe. Der Ratgeber bietet pflegenden Angehörigen dafür praktische Tipps, online unter: www.bzaek.de/fuer-medien/broschueren-und-publikationen.html
Printausgaben können beim ZQP, bestellung@zqp.de, bestellt werden.
BZÄK und ZQP haben zudem zwölf kurze Erklärvideos auf YouTube veröffentlicht, die Angehörigen Tipps zur Mund- und Zahnpflege Pflegebedürftiger geben. (Youtube -> BZÄK)

Deutscher Pflegetag

Der Pflegekongress Deutscher Pflegetag fand vom 15. bis 17. März in Berlin statt. Unter dem Motto „Teamarbeit – Pflege interdisziplinär!“ trafen sich rund 10.000 Teilnehmer, um die Zukunft der Pflege zu diskutieren: Pflegefachkräfte sowie Multiplikatoren aus Politik, Wirtschaft, Pflege und Gesellschaft. Bundesgesundheitsminister Jens Spahn sprach sich dafür aus, den Pflegeberuf attraktiver machen. Zudem plädierte er dafür, den Einfluss der Pflegeberufe im Gesundheitswesen zu stärken. Durch Pflegekammern nach dem Vorbild von Ärzten oder Anwälten könnten die Pflegenden mehr Mitsprache erhalten.

BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich diskutierte innerhalb der Podiumsdiskussion zur Stärkung der Selbstverwaltung. Es sei klug, die intrinsische Motivation einer Berufsgruppe zu nutzen, statt auf gesetzliche Schritte zu warten, Kammern seien ein starker Partner. In der Zahnmedizin wären Dank der Kammern klare Regeln definiert. Im Übrigen gäbe es zahlreiche gemeinsame Projekte und Kooperationen der Zahnmedizin mit den Pflegeberufen.

Save the Date: 13. Europatag der Bundeszahnärztekammer


Unter dem Titel „Gesundheit und Binnenmarkt in Europa - Was will die GroKo?“ findet in Berlin am 06. Juni 2018 der 13. Europatag der BZÄK statt. Mit der Veranstaltung möchte die BZÄK den Blick auf die künftige Europapolitik der Bundesregierung werfen. Ein Schwerpunkt soll die für die Zahnärzteschaft wichtige Frage sein, welche grundlegenden Ziele Deutschland in der europäischen Binnenmarkt- und Gesundheitspolitik verfolgen. Die Diskussion wird in zwei Panels geführt werden: Binnenmarktpolitik sowie Gesundheitspolitik.

Initiative proDente

Die Initiative proDente e.V. bietet aktuell die Multimedia-Pressemappe „Tipps für die Zahn-Operation" an unter https://www.prodente.de/presse

proDente informiert Patienten und Presse über Zahn- und Mundgesundheit – und unterstützt Zahnärzte sowie Zahntechniker mit Aufklärungsmaterial. Die BZÄK stellt ihre zahnmedizinische Expertise zur Verfügung.

Verhältnismäßigkeitstest – Gesundheitsberufe herausgehoben

Die Unterhändler von EU-Parlament und bulgarischer EU-Ratspräsidentschaft haben am 20. März in Brüssel eine vorläufige Einigung über den umstrittenen Richtlinienvorschlag zur Prüfung der Verhältnismäßigkeit neuen Berufsrechts erzielt. Der öffentlich nicht zugängliche Kompromisstext muss von den im Rat versammelten Mitgliedstaaten allerdings noch gebilligt werden.

Der Kompromiss sieht vor, dass der Verhältnismäßigkeitstest im Vergleich zum ursprünglichen Kommissionsvorschlag von 2017 im Sinne der regulierten Berufe deutlich entschärft wird. In der bis zuletzt kontrovers diskutierten Frage der Heilberufe konnte ebenfalls eine Einigung gefunden werden. Der Verhandlungsführer des Parlaments, Dr. Andreas Schwab (CDU), hob im Binnenmarktausschuss des Europäischen Parlaments hervor, dass es gelungen sei, eine „besondere Behandlung“ der Gesundheitsberufe festzuschreiben. Im Falle einer Billigung durch den Rat könnte die neue Richtlinie noch vor der Sommerpause in Kraft treten. Die EU-Mitgliedstaaten hätten dann zwei Jahre Zeit, den Verhältnismäßigkeitstest in nationales Recht umzusetzen. Mehr dazu auch unter: ec.europa.eu/germany/news/20180322-verhaeltnismaessigkeitstests_de

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Zahnärztekammern der Länder