KlartextKlartext 06/16

Für Patienten, Angehörige, Pflegepersonal: Zehn Kurzfilme von BZÄK und ZQP auf YouTube unterstützen pflegende Angehörige bei der Mundpflege

Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) hat in Kooperation mit dem Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) zehn Kurzfilme – Pflegetipps für Angehörige und Pflegepersonal für die Mundpflege von Hochbetagten, Pflegebedürftigen und Menschen mit Behinderung – erstellt.

Die zehn Kurzfilme stehen auf YouTube Patienten, Pflegern, Zahnarztpraxen zur Verfügung. Die Erklärvideos zu Themen wie Mundpflege bei Menschen mit Behinderung, Mundtrockenheit, Prothesenreinigung, Bedeutung der Mundgesundheit für die Allgemeingesundheit, Zahnfleischerkrankungen bemerken, Anwendung von Haftcreme etc. sind bewusst verständlich und kurz gehalten, sie sollen breit aufklären. Denn 1,3 Millionen – etwa die Hälfte der pflegebedürftigen Menschen – werden in Deutschland Zuhause von Familienangehörigen oder nahestehenden Personen gepflegt.

Zahnarztpraxen oder interessierte Einrichtungen sind aufgerufen, die Filme auf ihren Homepages einzubinden, zu verlinken oder zu teilen. Ausdrücklich erwünscht ist es auch, den Hinweis an Patienten weiterzugeben.

Die zehn Kurzfilme finden Sie hier.


Online-Ratgeber: Zahnmedizinische Prävention der frühkindlichen Karies (ECC)

Die Häufigkeit der Milchzahnkaries liegt bei 10 bis 15 Prozent, in sozialen Brennpunkten steigen die Prävalenzen bis auf etwa 40 Prozent. Flankierend zur Umsetzung des ECC-Konzeptes haben Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) gemeinsam einen Online-Ratgeber für die zahnärztliche Praxis zum Thema „Frühkindliche Karies vermeiden“ erarbeitet.

Der Online-Ratgeber steht auf den Websites von BZÄK und KZBV zum kostenfreien Download: www.bzaek.de/ratgeber-ecc

Zahnärztliche Prävention – G-BA verabschiedet Neufassung der Kinder-Richtlinie

Ab dem 01. Juli 2016 werden im „Gelben Heft“ sechs Verweise vom Kinderarzt zum Zahnarzt für die Altersgruppe vom 6. bis 64. Lebensmonat enthalten sein. Bei durchgeführter zahnärztlicher Untersuchung kann die Dokumentation dort erfolgen. Dies ist eine weitere Maßnahme für die Verbesserung der Mundgesundheit in der Prävention und Versorgung von Kleinkindern.

Aufgrund des medizinischen Fortschritts, der teilweise veränderten Prävalenz und Inzidenz von Erkrankungen im Kindesalter sowie der wissenschaftlichen Anforderungen, die an Früherkennungsprogramme gestellt werden, hatte der IKK-Bundesverband eine Überarbeitung der Richtlinie über die Früherkennung von Krankheiten bei Kindern bis zur Vollendung des 6. Lebensjahres (Kinder-Richtlinie) beantragt. Nachdem der G-BA im Sommer 2015 einige Beschlüsse zur Kinder-Richtlinie getroffen hatte, wurden nun die Änderungen zum Kinder-Untersuchungsheft verabschiedet. Darin werden die Untersuchungen U1 bis U9 dokumentiert.

Darüber hinaus setzen sich BZÄK und KZBV beim G-BA für eine weitere Umsetzung des Konzepts zur zahnmedizinischen Prävention bei Kleinkindern „Frühkindliche Karies vermeiden“ ein. Das Konzept sieht u. a. Ergänzungen des Kinder-Untersuchungshefts um zahnmedizinische Untersuchungen vom 6. bis zum 30. Lebensmonat vor.

Neue S2k-Leitlinie „Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne“


Eine neue Leitlinie zur Therapie des dentalen Traumas bleibender Zähne wurde unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK) und der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) von zahlreichen Fachgesellschaften im Rahmen eines Konsensusprozesses entwickelt.
Die Leitlinie betrifft alle Patienten mit unfallbedingten Verletzungen an bleibenden Zähnen und bietet Hilfestellung bei der Erst- und Weiterversorgung dentaler Traumata.

Leitlinie und Methodenreport sind im Portal der AWMF verfügbar:
www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/083-004.html.
Eine Kurzversion ist in den Zahnärztlichen Mitteilungen (zm 11, 01.06.2016) veröffentlicht.

Special Olympics Hannover 2016
 
Aktuell laufen die Special Olympics Hannover 2016, vom 06. bis 10. Juni 2016, die Nationalen Spiele für Menschen mit geistiger Behinderung.

