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Themen

BZÄK-Bundesversammlung 2020 | Baden-Württemberg: Tomppert als Präsident bestätigt | Hygienepauschale verlängert| Ausbildungsverträge zur ZFA gesunken | Förderoptionen für Ausbildungsplätze |„Kein Zutritt ohne Maske“ Aufkleber und Plakate  | Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung | IDS wird verschoben| QM-Richtlinie: Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch| Last call: Einreichung für Präventionspreis | Michael Schäfer erhält Tholuck-Medaille | Welt-Aids-Tag: BZÄK zeichnet gemeinsame Deklaration |  Meldung eines Corona-Vorfalls |  Initiative proDente |  Europäische Kommission: „Arzneimittelstrategie für Europa“ |  Europäische Kommission fordert Schaffung einer Gesundheitsunion |  Digitale Vollversammlung des CED


BZÄK-Bundesversammlung 2020

Aufgrund der Corona-Lage wurde die Bundesversammlung der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) am 19. Dezember 2020 als reduzierte Online-Veranstaltung durchgeführt. Die Neuwahl des Geschäftsführenden Vorstands (GV) soll in einer Wahl-Bundesversammlung als Präsenzveranstaltung stattfinden, sobald die Pandemie es zulässt.
Mit dem Positionspapier des Vorstands „Zahnmedizin in Corona-Zeiten“ schlägt die BZÄK diverse Maßnahmen vor, um weitergehende dramatische Folgen für die Zahnmedizin und die Patientinnen und Patienten in Deutschland zu vermeiden.
Nach den Berichten der Präsidenten wurden der Jahresabschluss 2019 und der Haushaltsplan 2021 verabschiedet.


In seinem politischen Bericht sprach BZÄK-Präsident Dr. Peter Engel über die Zahnmedizin in der Pandemie: die Herausforderungen von Materialmangel, existentiellen Einnahmeeinbrüchen, massenhafter Kurzarbeit, keiner ebenbürtigen politischen Unterstützung dieser Facharztgruppe und viele Wissenslücken in der Gesellschaft. Engel verwies auf die daraufhin gestartete BZÄK-Kommunikationsoffensive #GesundAbMund, die Informationsdefizite beheben soll.
Dass Gesundheit kein Markt sei wie jeder andere, rücke erneut die Themen Fremdinvestoren, Flächendeckende Versorgung sowie Kommerzialisierungsschübe aus Brüssel ins Blickfeld. Engel warb zudem um Frauen in der Standespolitik, die BZÄK reiche die Hand, Frauen sollten sich einbringen und Männer dies unterstützen. Weitere Punkte waren u.a. das Duale Gesundheitssystem und die Approbationsordnung.

BZÄK-Vizepräsident Prof. Dr. Dietmar Oesterreich sprach über die erschwerte, aber für die Patienten stets gesicherte Versorgung während der Pandemie, den erhöhten Aufklärungsbedarf, über Falschmeldungen und Irrationalität, die zu unbegründeten Ängsten sowie Schäden führten und über die Informationskanäle und Materialien der BZÄK zügig korrigiert werden mussten. Zudem verwies er auf die Bedeutung von Prävention – und in diesem Zuge auf die konzeptionellen Schritte der BZÄK zur Aufklärung über Parodontalerkrankungen in der Bevölkerung.
Prof. Dr. Christoph Benz, BZÄK-Vizepräsident, wies auf die bereits vor der Pandemie strengen und kostenintensiven Hygieneaufwendungen in Zahnarztpraxen hin. Dieser Aufwand habe nun erst echte Wertschätzung erhalten.
Digitalisierung und Bürokratie seien nun ebenso auf dem Radar, besser und bürokratieschlanker nach der Krise aufgestellt zu sein, sei das Ziel.


Die Reden und weitere Informationen unter: www.bzaek.de/deutscher-zahnaerztetag.html sowie unter #dzt20.

 


Baden-Württemberg: Tomppert als Präsident bestätigt

Auf der konstituierenden Vertreterversammlung der Landeszahnärztekammer Baden-Württemberg am 05. Dezember wurde der Präsident Dr. Torsten Tomppert in seinem Amt bestätigt. Als Stellvertreter wurde Dr. Bert Bauder gewählt.


