KlartextKlartext 07/19

ZApprO ist durch: Neue zahnärztliche Approbationsordnung auch von Bundesregierung gebilligt

Die Bundesregierung hat auf ihrer Kabinettssitzung am 03. Juli die vom Bundesminister für Gesundheit vorgelegte Verordnung zur Neuregelung der zahnärztlichen Ausbildung in der Fassung des Bundesratsbeschlusses vom 07. Juni zur Kenntnis genommen. Damit steht der Umsetzung nichts mehr im Wege.
Die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) begrüßt, dass die völlig veraltete Approbationsordnung für Zahnärzte (ZApprO) nun endlich modernisiert wird.

Der Bundesrat hat der Verordnung mit der Maßgabe zugestimmt, dass die ursprünglich vorgesehene Angleichung der Studiengänge Medizin und Zahnmedizin im vorklinischen Studienabschnitt wegen der anstehenden Novellierung der Approbationsordnung für Ärzte im Zuge der Umsetzung des „Masterplans Medizinstudium 2020“ zunächst nicht weiter verfolgt wird. Diese Maßgabe wird vom verordnungsgebenden Bundesministerium für Gesundheit mitgetragen.
Die BZÄK und die 17 (Landes-)Zahnärztekammern dringen nun darauf, dass die notwendigen Reformen des ersten Studienabschnitts in den Entwurf für den Masterplan Medizinstudium 2020 aufgenommen werden.

Durch die Reform werden insbesondere die Grundlagen der präventiven und restaurativen Inhalte künftig besser und frühzeitiger in die Ausbildung einbezogen. Durch mehr medizinische Unterrichtsveranstaltungen im klinischen Studienabschnitt der Zahnmedizin sollen Allgemeinerkrankungen künftig besser in der zahnmedizinischen Ausbildung abgebildet werden. Orale Befunde können als Früh-, Leit- und Begleitsymptome Hinweise für Diagnostik und Therapie einer Allgemeinerkrankung geben. Umgekehrt haben allgemeinmedizinische Erkrankungen und deren Therapie Einfluss auf die zahnärztliche Behandlung.
Verbessert wird darüber hinaus die Betreuungsrelation Lehrende zu Studierenden. Gestärkt werden zudem Strahlenschutz und wissenschaftliche Kompetenz.
Zugleich ist mit der Novelle die Gleichwertigkeitsprüfung für ausländische Zahnärzte geklärt worden.

„Die Verabschiedung der neuen Studienordnung war unerlässlich und überfällig. Dass die Aktualisierung der ZApprO nach 64 Jahren nun zeitnah erfolgt, freut uns sehr“, so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel. Die Novelle tritt zum 01. Oktober 2020 in Kraft.  

EuGH kippt Gebührenordnung für Architekten und Ingenieure

Am 04. Juli fällte der Europäische Gerichtshof (EuGH) sein Urteil in dem gegen Deutschland laufenden Vertragsverletzungsverfahren. Gegenstand waren die in der Honorarordnung für Architekten- und Ingenieurleistungen (HOAI) festgelegten Mindest- und Höchstgebühren. Die Richter bestätigten die Rechtsansicht der Europäischen Kommission und gaben der Klage gegen Deutschland statt. Die festen HOAI-Gebühren sind nicht mit den Vorgaben der EU-Dienstleistungsrichtlinie vereinbar, weil sie ausländischen Ingenieuren und Architekten nicht die Möglichkeit gäben, sich über niedrigere Preise auf dem deutschen Markt zu etablieren.
Die BZÄK kritisiert die Entscheidung. „Gebührenordnungen schaffen Transparenz für die Verbraucher und legen offen, mit welchen Kosten bei einem Freiberufler zu rechnen ist. Dies nützt beiden Seiten“ so BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel.

Das Vertragsverletzungsverfahren erstreckt sich nicht auf die Gebührenordnungen der Heilberufe, da der Gesundheitssektor vom Anwendungsbereich der Dienstleistungsrichtlinie ausgenommen ist. Gleichwohl beobachtet die BZÄK dies mit Interesse.

Die Bundesregierung hatte sich für die Beibehaltung der HOAI-Vorschriften ausgesprochen. Der Erhalt sei aus ihrer Sicht und der der Berufsverbände wichtig, da ein Garant für Planungsqualität und Verbraucherschutz.
Zum Urteil: bit.ly/2RVwZGn

Thüringen: Dr. Christian Junge bleibt Kammerpräsident

Die konstituierende Kammerversammlung der Landeszahnärztekammer Thüringen hat am 03. Juli Dr. Christian Junge zum Präsidenten wiedergewählt, ebenfalls bestätigt wurde Vizepräsident Dr. Ralf Kulick.

Saarland: Dr. Lea Laubenthal neue Vorstandsvorsitzende

Für die Ärztekammer des Saarlandes/Abteilung Zahnärzte hat die Vertreterversammlung am 26. Juni den Vorstand gewählt. Neue Vorsitzende ist Dr. Lea Laubenthal. Der bisherige Vorsitzende, San.-Rat Dr. Hans Joachim Lellig, hatte nicht mehr kandidiert. Bestätigt wurde Prof. Dr. Dr. Josef Dumbach als Stellv. Vorsitzender.

