KlartextKlartext 04/19

Für eine moderne Zahnmedizin mit hoher Versorgungsqualität
14. Europatag der BZÄK: Politiker, BMWi und BZÄK debattierten im Vorfeld der Europawahl

Am 10. April fand der 14. Europatag der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) in Berlin statt. „Das Thema Europa ist virulenter als viele denken, auch für die Zahnmedizin“, so einleitend BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, „denn EU-Vorgaben, gesundheitspolitische Vorhaben und für den europäischen Binnenmarkt erstellte Auflagen haben auch unmittelbare Auswirkungen auf die Heilberufe und jede Zahnarztpraxis. Nur auf den ersten Blick scheint die EU im zahnärztlichen Praxisalltag weit weg zu sein.“

Ob durch EU-Vorgaben deutsche Standards aufgeweicht werden und welche Zukunft die in Deutschland bewusst regulierten Berufe im europäischen Binnenmarkt haben, diskutierten Politiker mehrerer im Europaparlament vertretener Parteien:
Nach der Impulsdiskussion mit Dr. Heinz Hetmeier, Leiter der Unterabteilung „EU-Mitgliedsstaaten und sonstige europäische Länder, EU Binnenmarkt, Europa 2020“ im Bundeswirtschaftsministerium, stellten sich Norbert Lins (CDU), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Europäischen Parlaments, Gaby Bischoff (SPD), Kandidatin für die Europawahl und ehemalige Präsidentin der Arbeitnehmergruppe im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA), sowie Dr. Wieland Schinnenburg (FDP), Mitglied im Gesundheitsausschuss des Deutschen Bundestages, der Diskussion.
Einig waren sich die Diskutanten bezüglich der bevorstehenden Wahlen für das Europäische Parlament: Es sind Wahlen in Zeiten des Umbruchs und somit Richtungsentscheidungen. Die Europäische Union steht vor vielfältigen Herausforderungen.
„Mit Blick auf die europäische Gesundheitspolitik müssen wir feststellen, dass es in allen EU-Mitgliedstaaten gesundheitspolitische Herausforderungen gibt, die gemeinsam angegangen werden sollten“, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel resümierend. „Gleichwohl gibt es zwischen den nationalen Gesundheitssystemen erhebliche Unterschiede, die europäischen Einheitslösungen entgegenstehen.“

Angesichts der Europawahl hat die BZÄK ihre gesundheitspolitischen Forderungen in einem europapolitischen Positionspapier formuliert: www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b19/europawahl2019-position_bzaek.pdf
Mehr zum BZÄK-Europatag unter: www.bzaek.de/ueber-uns/europa sowie twitter.com/bzaek_eV

Zahnärzte stark in BFB-Gremien vertreten

Die Mitgliederversammlung des Bundesverbandes der Freien Berufe e. V. (BFB) hat am 11. April Präsidium und Vorstand neu gewählt. Die Zahnmedizin ist dort stark vertreten: Prof. Dr. Christoph Benz, BZÄK-Vizepräsident, wurde ebenso wie ZA Thomas Schwierzy, Landesverband der Freien Berufe Brandenburg, als Vorstandsmitglied des BFB gewählt. Dr. Wolfgang Eßer, Vorstandsvorsitzender der KZBV, wurde als Nachfolger von BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel in das BFB-Präsidium gewählt. Engel war eine erneute Kandidatur satzungsrechtlich nicht möglich.
Mehr zur BFB-Wahl unter: www.freie-berufe.de

GOZ-Count Up

Zeit der Nichtanpassung des Punktwertes der Gebührenordnung für Zahnärzte aktuell:
30 Jahre und 3 Monate.

Die Bundeszahnärztekammer erinnert die Verantwortlichen in der Politik an die Notwendigkeit, unter Berücksichtigung der Kostensteigerung im Dienstleistungsbereich seit 1988 eine angemessene Anhebung des Punktwertes auf mindestens 13 Cent vorzunehmen.

BIP in Deutschland würde ohne zahnärztliche Versorgung 46 Milliarden fehlen

Der Einsatz der Zahnmediziner in der Bundesrepublik Deutschland lohnt sich in mehrfacher Hinsicht: Nicht nur weisen deutsche Jugendliche im europäischen Vergleich Spitzenwerte in der Mundgesundheit auf – für jeden im zahnärztlichen System erwirtschafteten Euro entstehen zudem weitere 1,20 Euro in anderen Bereichen. Ohne zahnärztliche Versorgung würde das deutsche Bruttoinlandsprodukt insgesamt um über 46 Mrd. Euro niedriger ausfallen. (Quelle: Statistisches Jahrbuch, Zahnärztliches Satellitenkonto)

Ankündigung Tag der Zahngesundheit 2019

Der Tag der Zahngesundheit 2019 am 25. September steht unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Ich feier’ meine Zähne!“. Wenn aus Kindern Teenager werden, übernehmen sie immer mehr Verantwortung für sich selbst – auch für ihre Gesundheit. Dabei sollen Sie ebenso an ihre Mundgesundheit denken.
www.tagderzahngesundheit.de
Folgen Sie dem TdZ: twitter.com/tdz2509

Initiative proDente

Aktuell bietet proDente e.V. zwei Pressedossiers: „Zahnwurzel behandeln: Zahn erhalten" (https://bit.ly/2Ga2xTl) sowie
„Entzündungen im Mund fördern Volkskrankheiten" (https://bit.ly/2UftObY) mit kostenlosen Bildern, Texten und jeweils einem Film.

Zudem verweist proDente auf zwei kostenlose Bilderbücher zum Thema Zähneputzen: https://bit.ly/2IfZj4i

BZÄK Mitglied bei neu gegründeter Plattform zur Gesundheitspolitik GHHG

Die BZÄK ist seit Anfang des Monats Mitglied in der vom Bundesgesundheitsministerium neu gegründeten Plattform Global Health Hub Germany (GHHG). Dieses Netzwerk soll den Austausch in internationaler Gesundheitspolitik vereinfachen und unterschiedliche Akteure in diesem Politikbereich zusammenbringen. Die aktuellen Schwerpunktthemen sind Prävention von nicht-übertragbaren Krankheiten, der Kampf gegen Antibiotika-Resistenzen sowie die Erforschung von digitalen Lösungen zur Verbesserungen von Gesundheitsdienstleistungen weltweit.
Mehr unter: www.globalhealthhub.de

Startschuss für Europäische Plattform für seltene Krankheiten

Am 28. Februar hat die Europäische Kommission in Brüssel den Startschuss für eine Online-Plattform für seltene Krankheiten gegeben.
Die Plattform soll Daten der auf nationaler Ebene bestehenden Register anonymisiert zusammenführen. Derzeit ist eine Fülle an Daten über Patienten mit seltenen Erkrankungen auf rund 600 Datenbanken über Europa verstreut. Künftig soll es zudem gemeinsame Standards für die Auswertung geben. Wissenschaftler erhoffen sich dadurch neue Ansätze für Erforschung, Diagnose und Behandlung. Die Europäische Union setzt sich seit Jahren für den Kampf gegen seltene Krankheiten ein und finanziert gezielt Forschungsprojekte. Auf EU-Ebene wird eine Krankheit als seltene Krankheit definiert, wenn weniger als eine unter 2000 Personen betroffen ist. https://eu-rd-platform.jrc.ec.europa.eu/

 

 

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