KlartextKlartext 05/18

Digitalisierung, Pflegealltag, wirtschaftliche Realitäten – Frühjahrsfest der Zahnärzteschaft in Berlin

Am 15. Mai fand das gemeinsame Frühjahrsfest von Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) in der Britischen Botschaft in Berlin statt.
BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel erklärte in seinem Grußwort, der technische Fortschritt dürfe nicht fachfremden Digital-Giganten überlassen werden. Alle Akteure im Gesundheitswesen müssten sich auf einheitliche Standards, gemeinsame Maßnahmen und gewünschte Grenzen der fortschreitenden Digitalisierung einigen.
In der Pflege habe die BZÄK Politik und Krankenkassen seit fast 20 Jahren auf den Handlungsbedarf bei der zahnmedizinischen Betreuung hingewiesen – und sich mit zahlreichen Projekten für ein bessere Betreuung und Prävention von Pflegebedürftigen einsetzt. Der BZÄK-Präsident reagierte damit auf unaufrichtige Vorwürfe des Barmer Zahnreports.
Zum Schluss appellierte Engel an den Gesundheitsminister, eine notwendige Anpassung der  Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) an die wirtschaftlichen Realitäten zeitnah anzugehen: ein Tierarzt erhalte für eine Zahnextraktion bei einem Kleintier 12,82 €, eine Zahnärztin für die gleiche Behandlung bei einer Oberstudienrätin 7,88 €.

Der Bundesminister für Gesundheit, Jens Spahn, MdB, verwies auf sein großes Anliegen, die Digitalisierung: Wenn wir jetzt nicht im Bereich der Digitalisierung durchstarteten, täten es andere. Startups aus Großbritannien und anderen Ländern legten vor. Wir hätten die Wahl: gestalten oder erleiden. Er wolle gestalten.
Die im Koalitionsvertrag geplanten Vorhaben im zahnärztlichen Bereich, wie die Mundgesundheit in der Pflege, die Anhebung der Festzuschüsse sowie das digitale Bonusheft seien notwendig. Aber auch die  zahnärztliche Approbationsordnung (ZApprO) liege schon viel zu lange da und warte auf ihre dringende Novellierung, verdeutlichte Spahn.
Ausdrücklich würdigte er die Präventionskonzepte der Zahnärzte, Prävention funktioniere in keinem Bereich des Gesundheitswesens so gut wie in der zahnärztlichen Versorgung.

Dr. Wolfgang Eßer, Vorsitzender des Vorstandes der KZBV, übte in seiner Eröffnungsansprache u.a. Kritik an der aktuellen Ausgestaltung rein zahnärztlicher Medizinischer Versorgungszentren (MVZ). Aufgrund ihrer Sogwirkung in Ballungsgebieten könne es künftig zu Engpässen und Unterversorgungen im ländlichen Raum und in strukturschwachen Gebieten kommen.

Dr. Michael Brandt als Präsident der Zahnärzte in Schleswig-Holstein bestätigt

Die Delegierten der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein wählten am 21. April Dr. Michael Brandt erneut in das Amt des Präsidenten. Bestätigt wurde auch Vizepräsident Dr. Kai Voss.

Aktualisiert: Datenschutzleitfaden für die Praxis-EDV

BZÄK und KZBV haben ihren gemeinsamen „Datenschutz- und Datensicherheitsleitfaden für die Zahnarztpraxis-EDV“ aktualisiert und die Neuerungen bezüglich der europäischen Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) berücksichtigt. Der Leitfaden soll Praxen bei der Erfüllung der neuen Datenschutz-Anforderungen unterstützen. Er bietet einen kompakten Überblick, welche Maßnahmen in der Zahnarztpraxis für den Schutz und die Sicherheit der Patientendaten nötig sind:
www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/za/datenschutzleitfaden.pdf

Informationen über Zahnärztliche Arzneimittel (IZA) 1/2018 zum Download verfügbar  

Die aktualisierte Ausgabe der Informationen über Zahnärztliche Arzneimittel (IZA) steht allen Zahnärzten und Studierenden auf der Internetseite der Bundeszahnärztekammer als PDF oder E-Book zur Verfügung.
In der aktuellen Version wurden unter anderem die Informationen über Triclosan, Zitronensäure und Ciprofloxacin aktualisiert: www.bzaek.de/iza