Sie wurden am 06. Juni gemeinsam mit Schirmherrin Daniela Schadt, Botschafter Per Mertesacker und rund 10.000 Gästen feierlich eröffnet. Special Olympics ist die weltweit größte Sportbewegung für Menschen mit geistiger Behinderung. 4.800 Sportler werden in Hannover teilnehmen, 18 Sportarten angeboten. Neben den Wettbewerben umfassen sie auch das Gesundheitsprogramm Healthy Athletes mit seinem zahnmedizinischen Ableger Special Smiles. Ehrenamtliche Helfer aus dem ganzen Bundesgebiet, aktuell ganz besonders aus Niedersachsen, kontrollieren die Mundgesundheit der Athleten und geben Anleitungen zur Mundhygiene.

Die BZÄK unterstützt seit Juni 2010 als Schirmherrin das Programm Special Smiles.

 
Kapitalgesellschaften versus Patienten? 11. Europatag der Bundeszahnärztekammer

Am 01. Juni 2016 fand der 11. Europatag der BZÄK in Berlin statt, in Kooperation mit dem Bundesverband der Freien Berufe (BFB).

Für ein stärkeres Wirtschaftswachstum will die Europäische Kommission berufsrechtliche Vorgaben aufweichen. BZÄK und BFB stießen eine Diskussion über die Tragweite der europäischen Entwicklungen für alle Freien Berufe in Deutschland an. 120 Gäste sowie namhafte Referenten und Impulsgeber aus Bundestag, Europaparlament, Bundesministerien, Europäischer Kommission und Wissenschaft erwogen die Chancen und Risiken. Der Markt der Freien Berufe in Deutschland sei für Kapitalgesellschaften ein anziehender Markt, eine Öffnung könnte vielen (ausländischen) kommerziellen Anbietern dienen, keinesfalls jedoch Patienten und Verbrauchern.

BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel warnte davor, sichere Strukturen zugunsten einmaliger Beschäftigungseffekte zur Disposition zu stellen. Dies sei der beste Patientenschutz. Mehr Infos unter:
www.bzaek.de/wir-ueber-uns/europa.html

EU-Rechtsrahmen für Medizinprodukte: Durchbruch bei den Verhandlungen

Bei der Überarbeitung des EU-Rechtsrahmens für Medizinprodukte konnte am 25. Mai – nach über vier Jahren andauerndem Gesetzgebungsverfahren – ein Kompromiss erzielt werden. Inhaltlich bleibt es im Wesentlichen bei den Vorschlägen der Europäischen Kommission aus 2012. Die neue Verordnung beinhaltet im Interesse der Patientensicherheit strengere Vorgaben für das Inverkehrbringen von Medizinprodukten, gekoppelt mit einer besseren Marktüberwachung nach Einführung sowie neue Vorgaben zur Rückverfolgbarkeit. Es findet jedoch kein grundlegender Systemwechsel statt. Vielmehr bleibt es bei dem Konformitätsverfahren durch sog. benannte Stellen, allerdings künftig unter strengerer Aufsicht der nationalen Behörden.

Die neuen Regeln dürften nach Ansicht der Kritiker in der Praxis nur wenig die Patientensicherheit verbessern, Unternehmen und Verwender von Medizinprodukten im Gegenzug mit neuen bürokratischen Anforderungen belasten. Die neue Verordnung soll nach der Sommerpause offiziell angenommen werden. Drei Jahre nach Veröffentlichung im EU-Amtsblatt wird sie dann in den EU-Mitgliedstaaten unmittelbar gelten.
Mehr dazu unter: www.consilium.europa.eu/de/press/press-releases/2016/05/25-medical-devices/

Konsultation zur berufsrechtlichen Regulierung in den EU-Mitgliedstaaten beginnt

Die Generaldirektion GROW der Europäischen Kommission hat am 19. Mai eine öffentliche Konsultation rund um die berufsrechtliche Regulierung in den EU-Mitgliedstaaten und die Nationalen Aktionspläne (NAP) gestartet, die die Mitgliedstaaten im Zuge des Transparenzprozesses nach Artikel 59 der Berufsanerkennungsrichtlinie bis Anfang 2016 vorlegen mussten.

Bis zum 19. August 2016 kann die Öffentlichkeit über einen elektronischen Fragebogen zu ausgewählten Fragen Stellung nehmen.

Der erste Abschnitt des Fragenkatalogs ermöglicht es, die von den EU-Mitgliedstaaten im Rahmen des Transparenzprozesses erstellten NAP und die darin enthaltenen Reformmaßnahmen bzw. -vorschläge mit Blick auf die regulierten Berufe zu bewerten. Im zweiten Abschnitt geht es um die Regulierung von freiberuflichen Dienstleistungen im Allgemeinen sowie die Frage der Verhältnismäßigkeitsprüfung im Besonderen.
Mehr unter: ec.europa.eu/growth/tools-
databases/newsroom/cf/itemdetail.cfm?item_id=8827&lang=de

 

Druckversion

Zahnärztekammern der Länder