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Risikobasierte Einteilung von Eingriffen und Operationen in der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde

Zwischen Arzt- und Zahnarztpraxen bzw. Einrichtungen des ambulanten Operierens unterscheidet § 23 des Infektionsschutzgesetzes in den Absätzen 3 und 5. Fachlich korrekt ist die Unterscheidung zwischen Eingriffen und Operationen.

Trotzdem werden immer wieder zahnärztlich chirurgische Eingriffe mit ambulanten Operationen gleichgesetzt. Zur Klarstellung hat die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) deshalb gemeinsam mit dem Berufsverband deutscher Oralchirurgen (BDO), der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG) und dem Kommando Sanitätsdienst der Bundeswehr III Zahnmedizin für das Fachgebiet der Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde eine risikobasierte Einteilung von Eingriffen und Operationen vorgenommen.
Differenziert wird in dieser Übersicht nach zahnärztlichem Behandlungsspektrum - in einem zahnärztlichen Behandlungszimmer durchführbar - und Operationen auf dem Gebiet der Mund-, Kiefer, Gesichtschirurgie (fachärztliches Behandlungsspektrum), deren Durchführung erweiterte bauliche und organisatorische Maßnahmen in Einrichtungen des ambulanten Operierens oder einer stationären Einrichtung erfordern.

Zum Verzeichnis: www.bzaek.de/berufsausuebung/hygiene.html

GOZ-Count Up

Zeit der Nichtanpassung des Punktwertes der Gebührenordnung für Zahnärzte aktuell: 30 Jahre und 11 Monate.

Wertschöpfung

Innerhalb der Gesundheitswirtschaft (ambulante + stationäre Versorgung, inklusive Medizinprodukten) beträgt der Anteil des Zahnärztlichen Systems an der gesamten Bruttowertschöpfung 9,4 Prozent.

Somit entstehen fast 10 Prozent der Wertschöpfung im gesundheitlichen Kernbereich in den Zahnarztpraxen und deren vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereichen.
(Quelle: Stat. Jahrbuch der BZÄK, ZSK)

Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung

Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hat zusammen mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank das zahnärztliche Investitionsverhalten 2018 ausgewertet: Die Übernahme einer Einzelpraxis war mit 66 Prozent die häufigste Form der Existenzgründung, das Finanzierungsvolumen lag bei 394.000 Euro. Für die Neugründung einer Einzelpraxis waren 598.000 Euro notwendig.

23 Prozent der Existenzgründer wählten die Berufsausübungsgemeinschaft, deren Neugründung schlug mit 411.000 Euro zu Buche, die Übernahme mit 362.000 Euro.

Das Finanzierungsvolumen von kieferorthopädischen Fachpraxen lag 35 Prozent über dem der allgemeinzahnärztlichen Praxen, bei Existenzgründungen von oralchirurgischen Praxen sowie von MKG-Fachpraxen sogar 56 Prozent höher.

Zum InvestMonitor Zahnarztpraxis: www.idz.institute/publikationen

Forschungsprojekt „Zahnmedizin und Zahnärzte im Nationalsozialismus“

Die Rolle der Zahnheilkunde im NS-Regime wurde im Rahmen eines gemeinsamen Forschungsprojektes von BZÄK, Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung (KZBV) und DGZMK in Kooperation mit dem Institut für Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin der RWTH Aachen und der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf systematisch aufgearbeitet.

Die Ergebnisse der wissenschaftlichen Aufarbeitung „Zahnmedizin und Zahnärzte im Nationalsozialismus“ wurden am 28. November 2019 auf einer Pressekonferenz in Berlin vorgestellt.
Weitere Informationen unter: www.bzaek.de

Herbert-Lewin-Preis 2019

Mit dem Herbert-Lewin-Preis werden wissenschaftliche Arbeiten zu dem Thema „Aufarbeitung der Geschichte der Ärztinnen und Ärzte in der Zeit des Nationalsozialismus“ prämiert, am 27. November 2019 fand die feierliche Preisverleihung in Berlin statt. Ausgezeichnet wurden die wissenschaftlichen Arbeiten von Dr. Susanne Doetz und Prof. Dr. Christoph Kopke, von Dr. Doris Fischer-Radizi sowie von Dr. Mathias Schütz.

Die Ausschreibung des Preises wird vom Bundesministerium für Gesundheit, Bundesärztekammer, Bundeszahnärztekammer, Kassenärztlicher Bundesvereinigung und Kassenzahnärztlicher Bundesvereinigung getragen.

Weitere Informationen: www.zm-online.de

Nachwuchsgewinnung: Mitmachen! Mitgestalten! Mitentscheiden!

Nachwuchsgewinnung für die Standespolitik ist wichtig. Die BZÄK hat einen Flyer erstellt, der den Weg in die zahnärztliche Standespolitik skizziert. Er benennt Gründe, sich zu engagieren, Aufwand und Kontaktstellen: www.bzaek.de/berufsausuebung/junge-zahnaerzte.html

20 Jahre AS Akademie: Nachwuchs für die Selbstverwaltung

Seit 20 Jahren gibt es ein berufsbegleitendes Fortbildungsangebot für Zahnärztinnen und Zahnärzte, die an Berufspolitik und Selbstverwaltung interessiert sind. Am 07. Dezember feierten 22 Absolventen des 10. Studiengangs der Akademie für freiberufliche Selbstverwaltung und Praxismanagement (AS) ihren erfolgreichen Abschluss und gleichzeitig das 20-jährige Akademie-Jubiläum.