Anerkennung ausländischer Studienabschlüsse in der Zahnmedizin immer noch unklar

Auch Zahnärzte können  mit ihrem im Ausland erworbenen Berufsabschluss in Deutschland einen Antrag auf Approbation stellen. Die 2014 vom Bund eingeführte „Verordnung zur Durchführung und zum Inhalt von Anpassungsmaßnahmen sowie zur Erteilung und Verlängerung von Berufserlaubnissen in Heilberufen“ gilt jedoch nicht für Zahnärzte: Im Gegensatz zu Ärzten und Apothekern hat es der Gesetzgeber versäumt, bei der zahnärztlichen Berufsanerkennung einheitliche Regelungen bei der Eignungs- und Kenntnisprüfung festzulegen – obwohl diese gesetzlich vorgeschrieben sind. Mit der Novellierung der Approbationsordnung für Zahnärzte sollten die entsprechenden Regeln ursprünglich aufgenommen werden.

Die BZÄK spricht sich deshalb dafür aus, die ZApprO zügig zu verabschieden sowie die Gutachterstelle für Gesundheitsberufe (GfG), deren Pilotphase demnächst endet,  unbefristet zu unterstützen. Sie ist ein wichtiges Instrument bei der Anerkennung von Berufsabschlüssen aus Drittstaaten – und auch für den Patientenschutz elementar. Mehr Infos unter: www.bzaek.de

Mundgesundheit bei den Special Olympics Kiel kontrolliert

Die Special Olympics Kiel 2018, die Nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung, fanden vom 14. bis 18. Mai statt. Die Spiele setzen starke Impulse für die Inklusion. Wichtiger Bestandteil der Großsportveranstaltung ist deren Gesundheitsprogramm  Healthy Athletes® unter Leitung von Dr. Imke Kaschke, bei dem sich die Athleten in sieben Gesundheitsbereichen untersuchen und beraten lassen können. Das Gesundheitsprogramm wurde am 15. Mai in Anwesenheit der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Gesundheit, Sabine Weiss, MdB, eröffnet, die Zahnärzteschaft wurde neben den vielen ehrenamtlichen Helfern durch BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Christoph Benz, Dr. Martina Walther,  Vorstandsmitglied der ZÄK Schleswig-Holstein, Clinical Director Dr. Christoph Hils und seinen Vertreter San.-Rat Dr. Hans Joachim Lellig vertreten. 4.700 ehrenamtliche Screenings wurden insgesamt durchgeführt. Die BZÄK unterstützt seit 2010 als Schirmherrin das zahnärztliche Gesundheitsprogramm Special Smiles.

Forum Zahn- und Mundgesundheit eruiert zahnmedizinische Prävention von Flüchtlingen sowie die Prävention im betrieblichen Umfeld

Vertreter aus Wissenschaft, Fachverbänden, Politik und Wirtschaft finden sich seit 2012 zum „Forum Zahn- und Mundgesundheit“ zusammen, um den Stellenwert der Zahn- und Mundgesundheit in Deutschland zu erhöhen. Auf der Arbeitssitzung des Forums am 16. Mai wurden zwei Themen diskutiert, die Einbeziehung von Flüchtlingen in die zahnmedizinische Prävention sowie das Pilotprojekt der Universität Witten/Herdecke zur Integration von Prävention in das betriebliche Umfeld. Vertreten waren die Schirmherren Sabine Dittmar (SPD), MdB, und Dietrich Monstadt (CDU/CSU), MdB, sowie die Referenten Prof. Dr. Stefan Zimmer, Universität Witten/Herdecke, Prof. Dr. Christian Splieth und Dr. Moutaz Takriti, Universität Greifswald, zudem von der BZÄK Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich und Dr. Sebastian Ziller MPH, sowie Sabine Wegener, Wrigley Oral Healthcare Program Germany. Mehr Informationen zum Forum: www.forumzahnundmundgesundheit.de bzw.  
#forumzahnmundgesundheit

Zehn Jahre BZÄK/BdZM-Kooperation

Seit 2008 besteht die Kooperation zwischen dem Bundesverband der Zahnmedizinstudenten in Deutschland (BdZM) und der BZÄK. In diesen zehn Jahren haben beide Verbände gemeinsam verschiedene Projekte ins Leben gerufen, u.a. www.berufskunde2020.de zur Information über die Freiberuflichkeit.
Die BZÄK unterstützt die angehenden Kolleginnen und Kollegen dabei, sich aktiv in die Bildungs- und Gesundheitspolitik einzubringen, um die Studienbedingungen dem aktuellen (zahn)medizinischen Standard anzupassen. Gemeinsam fordern beide Organisationen seit Jahren die Erneuerung  der Approbationsordnung, die noch auf einer Version von 1955 basiert.

