KlartextKlartext 12/16

Approbationsordnung Zahnmedizin: Stellungnahme zum Referentenentwurf

In einer gemeinsamen Stellungnahme haben sich Bundeszahnärztekammer (BZÄK), Deutsche Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK), Vereinigung der Hochschullehrer für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (VHZMK) und Kassenzahnärztliche Bundesvereinigung (KZBV) zum Referentenentwurf für eine neue Approbationsordnung Zahnmedizin positioniert. Die Reform wird ausdrücklich begrüßt, in einigen Bereichen ist jedoch noch eine Überarbeitung notwendig. Das betrifft insbesondere die Betreuungsrelation im Hinblick auf Kostenneutralität sowie die zahntechnischen Inhalte in der Vorklinik.

BZÄK, VHZMK, DGZMK und KZBV begrüßen ausdrücklich die im Referentenentwurf vorgenommenen, übergeordneten Reformelemente für das Zahnmedizinstudium. Zudem befürworten die Verbände, dass mit dem Entwurf der neuen Approbationsordnung klare Regelungen zur Eignungs- und Kenntnisprüfung und zur Erteilung der vorläufigen Berufserlaubnis vorliegen. Das komme einer seit langem erhobenen Forderung des zahnärztlichen Berufsstandes nach.
Bei den zahntechnischen Lehrinhalten weisen die stellungnehmenden Organisationen darauf hin, dass die zahntechnische Ausbildung im Studium wichtig sei, denn der Zahnarzt hafte für den Zahnersatz. Daher sei es unumgänglich, dass eine zahntechnische Ausbildung ihm eine fundierte Einschätzung bis zur eigenen Herstellung ermögliche, so dass er seiner Verantwortung gerecht werden kann. Die Verbände beziehen sich hier auf die bereits fixierten Inhalte des nationalen kompetenzbasierten Lernzielkataloges für Zahnmedizin (NKLZ).
Dass eine erhöhte Betreuungsrelation budgetneutral und gleichzeitig für die Ausbildung qualitätsfördernd sein soll, halten die vier Organisationen für nicht realistisch. Sie sollte auf jeden Fall mit einer Verbesserung der Personalausstattung an den Universitäten einhergehen.

Das BMG hat bzw. wird insgesamt drei Anhörungen im Dezember 2016 durchführen: Am 9. Dezember eine Anhörung der Gesundheitsberufe, am 12. Dezember eine Anhörung der Bundesländer und am 16. Dezember die Anhörung der betroffenen Ministerien auf Bundesebene. Der Präsident der BZÄK, Dr. Peter Engel, machte am 9. Dezember v.a. deutlich, dass das Praxislabor nicht zur Disposition gestellt werden dürfe. Die Bundesländer seien zudem aufgefordert, entsprechende finanzielle Mittel in die Hand zu nehmen, damit die neue Approbationsordnung für Zahnärzte nicht auf der Zielgeraden scheitere.

Der weitere, ambitionierte Zeitplan sieht bislang einen überarbeiteten Referentenentwurf im Anschluss an die Anhörungen vor, der dann erneut zur Abstimmung in die Ressorts gehen soll. Bis Ende Januar 2017 könnte dieser Prozess abgeschlossen sein, sodass dann die Übermittlung an den Bundesrat erfolgen könnte. Der Bundesrat plant zum jetzigen Zeitpunkt eine Verabschiedung am 31. März 2017.

Wichtig: Änderung des Meldeverfahrens zu Vorkommnissen mit Medizinprodukten – direkte elektronische Meldung an das BfArM

Alle Anwender und Betreiber von Medizinprodukten sind verpflichtet, Vorkommnisse dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) zu melden (§ 3 Medizinprodukte-Sicherheitsplanverordnung).

Die Verpflichtung galt bisher für Zahnärzte erfüllt, wenn die Meldung an die Arzneimittelkommission Zahnärzte (AKZ) erfolgte. Mit Inkrafttreten einer Gesetzesänderung am 01. Januar 2017 entfällt dieser Meldeweg. Ab dann sind alle Angehörigen der Heilberufe verpflichtet, Vorkommnisse direkt elektronisch an das BfArM zu melden.

Deshalb sollte jeder Kollege über Meldepflicht und Meldeweg informiert sein und für ein unverzügliches Handeln der Link zur elektronischen Meldung in jeder Praxis, z.B. im QM-System, hinterlegt werden: www.bfarm.de/DE/Service/Formulare/functions/Medizinprodukte/_node.html

Die Arzneimittelkommission der BZÄK ist vom Vorstand beauftragt worden, Meldungen von Zahnärzten zu Vorkommnissen, die nicht der Meldepflicht nach § 3 der Verordnung unterliegen, durch ein vereinfachtes Formular zu erfassen, auszuwerten und wenn gewünscht die Meldenden zu beraten.

Broschüre für das Praxisteam "Keine Angst vor HIV, HBV und HCV!"