Ab März 2020 startet der nächste, 11. Studiengang 2020/21. Nur noch wenige Studienplätze sind frei – Bewerbungen noch möglich. Informationen unter: www.zahnaerzte-akademie-as.de

Initiative proDente

Diesen Monat bietet proDente e.V. einen kostenfreien Flyer „Prophylaxe“ an (https://t1p.de/xw0eax) sowie Informationen zu „Zahnersatz wie Brücke oder Implantat kann Zahnlücke schließen“ (https://t1p.de/ujmp).

SOD-Portal erleichtert Zugang zu Gesundheitsinformationen

Die Plattform "Gesundheit leicht verstehen“ des Gesundheitsprogramms von Special Olympics Deutschland (SOD) ist frei geschaltet. Gefördert vom Bundesministerium für Gesundheit (BMG) existiert nun ein barrierefreies Portal für Gesundheitsinformationen in Leichter Sprache, das stetig ergänzt wird:

www.gesundheit-leicht-verstehen.de

Die BZÄK ist Netzwerkpartner von SOD.

Bunke in Vorstand des CED gewählt

Die Delegierten des Council of European Dentists (CED) haben am 22. November in Brüssel den Präsidenten der Zahnärztekammer Niedersachsen, D.M.D./Univ. of Florida Henner Bunke, in den CED-Vorstand gewählt. Er gehört bereits der CED-Arbeitsgruppe zur Bekämpfung antimikrobieller Resistenzen an. Bunke möchte das Ansehen der Zahnmedizin als unabhängigen und qualitativ hochwertigen Beruf stärken.

Der CED ist der Dachverband aller europäischen Zahnärztinnen und Zahnärzte und setzt sich aus 32 nationalen Zahnarztverbänden aus 30 europäischen Ländern zusammen. Er vertritt die Interessen der über 340.000 praktizierenden Zahnärzte. https://cedentists.eu/

Medizinprodukte: Rat und Europäisches Parlament ziehen Reißleine – Corrigendum angenommen

Angesichts drohender Versorgungsengpässe bei Medizinprodukten haben die im Rat versammelten EU-Mitgliedstaaten und der zuständige Fachausschuss des Europäischen Parlaments Anfang Dezember die Reißleine gezogen. Gut fünf Monate, bevor die neuen EU-Regeln gelten, wurden die Vorgaben durch ein sog. Corrigendum berichtigt.

Betroffen sind bereits auf dem Markt befindliche Medizinprodukte der Risikoklasse I, die einen Großteil aller Medizinprodukte ausmachen. Die Konformität dieser Produkte hätte ab Mai 2020 erstmals durch sog. ‚Benannte Stellen ‘geprüft werden müssen. Das Corrigendum sieht vor, eine Übergangsfrist zu schaffen. Diese Medizinprodukte der niedrigsten Risikoklasse dürfen bis 26. Mai 2024 weiter in Verkehr gebracht und in Betrieb genommen werden.
Es hatte sich abgezeichnet, dass bis Mai 2020 zu wenige, dem neuen Rechtsrahmen genügende ‚Benannte Stellen‘ verfügbar und zu viele Medizinprodukte zu prüfen sind. Nicht geprüfte Medizinprodukte der Klasse I hätten vom Markt genommen werden müssen. Davon wären zahlreiche Dentalprodukte betroffen gewesen.
Die BZÄK begrüßt insbesondere die Fristverlängerung. Damit ist eine Voraussetzung geschaffen, dass wichtige Medizinprodukte trotz des Mangels an ‚Benannten Stellen‘ weiterhin verfügbar bleiben. Die BZÄK hatte sich gemeinsam mit dem Verband der Deutschen Dentalindustrie (VDDI) für unbürokratische Übergangsregelungen eingesetzt.

Zum Corrigendum: www.europarl.europa.eu/meetdocs/2014_2019/plmrep/COMMITTEES/ENVI/DV/2019/12-02/P8_TA20170107COR02_DE.pdf

Tag der Freien Berufe im Europäischen Wirtschafts- und Sozialausschuss

Am 13. November veranstaltete der Europäische Wirtschafts- und Sozialausschuss (EWSA) in Brüssel zum fünften Mal den Tag der Freien Berufe. Unter dem Titel „Vertrauen in freie Berufe im Zeitalter der Digitalisierung und der künstlichen Intelligenz“, wurde über die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz auf die Freien Berufe diskutiert. Dieser Tag der Freien Berufe ist derzeit das einzige Format auf europäischer Ebene, in dessen Rahmen eine regelmäßige Diskussion über Fragen der Freien Berufe stattfindet.
Mehr unter:

www.eesc.europa.eu/en/agenda/our-events/events/day-liberal-professions-2019

 

Wir wünschen Ihnen erholsame Feiertage und einen guten Start in das Neue Jahr!

Zahnärztekammern der Länder