KlartextKlartext 09/16

BZÄK-Memorandum zur Aus- und Fortbildung des zahnärztlichen Praxispersonals in Deutschland

Wie schafft man attraktive Rahmenbedingungen für das zahnärztliche Praxispersonal? Ist eine Akademisierung der Dentalhygienikerin (DH) sinnvoll? Wo liegen die Grenzen zwischen Substitution und Delegation? Mit diesen Fragen befasste sich der Vorstand der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) auf seiner Klausurtagung 2016. Als Arbeitsergebnis hat der Vorstand nun ein Memorandum zu den Themen Aus- und Fortbildung der Zahnmedizinischen Fachangestellten (ZFA) sowie Delegation unter dem Titel „Die Zahnärztekammern stärken die Attraktivität des Berufsbildes der ZFA“ verabschiedet.

Die berufspolitischen Kernaussagen sind:
•    Die Ausbildungsordnung für ZFA soll zeitnah novelliert werden.
•    Mit den derzeitigen Aufstiegsfortbildungen sowie den Regelungen des Zahnheilkundegesetzes kann der Bedarf an delegierbaren Präventionsleistungen in der Zahnarztpraxis (einschließlich im Bereich der Pflege und der PAR-Behandlung) abgedeckt werden.
•    Eine Akademisierung der DH löst kein Fachkräfteproblem. Neben der etablierten ZFA soll kein weiteres, eigenständiges Berufsbild Dentalhygiene geschaffen werden.
•    Eine Ausweitung der derzeitigen Delegationsmöglichkeiten an Praxispersonal ist nicht notwendig, eine Verschiebung der im Zahnheilkundegesetz definierten Grenzen zwischen Substitution und Delegation wird abgelehnt.
•    Das duale System der beruflichen Ausbildung in Deutschland, welches auch international Vorbildcharakter besitzt, soll nicht zu Gunsten der akademischen Bildung vernachlässigt werden.
•    Das erfolgreiche, praxisorientierte Aufstiegsfortbildungsmodell für nicht-zahnärztliches Assistenzpersonal soll im Aufgabengebiet der Zahnärztekammern, gem. § 54 Berufsbildungsgesetz (BBiG), gesundheitspolitisch gefördert und unterstützt werden („Fortbildung ist Ländersache“).

Das Memorandum ist abrufbar unter: www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/1609_ZFA_Qualifizierung_Memorandum.pdf


Service für Praxen und Patienten – Kopiervorlage Erklärfilme


Die BZÄK und das Zentrum für Qualität in der Pflege (ZQP) haben zwölf Erklärvideos auf YouTube veröffentlicht, die Angehörigen Tipps zur Mund- und Zahnpflege Pflegebedürftiger geben. Die Filme werden als sehr hilfreich zurückgemeldet.

Als ergänzenden Service hat die BZÄK Kopiervorlagen erstellt, die leicht auf einem Praxisdrucker ausdruckbar sind.
So können Praxen ihren Patienten den Hinweis auf die Filme mitgeben.
Zur Vorlage:
www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/bzaek_filmkaertchen__praxisausdruck.pdf


Pressekonferenz zum Tag der Zahngesundheit 2016

Der 25. September ist der Tag der Zahngesundheit. 2016 stand er unter dem Motto „Gesund beginnt im Mund – Fakten gegen Mythen“. Die Zentrale Auftaktpressekonferenz fand am 20. September in Berlin statt.
Fakten aus der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) stellte Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, BZÄK-Vizepräsident, vor.
Zahnärzte seien in der Prävention erfolgreich, das sei valide belegt.
Prof. Dr. Stefan Zimmer, Leiter Department Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde, Universität Witten/Herdecke, räumte mit Mythen zur Mundgesundheit auf. Auf gängige Vorurteile, mit denen sich Krankenkassen konfrontiert sehen, verwies Dr. Michael Kleinebrinker, Referatsleiter Zahnärzte, GKV Spitzenverband.
Alle Infos unter www.tagderzahngesundheit.de
 
Deutscher Zahnärztetag 2016: Studententag und Zukunftskongress Beruf & Familie

Der Studententag findet im Rahmen des wissenschaftlichen Teils des Deutschen Zahnärztetags, am 12. November 2016, 10 bis 17 Uhr, in Frankfurt am Main statt. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Famulatur und Auslandseinsatz – Herausforderungen, Möglichkeiten und Realität“. Zum Programm: www.dtzt.de/studententag.php

Der 3. Zukunftskongress Beruf und Familie „Start Up - Praxis und Familiengründung“ findet am 12. November 2016, 14 bis 18 Uhr, im Maritim Hotel Frankfurt Messe statt. Zum Programm: www.zukunftskongress-beruf-familie.de

Der Standespolitische Teil des Deutschen Zahnärztetags findet vom 17. bis 19. November 2016 in Berlin statt, der Wissenschaftliche Kongress vom 10. bis 12. November in Frankfurt am Main.
Details zum Programm unter: www.bzaek.de/deutscher-zahnaerztetag.html.


