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Neu: Broschüre „Rechtsgrundlagen für die Zahnarztpraxis – Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen“

In der Reihe erscheinender Aufsätze zum Berufsrecht der Zahnärzte und der sozialrechtlichen Pflichten als Vertragszahnarzt werden ausgewählte Einzelfragen des zahnärztlichen Alltags rechtlich beleuchtet.

Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) haben nun eine weitere Online-Broschüre auf ihren Homepages veröffentlicht. In der Broschüre werden die neuen Strafrechtsnormen der Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen vorgestellt, analysiert und anhand von Fallbeispielen erläutert. Denn innerhalb der neuen Strafnormen ist zurzeit eine Grenzziehung zwischen erlaubtem und strafrechtlich verbotenem Tun nicht immer ohne weiteres möglich. Die Schriftenreihe „Rechtsgrundlagen für die Zahnarztpraxis" möchte Antworten geben und helfen, Verunsicherungen abzubauen.

Zur Broschüre „Rechtsgrundlagen und Hinweise für die Zahnarztpraxis - Bestechlichkeit und Bestechung im Gesundheitswesen“:
www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b/Bestechlichkeit_Bestechung_Gesundheitswesen.pdf

Qualitätssicherungskonferenz des G-BA

Von anderen lernen, um kritische Ereignisse in der Zahnarztpraxis zu vermeiden, ist die Intention des von BZÄK und KZBV im Januar 2016 gestarteten Berichts- und Lernsystems „CIRS dent - Jeder Zahn zählt!“. Auf der 8. Qualitätssicherungskonferenz des Gemeinsamen Bundesausschusses (G-BA), die am 28. und 29. September in Berlin stattfand, wurde das Berichts- und Lernsystem der Fachöffentlichkeit vorgestellt.

Mit mehr als 500 Teilnehmern ist die jährliche Qualitätskonferenz des G-BA eine zentrale Informations- und Austauschplattform für aktuelle Themen rund um die stationäre und ambulante Qualitätssicherung. Im Fokus der Konferenz standen u. a. die neue Leitlinien-Initiative „Gemeinsam Klug Entscheiden“ der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF) und eine erste Zwischenbilanz des Instituts für Qualitätssicherung und Transparenz im Gesundheitswesen (IQTIG).

Ein Mustervortrag zum Berichts- und Lernsystem „CIRS dent - Jeder Zahn zählt!“ kann über die Abteilung Versorgung und Qualität der BZÄK angefordert werden. BZÄK und KZBV haben zudem ein Faltblatt entwickelt, das alle wesentlichen Informationen über das System zusammenfasst: www.bzaek.de/fileadmin/PDFs/b16/infoflyer_cirsdent_jzz.pdf

Prof. Dr. Andreas Schulte mit Tholuck-Medaille 2016 ausgezeichnet

Prof. Dr. Andreas Schulte, Lehrstuhlinhaber für den bundesweit ersten Lehrstuhl für behindertenorientierte Zahnmedizin in Deutschland an der Universität Witten/Herdecke, wurde am 07. Oktober im Kloster Irsee die Tholuck-Medaille 2016 des Vereins für Zahnhygiene (VfZ) verliehen. Schulte wurde für sein Engagement auf dem Gebiet der zahngesundheitlichen Prävention und Aufklärung, speziell für Menschen mit Behinderung, ausgezeichnet.


Kinderschutz-Hotline für Ärzte geplant


24 Stunden – 7 Tage die Woche soll es künftig eine „Medizinische Kinderschutz-Hotline“ geben, darauf verweist das Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. An diese zentrale, kostenfreie Beratungsnummer können sich dann alle Ärzte wenden, wenn sie in ihrem Arbeitsalltag auf Verdachtsfälle von Kindeswohlgefährdung stoßen. Experten beraten die Kollegen in medizinischen Not- und Akutsituationen in Kliniken und Praxen.

Das Projekt „Medizinische Kinderschutz-Hotline“ startete im Oktober 2016 und soll voraussichtlich ab April 2017 für Mediziner im Pilotbetrieb zur Verfügung stehen.

Deutscher Zahnärztetag 2016

Der Standespolitische Teil des Deutschen Zahnärztetags findet vom 17. bis 19. November 2016 in Berlin statt, der Wissenschaftliche Kongress vom 10. bis 12. November in Frankfurt am Main. Details zum Programm unter: www.bzaek.de/deutscher-zahnaerztetag.html

Der Studententag wird im Rahmen des wissenschaftlichen Teils des Deutschen Zahnärztetags, am 12. November 2016, 10 bis 17 Uhr, in Frankfurt am Main durchgeführt. Die Veranstaltung steht unter dem Titel „Famulatur und Auslandseinsatz – Herausforderungen, Möglichkeiten und Realität“. Zum Programm: www.dtzt.de/studententag.php

Der 3. Zukunftskongress Beruf und Familie „Start Up - Praxis und Familiengründung“ findet am 12. November 2016, 14 bis 18 Uhr, im Maritim Hotel Frankfurt Messe statt. Zum Programm: www.zukunftskongress-beruf-familie.de

Ausschuss für Umwelt und Volksgesundheit des Europäischen Parlaments stimmt für “Phase-out“ von Amalgam bis Ende 2022

Im Ausschuss für Umwelt und Volksgesundheit (ENVI) des Europäischen Parlaments (EP) fand am 13. Oktober die Abstimmung über die geplante EU-Quecksilberverordnung statt. Dabei wurde mit großer Mehrheit ein Kompromissantrag zur künftigen Nutzung von Dentalamalgam angenommen. Dieser sieht neben der verbindlichen Einführung von Amalgam-abscheidern und der alleinigen Nutzung von verkapseltem Amalgam auch ein Verbot der Verwendung von Amalgam bei schwangeren und stillenden Frauen sowie bei Milchzähnen vor. Darüber hinaus fordert der Ausschuss ein schrittweises Auslaufen („phase-out“) von Amalgam bis Ende 2022. Über dieses Datum hinaus soll der Werkstoff nur noch in medizinisch zwingend indizierten Ausnahmefällen genutzt werden. Damit geht der ENVI deutlich über die Vorgaben der Minamata-Konvention hinaus, die lediglich eine Reduzierung der Amalgamnutzung („phase-down“) vorsieht.

Der CED und die BZÄK hatten im Vorfeld ihre Kritikpunkte an einem „phase-out“ gegenüber den ENVI-Mitgliedern geäußert.

Der Gesetzgebungsprozess ist noch nicht abgeschlossen. Parallel zum EP finden Beratungen auf Ratsebene statt. Dort gibt es derzeit keine Mehrheit für ein “phase-out“ von Amalgam. Nach dem Wunsch des ENVI sollen bald sog. Trilogverhandlungen mit Rat und Europäischer Kommission beginnen, um das Gesetzgebungsverfahren rasch abzuschließen. Offen ist, ob die im Rat versammelten EU-Mitgliedstaaten diesem Ansinnen folgen werden.

Während in Deutschland Amalgamabscheider seit langer Zeit gesetzlich vorgeschrieben sind, gibt es in neun EU-Mitgliedstaaten keine gesetzliche Pflicht dafür. Die Kommission schätzt, dass derzeit ein Viertel aller Zahnarztpraxen in der EU über keinen Amalgamabscheider verfügt.

Zahnärztekammern der Länder