Hygienepauschale verlängert

BZÄK, PKV-Verband und Beihilfe von Bund und Ländern haben sich auf eine erneute Verlängerung der sog. Corona-Hygienepauschale bis 31. März 2021 verständigen können. Sie kann ab dem 01. Januar 2021 weiterhin zum Einfachsatz in Höhe von 6,19 Euro pro Sitzung berechnet werden. www.bzaek.de/goz/informationen-zur-goz.html


Ausbildungsverträge zur ZFA gegenüber dem Vorjahr um ca. 8 Prozent gesunken

Für das Ausbildungsjahr 2020/2021, das im August begonnen hat, lässt sich bis zum 30. September für abgeschlossene neue Ausbildungsverträge bei Zahnärzten ein rückläufiger Trend feststellen: Bundesweit wurden rund 12.700 Ausbildungsverträge für Zahnmedizinische Fachangestellte (ZFA) abgeschlossen, im Vorjahreszeitraum waren es rund 13.800 Verträge.
Wegen der Pandemie und den damit verbundenen ökonomischen Restriktionen konnte das seit dreizehn Jahren anhaltende Niveau der Zahl von neu abgeschlossenen Ausbildungsverträgen für ZFA nicht gehalten werden. Die Ausbildungsleistung der Zahnarztpraxen sank um rund 10 Prozent.

Quelle: Landes- und Bezirkszahnärztekammern


Zusätzliche Förderoptionen für Ausbildungsplätze

Die Förderrichtlinien zum Bundesprogramm „Ausbildung sichern“ wurden im Dezember 2020 angepasst. Antragsberechtigt sind kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), zu denen Zahnarztpraxen gehören.
Die Förderung umfasst vier Fördermaßnahmen: die Ausbildungsprämie, die Ausbildungsprämie plus, den Zuschuss zur Ausbildungsvergütung zur Vermeidung von Kurzarbeit und die Übernahmeprämie. Alle Details unter:
www.bzaek.de/berufsausuebung/sars-cov-2covid-19/praxisbetrieb.html#c10760


#GesundabMund: „Kein Zutritt ohne Maske“ Aufkleber und Plakate

Für Praxen stehen Etiketten und Plakate „Kein Zutritt ohne Maske“, auch in weiteren Sprachen (englisch, französisch, russisch, polnisch, türkisch und arabisch), zum Ausdruck auf der BZÄK-Aktionsseite: https://download.gesund-ab-mund.de.


Investitionen bei der zahnärztlichen Existenzgründung

Das Institut der Deutschen Zahnärzte (IDZ) hat zusammen mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank das zahnärztliche Investitionsverhalten 2019 ausgewertet: Die Übernahme einer Einzelpraxis war mit 67 Prozent die häufigste Form der Existenzgründung, das Finanzierungsvolumen lag bei 410.000 Euro. Für die Neugründung einer Einzelpraxis waren 557.000 Euro notwendig.
26 Prozent der Existenzgründer wählten die Berufsausübungsgemeinschaft, deren Neugründung schlug mit 511.000 Euro zu Buche, die Übernahme mit 341.000 Euro.
Das Finanzierungsvolumen von kieferorthopädischen Fachpraxen lag 34 Prozent über dem der allgemeinzahnärztlichen Praxen, bei Existenzgründungen von oralchirurgischen Praxen sowie von MKG-Fachpraxen sogar 45 Prozent höher.
Zum InvestMonitor Zahnarztpraxis: www.idz.institute


IDS wird verschoben

Mit Blick auf die Pandemie haben VDDI und Koelnmesse entschieden, die IDS 2021 zu verschieben: Die ursprünglich für März geplante Messe wird nun vom 22. bis 25. September 2021 stattfinden.


Angepasste QM-Richtlinie:
Maßnahmen zum Schutz vor Gewalt und Missbrauch

Um Kinder, Jugendliche oder Hilfsbedürftige vor Gewalt und Missbrauch zu schützen, sollen medizinische Einrichtungen entsprechende Maßnahmen vorsehen.
Dazu hat der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) eine Ergänzung seiner Qualitätsmanagement-Richtlinie beschlossen, die Ende November in Kraft trat.
Informationen für zahnärztliche Praxen zum Umgang mit Opfern häuslicher Gewalt sind auf der BZÄK-Website verfügbar: www.bzaek.de/recht/haeusliche-gewalt.html


Last call: Einreichung für Präventionspreis

Für den Präventionspreis 2020 können Konzepte oder Projekte zur „Interdisziplinären Allianz zur zahnmedizinischen Prävention in der Schwangerschaft“ noch bis 15. Januar 2021 eingereicht werden.  Rahmenbedingungen: https://t1p.de/xgwp


Michael Schäfer erhält Tholuck-Medaille

Die Tholuck-Medaille 2020 des Vereins für Zahnhygiene e. V. (VfZ) geht an Dr. Michael Schäfer, Vorsitzender des Bundesverbandes der Zahnärztinnen und Zahnärzte des Öffentlichen Gesundheitsdienstes, für seinen Einsatz zur Verbesserung der Mundgesundheit von Kindern und Jugendlichen.