Telematikinfrastruktur bleibt – Konnektoren bleiben wichtig

Gerüchte, das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) würde die elektronische Gesundheitskarte (eGK) sowie die geplante Einführung der Telematikinfrastruktur fallen lassen, dementierte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn erneut auf dem Frühjahrsfest von BZÄK und KZBV. Das BMG halte am Aufbau der Telematikinfrastruktur fest und werbe darum, die flächendeckende Installation der Praxiskomponenten voranzutreiben. Das sichere Gesundheitsnetz stelle die Basis für alle weiteren Digitalisierungsprojekte im Gesundheitswesen dar. Die geplanten medizinischen Anwendungen wie Notfalldatenmanagement, eMedikationsplan oder auch ePatientenakte sollen aber so schnell wie möglich in die Praxis überführt werden.
Auf Patientenseite sollen perspektivisch Lösungen gefunden werden, wie der Patient auch ohne eGK sich z.B. via mobiler Apps Zugang zu seinen Daten verschaffen kann. Dafür notwendige alternative Authentifizierungsmethoden müssen auch hinsichtlich einer adäquaten Sicherheit bewertet werden. Entsprechende Lösungen werden z.B. für den Zugang zum ePatientenfach bei der gematik bereits angedacht.

Aktuelle Ausschreibung: Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen 2019

Um die medizinische Versorgung von Patienten mit seltenen Erkrankungen zu verbessern, schreibt die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung jährlich den Eva Luise Köhler Forschungspreis für Seltene Erkrankungen aus. Die aktuelle Ausschreibungsperiode hat begonnen, die Bewerbungsfrist endet am 15. Juni 2018. Details unter www.elhks.de
Die BZÄK ist Mitglied im Nationalen Aktionsbündnis für Menschen mit Seltenen Erkrankungen (NAMSE) und unterstützt die Aufklärung über seltene zahnmedizinische Erkrankungen.

Aktuelle Ausschreibung: Doktorandenförderung Versorgungsforschung

Das Kuratorium der Stiftung „Hufeland-Preis“ lobt die finanzielle Unterstützung von Dissertationen auf dem Gebiet der Versorgungsforschung aus, zwei Doktorarbeiten werden mit jeweils 5.000 Euro unterstützt. Zur Teilnahme berechtigt sind Doktoranden, die „Dr. med.“ bzw. „Dr. med. dent“ anstreben und die sich in ihrer Arbeit mit Versorgungsforschung befassen.
Bewerbungsfrist ist der 31. Oktober 2018. Kontakt für Rückfragen: Tel.: 0221/14830785, patrick.weidinger@aerzteversicherung.de.  
In der Hufeland-Stiftung sind BZÄK, Bundesärztekammer, die Bundesvereinigung Prävention und Gesundheitsförderung e.V. neben der Stifterin, der Deutschen Ärzteversicherung, vertreten.

13. Europatag der Bundeszahnärztekammer

Europapolitik ist ein Schwerpunkt der neuen Bundesregierung – die BZÄK lädt zur Diskussion mit Abgeordneten des Deutschen Bundestags, Vertretern der Europäischen Kommission und weiteren Spezialisten, um die Auswirkungen in den Bereichen Binnenmarktpolitik sowie Gesundheitspolitik zu debattieren.  Rahmen dafür ist der 13. Europatag der BZÄK am 06. Juni 2018 in Berlin. Weitere Informationen finden Sie hier: www.bzaek.de

Initiative proDente

Die Initiative proDente e.V. informiert monatlich zu Themen der Zahn- und Mundgesundheit. Aktuell bietet sie eine Pressemappe an zum Thema „Fleckige Kinderzähne“, Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) an: www.prodente.de/presse


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