NachrichtKritik der BZÄK an der Versteigerung der HKP durch Versicherungen

In der Angelegenheit Kritik der BZÄK an der Versteigerung der Heil- und Kostenpläne (HKP) durch Versicherungen möchten wir darauf hinweisen, dass es sich hierbei häufig um Zahnzusatzversicherungen handelt.
Hier soll also nicht der Patient allein, sondern will primär die Versicherung sparen! Altruistische Motive stehen also nicht im Vordergrund, sondern wirtschaftliche Eigeninteressen.

Mit einer derartigen Versicherung hat der Patient in der Regel jeden Monat pauschal einen Beitrag an die Versicherung gezahlt, z.B. 42,- Euro im Monat.
Braucht er eine Versorgung, will er mit dieser Zahnzusatzversicherung die „Lücke“ zur Regelversorgung der GKV schließen bzw. eine höherwertige Versorgung in Anspruch nehmen. Dafür hat er in den meisten Fällen diese Versicherung abgeschlossen. 
Nun möchte die Versicherung allerdings sparen.
Es geht hier also nicht um „der Patient soll sparen“. Nein, die Versicherung will sparen.Und dies über die Versteigerung des HKP.

Wir sind sehr für eine zahnärztliche Zweitmeinung, diese bieten wir selbst an.
Aber wir sind nicht für Auktionsportale, über die Heil- und Kostenpläne wie Waren versteigert werden.

Noch einen weiteren Gedanken möchten wir anführen:
Manche Versicherungen bieten ihren Versicherungsnehmern sogar Geld für einen Zahnarztwechsel. Vordergründig für möglicherweise längere Anfahrten zu einer anderen Praxis, und zwar unabhängig von der tatsächlichen Auswahl des Patienten. Tatsächlich versucht die Versicherung, durch Geldzahlung Patienten zu steuern. Würde ein Zahnarzt Vergleichbares tun, käme er berufsrechtlich wegen Patientenzuweisung gegen Entgelt und strafrechtlich wegen Korruptionsverdachts in die Bredouille.

Wir halten dieses Geschäftsgebaren nach wie vor für fragwürdig.
Die Versicherung hat offensichtlich nicht primär das Wohl des Patienten im Auge.

Zahnärztekammern der Länder