Bundeszahnärztekammer und die Deutsche AIDS-Hilfe (DAH) haben anlässlich des Welt-AIDS-Tages gemeinsam eine Broschüre veröffentlicht, die Informationen sowie Antworten auf häufig gestellte Fragen zu den Ansteckungsrisiken von HIV, HBV und HCV gibt. Die Broschüre richtet sich primär an das Praxisteam, denn Praxismitarbeiter sind oftmals erste Ansprechpartner bei Patientenfragen.
Die Fakten in der Broschüre sollen unbegründete Infektionsängste abbauen, denn in Zahnarztpraxen gelten in Deutschland außerordentlich hohe Hygienestandards. Die Broschüre „Keine Angst vor HIV, HBV und HCV! Informationen für das zahnärztliche Behandlungsteam“ steht online auf den Seiten von BZÄK und DAH zum Abruf: www.bzaek.de/hiv sowie bit.ly/2gDb570

Anpassung Muster-Weiterbildungsordnung 2016
 
Mit Beschluss der Bundesversammlung vom 19. November 2016 wurde die überarbeitete Muster-Weiterbildungsordnung der Bundeszahnärztekammer vom 29. Juni 2012 verabschiedet. Anpassung an europarechtliche Bestimmungen machten die Überarbeitung maßgeblich notwendig.

Das überarbeitete Dokument steht ab sofort unter www.bzaek.de/fuer-zahnaerzte/fort-und-weiterbildung.html
zur Verfügung. 

Jahresbilanz Berichts- und Lernsystem „CIRS dent – Jeder Zahn zählt!“

Mit dem gemeinsamen Projekt „CIRS dent – Jeder Zahn zählt!“ von BZÄK und KZBV existiert ein Forum von Zahnärzten für Zahnärzte, in dem Kollegen anonym und sanktionsfrei über unerwünschte Ereignisse aus dem Praxisalltag berichten, sich informieren und austauschen können.
Das System wird seit dem Startschuss im Januar 2016 intensiv genutzt: ca. 100.000 Seitenaufrufe, mehr als 4750 registrierte Nutzer, 110 Berichte und 220 Kommentare wurden bilanziert. Damit leisten die Teilnehmer einen aktiven Beitrag zur Verbesserung der Patientensicherheit.
Die durchschnittliche Sitzungsdauer betrug sechs Minuten, die Nutzer scheinen sich die Berichte genauer anzuschauen und ggf. zu kommentieren.

„CIRS dent - Jeder Zahn zählt!“ wird als geschlossene Benutzergruppe für Praxisinhaber und Leiter zahnärztlicher Einrichtungen betrieben. Zur Anmeldung wurden anonyme Registrierungsschlüssel versandt. Weitere Informationen finden Sie unter: www.bzaek.de/fuer-zahnaerzte/qualitaetsfoerderung.html  sowie www.cirsdent-jzz.de

Vier neue Leitlinien für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Für die Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde wurden vier neue Leitlinien erstellt.
Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Zahnerhaltung (DGZ) mit der Deutschen Gesellschaft für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde (DGZMK):
•    „Kariesprophylaxe bei bleibenden Zähnen - grundlegende Empfehlungen“
Unter Federführung der Deutschen Gesellschaft für Implantologie im Zahn-, Mund- und Kieferbereich (DGI) und der DGZMK:
•    „Periimplantäre Infektionen an Zahnimplantaten, Behandlung“
•    „Zahnimplantate bei Diabetes mellitus“
•    „Zahnimplantate bei medikamentöser Behandlung mit Knochenantiresorptiva (inkl. Bisphosphonate)“
Die Leitlinien der DGZMK und ihrer Fachgesellschaften finden Sie unter: www.dgzmk.de/zahnaerzte/wissenschaft-forschung/leitlinien.html.

Sämtliche aktuell publizierten und angemeldeten Leitlinien finden Sie in der Datenbank der AWMF unter Leitlinien-Suche: www.awmf.org/leitlinien/leitlinien-suche.html.

Auslobung Herbert-Lewin-Preis 2017
Zur Rolle der Ärzteschaft im Nationalsozialismus


Mit dem Herbert-Lewin-Preis werden wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema „Aufarbeitung der Geschichte der Ärztinnen und Ärzte in der Zeit des Nationalsozialismus“ prämiert. Die nunmehr sechste Ausschreibung des Preises wird vom Bundesministerium für Gesundheit, Bundesärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung, Bundeszahnärztekammer und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung getragen.

Informationen zum Forschungspreis sowie zu früheren Preisträgern und deren Arbeiten unter: www.bzaek.de/Forschungspreis
Die wissenschaftlichen Arbeiten müssen bis zum 15. Juni 2017 bei der BZÄK eingegangen sein.