Europäisches Parlament setzt Beratungen über EU-Quecksilberverordnung fort

Im Europäischen Parlament wurden die Beratungen über die neue EU-Quecksilberverordnung fortgesetzt. Im federführenden Ausschuss für Umwelt und Volksgesundheit (ENVI) zeichnet sich eine kontroverse Diskussion ab. 342 Änderungsanträge wurden eingereicht. Mit Blick auf die Nutzung von Amalgam setzen sich viele Abgeordnete für ein schärferes Vorgehen ein, als von der Europäischen Kommission vorgeschlagen. In der Diskussion steht über die verbindliche Einführung von Amalgamabscheidern hinaus ein Verbot des Werkstoffs für schwangere und stillende Frauen sowie Milchzähne. Offen ist, ob ein Antrag die Mehrheit im Parlament finden wird, wonach Amalgam bis 2021 gänzlich verboten werden soll und nur ausnahmsweise, in medizinisch begründeten Fällen, erlaubt ist. Die Abstimmung im ENVI ist für Mitte Oktober vorgesehen.

Der von der Europäischen Kommission vorgestellte Gesetzesentwurf für eine neue EU-Quecksilberverordnung sieht aus Gründen des Umweltschutzes unter anderem vor, dass ab 01. Januar 2019 EU-weit Dentalamalgam nur noch in verkapselter Form verwendet werden darf. Zudem müssen zahnmedizinische Einrichtungen in der EU verpflichtend mit Amalgamabscheidern ausgestattet sein. Während in Deutschland Amalgamabscheider seit langer Zeit gesetzlich vorgeschrieben sind, gibt es in neun EU-Mitgliedstaaten keine gesetzliche Pflicht dafür. Die Kommission schätzt, dass derzeit ein Viertel aller Zahnarztpraxen in der EU über keinen Amalgamabscheider verfügt.


Definition von „Oral Health“, Stellungnahmen und Wahlen auf dem 104. FDI-Weltkongress

Vom 05. bis 10. Oktober fand der Weltkongress der World Dental Federation (FDI) in Posen statt. Dort wurden u. a. acht (gesundheits-) politische Stellungnahmen verabschiedet:
•    Wasserführende Dentalsysteme und mikrobielle Kontamination
•    Minimal-invasive Zahnheilkunde (MID) bei der Behandlung von Zahnkaries
•    Partnerschaft für eine bessere Gesundheit – Die Zahnarzt-Patienten-Beziehung
•    Prävention oraler Erkrankungen
•    Evidenzbasierte Zahnmedizin (EbZ)
•    Graumarktprodukte und nicht konforme Dentalprodukte
•    Sport-Zahnmedizin
•    Mundgesundheit und Zahnversorgung für Menschen mit Behinderung.

Die Vertreter der ca. 200 Zahnärzteverbände nahmen zudem eine neue Definition zur Mundgesundheit an. Mundgesundheit sei demnach ein wichtiger Bestandteil von Gesundheit, vom physischen und psychischen Wohlbefinden, und trage wesentlich zur Lebensqualität bei. Die Definition ist das Ergebnis eines breit aufgestellten Konsensus-Prozesses, an dem zahnärztliche und wissenschaftliche Experten, Verbände, der öffentliche Gesundheitsdienst sowie Vertreter von Regierungen und der Industrie beteiligt waren.

Bei den Wahlen zu den verschiedenen FDI-Ausschüssen wurde Dr. Michael Sereny, Niedersachsen, für eine zweite Amtszeit in das FDI-Dental Practice Committee gewählt, er ist nunmehr Vorsitzender dieses Komitees. Dr. Jürgen Fedderwitz, KZBV, wurde für eine zweite Amtszeit in das FDI-Education Committee gewählt. In das FDI-Council (Präsidium) wurden Dr. Kathy Roth, USA, Prof. Ihsane Benyahya, Marokko, und Prof. Dr. Nick Sharkov, Bulgarien, gewählt.

   
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Zahnärztekammern der Länder