GOZ-Count Up

Zeit der Nichtanpassung des Punktwertes der Gebührenordnung für Zahnärzte aktuell:
30 Jahre und 6 Monate.

Unter die längst überfällige Modernisierung der Gebührenordnung fallen eine Neurelationierung der Leistungen untereinander, die Berücksichtigung der allgemeinen Kostensteigerungen sowie der zahnmedizinische Fortschritt.
Die Bundeszahnärztekammer fordert die Politik auf, die notwendigen Anpassungen endlich wie gesetzlich geregelt anzugehen.

Benchmarking

Die Zahnmedizin hat sich in den vergangenen zwei Jahrzehnten gut aufgestellt, eigene Schwachstellen analysiert und konsequent angegangen, stetig dazugelernt.
Jetzt zeigen sich die Früchte der Anstrengungen:
30 Prozent weniger Karies bei Erwachsenen (als noch 1997),
81 Prozent der 12-Jährigen sind heute völlig kariesfrei!
Die Patientenzufriedenheit mit dem eigenen Zahnarzt liegt bei 91 Prozent.

(Quelle: DMS V, BZÄK Qualitätsreport II )

Koordinierungskonferenz Alters- und Behindertenzahnheilkunde sowie Präventive Zahnheilkunde

Die Referenten für Alters- und Behindertenzahnheilkunde sowie für Präventive Zahnheilkunde der (Landes-)Zahnärztekammern trafen sich am 14. Juni. Diskutiert wurde u.a. über Spezifika der zahnärztlichen Behandlung von Menschen mit Behinderung, hier sei gesundheitspolitische Unterstützung nötig.
Weiterhin über die Entwicklung eines Expertenstandards zur Erhaltung und Förderung der Mundgesundheit in der Pflege, die ambulante zahnärztliche Betreuung von Pflegebedürftigen und Senioren sowie über Erfahrungen seit Einführung des Präventionsmanagements gem. §22a SGB V. Um diese stark wachsende Bevölkerungsgruppe adäquat versorgen zu können, müssten die Rahmenbedingungen nachjustiert werden.

Aus den Ländern gab es Berichte u.a. zu Medizinischen Behandlungszentren für Erwachsene mit geistiger Behinderung oder schweren Mehrfachbehinderungen (MZEB). Die Koordinierungskonferenz verabschiedete zudem die aktualisierten „Rahmenempfehlungen der Bundeszahnärztekammer zur Umsetzung Zahnärztlicher Kinderpässe“.

Bürokratie: Abbauvorschläge – Step 1

Übermäßige Bürokratie belastet die (Zahn)arztpraxen in Deutschland und verschlingt zu viele Patientenstunden. Die BZÄK fordert seit langem einen Rückbau und hat verzichtbare Bürokratielasten identifiziert. In ihrem Beschluss „Bürokratieabbau jetzt“ von 2018 wurden konkrete Forderungen benannt. Einer der Punkte des 2019er BZÄK-Beschlusses zum Thema wurde nun durch das Zweite Datenschutzanpassungsgesetz erfüllt: Die Pflicht zur Benennung eines Datenschutzbeauftragten besteht demnächst nur noch ab einer Praxisgröße von 20 Mitarbeitern statt bislang 10. Die BZÄK begrüßt diesen Rückbau und die zügige Entscheidung.

„Weitere Forderungen aus den Bereichen Strahlenschutz, Medizinprodukte, Arbeitsrecht könnten ebenfalls rasch und ohne Verluste oder Kollateralschäden umgesetzt werden“, so Prof. Dr. Christoph Benz, BZÄK-Vizepräsident. Die drei zuständigen Bundesministerien, die gesundheitspolitischen Sprecher der Fraktionen, die Gesundheitsministerkonferenz, der Normenkontrollrat und das Bundeskanzleramt erhalten die konstruktiven Vorschläge der BZÄK im Rahmen des Bürokratieentlastungsgesetzes III (BEG III).

Nachwuchs für die Selbstverwaltung
AS Akademie: Anmeldungen möglich

Am 05. März 2020 startet der 11. Fortbildungsgang der Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement (AS). Die Anmeldung ist bis Ende September 2019 möglich.

Seit knapp 20 Jahren gibt es das berufsbegleitende Fortbildungsangebot für Zahnärztinnen und Zahnärzte, die an Berufspolitik und Selbstverwaltung interessiert sind. Neben der politischen Fortbildung erhalten sie auch das Rüstzeug für betriebswirtschaftliches Praxis-Management.
Anmeldung und weitere Informationen:
www.zahnaerzte-akademie-as.de

Initiative proDente

Aktuell bietet proDente e.V. Informationen zum Thema „Zahnunfall“ (bit.ly/2FNd9bw) sowie Tipps zur „Zahngesunden Schultüte zum Schulanfang“ (bit.ly/2XgObHq)

Deutscher Zahnärztetag 2019

Die Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer im Rahmen des Deutschen Zahnärztetags 2019 findet am 15./16. November in Berlin statt. Der wissenschaftliche Kongress findet am 08./09. November in Frankfurt am Main statt.

 

Zahnärztekammern der Länder