IDS 2017: Standprogramm BZÄK und Partner

Die 37. Internationale Dental-Schau findet vom 21. - 25. März 2017 in Köln statt.
Die Bundeszahnärztekammer ist mit ihren Partnern Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ), Zentrum Zahnärztliche Qualität (ZZQ), Zahnärztliche Mitteilungen (zm), Stiftung Hilfswerk Deutscher Zahnärzte für Lepra- und Notgebiete (HDZ), Bundesverband der Zahnmedizinstudenten in Deutschland (BdZM), Bundesverband der zahnmedizinischen Alumni in Deutschland (BdZA), Dentista, Aktion Zahnfreundlich (AZeV), Verein für Zahnhygiene (VfZ) sowie Young Dentists Worldwide (YDW) mit einem Gemeinschaftsstand dabei: Halle 11.2 - Gang O/P - Stand 50/59

Das Programm am BZÄK-Stand steht nun als Webversion zur Verfügung: www.bzaek.de
fileadmin/PDFs/ids/programmflyer_ids_2017.pdf

Weitere Infos: www.bzaek.de/ids-2017.html

Koordinierungskonferenz Hilfsorganisationen

Das ehrenamtliche Engagement der Zahnmediziner ist vielseitig. Um Erfahrungen auszutauschen und zu netzwerken, organisiert die BZÄK zweijährlich eine Koordinierungskonferenz Hilfsorganisationen im Rahmen der Internationalen Dental Schau (IDS). Diese wird unterstützt vom Verband der Deutschen Dental-Industrie e.V. (VDDI).
Die nächste Koordinierungskonferenz findet am 24. März 2017 von 11:00 bis 15:00 Uhr statt.

Vorerst kein Phase-out von Amalgam Kompromiss bei EU-Quecksilberverordnung

Europäisches Parlament, Rat und Europäische Kommission haben sich am 06. Dezember 2016 auf einen Kompromiss bei der neuen EU-Quecksilberverordnung verständigt, mit der die Minamata-Konvention zur Reduzierung des weltweiten Quecksilberverbrauchs umgesetzt werden soll.

Dementsprechend wird es kein Phase-out, d.h. ein allgemeines Verbot von Amalgam, in der EU bis Ende 2022 geben. Die im Rat versammelten EU-Mitgliedstaaten setzten sich mit der Forderung durch, Amalgam aus Gründen der Versorgungssicherheit vorerst als Füllmaterial beizubehalten. Als Kompromiss kam man überein, dass von Seiten der Europäischen Kommission bis 2020 die Nutzung von Amalgam erneut überprüft wird. Dabei wird die Frage im Mittelpunkt stehen, ob auf Amalgam bis 2030 gänzlich verzichtet werden kann oder nicht.

Gleichwohl wird es ein Verwendungsverbot bei bestimmten Patientengruppen geben. So soll Amalgam zur Vorsicht ab Juli 2018 nicht mehr bei Schwangeren, Stillenden und Kindern unter 15 Jahren verwendet werden. Darüber hinaus müssen alle europäischen Zahnarztpraxen, die Amalgam verwenden, mit hocheffizienten Amalgamabscheidern bis 2019 bzw. 2021 ausgerüstet sein. Zudem darf ab 2019 nur noch Amalgam in verkapselter Form verwendet werden.
Neu ist, dass die Mitgliedstaaten bis 2019 einen nationalen Aktionsplan für ein Phase-out von Amalgam ausarbeiten sollen. Ebenfalls neu ist, dass die Europäische Kommission einen Bericht darüber ausarbeiten muss, inwiefern es einen Bedarf gibt, den Ausstoß von Quecksilberemissionen in Folge von Feuerbestattungen europaweit gesetzlich zu regeln.

Schließlich wird in dem Kompromiss klargestellt, dass der einzelne Zahnarzt für das Abfallmanagement von Amalgam verantwortlich ist und die Sammlung der Abfälle nur durch zertifizierte Einrichtungen erfolgen darf.

Gegenwärtig befindet sich der Kompromisstext in der finalen Abstimmung auf Ebene des Rates. Es ist geplant, dass das Plenum des Europäischen Parlaments am 15. Dezember 2016 über den Kompromiss abstimmen soll. Damit könnte die neue EU-Quecksilberverordnung bereits Anfang des kommenden Jahres in Kraft treten.

Während in Deutschland Amalgamabscheider bereits seit langer Zeit gesetzlich vorgeschrieben sind, gibt es in neun EU-Mitgliedstaaten bislang keine gesetzliche Pflicht dafür. Die Kommission schätzt, dass derzeit ein Viertel aller Zahnarztpraxen in der EU über keinen Amalgamabscheider verfügt.

Wahl im Council of European Dentists (CED)

Der Dachverband der europäischen Zahnärzteschaft, der Council of European Dentists (CED), wählte am 02. Dezember 2016 in Brüssel drei neue Direktoren sowie den Schatzmeister: Dr. Doniphan Hammer, Frankreich, Dr. Freddie Sloth-Lisbjerg, Dänemark, und Prof. Paulo Melo, Portugal, als  Direktoren, Michael Armstrong, Großbritannien, als Schatzmeister. Sie ergänzen das aktuelle Gremium aus CED-Präsident Dr. Marco Landi, Italien, Vizepräsidentin und Direktorin Dr. Piret Väli, Estland, sowie die Direktoren Dr. Alexander Tolmeijer, Niederlande, und Dr. Hans Schrangl, Österreich.


Druckversion

 

Zahnärztekammern der Länder