Welt-Aids-Tag 2020: BZÄK zeichnet gemeinsame Deklaration mit

Zum Welt-Aids-Tag am 01. Dezember 2020 unterzeichnete die Bundeszahnärztekammer (BZÄK) zusammen mit rund 100 Bundesministerien, Unternehmen und Kammern die Deklaration #positivarbeiten. Damit unterstützt die BZÄK die Initiative der Deutschen Aidshilfe gegen die Diskriminierung von Menschen mit HIV im Arbeitsleben.
Weitere Informationen: www.positiv-arbeiten.de


Meldung eines Corona-Vorfalls in der Zahnarztpraxis

Um Infektionen zwischen privat und Praxis differenzieren zu können, können Zahnarztpraxen anonymisiert melden, wenn sie von Covid-19 betroffen waren. Zum Meldezugang gelangen Praxen über ihre (Landes-)Zahnärztekammer.


Initiative proDente

proDente schreibt aktuell wieder den Journalistenpreis „Abdruck“ aus, Einsendeschluss ist der 15. Januar 2021: https://t1p.de/8i3w


Europäische Kommission: Annahme der „Arzneimittelstrategie für Europa“

Ende November veröffentlichte die Europäische Kommission das Maßnahmenpaket „Arzneimittelstrategie für Europa“. Darin legt sie ihre Vision dar, wie der Arzneimittelsektor in Zukunft gestaltet werden soll. Das Paket besteht aus einer Reihe von Vorschlägen zu legislativen und nicht-legislativen Maßnahmen. Vier Hauptziele sind: die Verbesserung des Zugangs zu Arzneimitteln für Patienten, die Förderung der Wettbewerbsfähigkeit, Innovation und Nachhaltigkeit der Pharmaindustrie, die Stärkung der strategischen Autonomie Europas und der Ausbau der globalen Kooperation. Der Volltext ist hier abrufbar.


Europäische Kommission fordert Schaffung einer Gesundheitsunion

In Reaktion auf die Pandemie hat die Europäische Kommission mehr Zuständigkeiten für die Europäische Union in der Gesundheitspolitik gefordert. Mit der Mitteilung „Schaffung einer europäischen Gesundheitsunion“ kündigt sie verschiedene Initiativen an. Konkret soll der Beschluss zu schwerwiegenden grenzüberschreitenden Gesundheitsgefahren überarbeitet, eine Verordnung zur Stärkung des Mandats des Europäischen Zentrums für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) vorgelegt sowie eine Verordnung zur Erweiterung des Mandats der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) präsentiert werden. Ferner regt sie an, die gesundheitspolitischen Kompetenzen der EU im Rahmen einer Überarbeitung der EU-Verträge auszuweiten. Eine erste Möglichkeit bestünde in der geplanten Konferenz über die Zukunft Europas. https://ec.europa.eu/info/sites/info/files/communication-european-health-union-resilience_de.pdf


Digitale Vollversammlung des Council of European Dentists (CED)

Am 20. November fand die CED-Vollversammlung online statt. Vier neue Stellungnahmen wurden mit großer Mehrheit der Delegierten angenommen: Zur Patientensicherheit bei zahnmedizinischen Behandlungen in der Pandemie, zur zahnmedizinischen Ausbildung während der Pandemie, zur Nutzung Künstlicher Intelligenz in der Zahnmedizin sowie zu Implantationsausweisen für Zahnimplantate.
https://cedentists.eu/library/policy.html


Wir wünschen Ihnen eine erholsame und vor allem gesunde Weihnachtszeit sowie einen guten Start in das Neue Jahr!

Vom 21.12.2020 bis 03.01.2021 ist die Geschäftsstelle der Bundeszahnärztekammer geschlossen.

Zahnärztekammern der Länder