Impfung gegen das Coronavirus SARS-CoV-2


Bundeszahnärztekammer


Die Impfkampagne in Deutschland scheint zu stagnieren. Europaweit steigt die Zahl der Coronainfizierten erneut an, obwohl mittlerweile mindestens 62 Prozent der Bürgerinnen und Bürger der Europäischen Union eine Erstimpfung erhalten haben.[1] Um eine vierte Corona-Welle im Herbst zu verhindern, müssten nach Schätzungen des Robert-Koch-Instituts (RKI) aber mindestens 85 Prozent der zwölf- bis 59-Jährigen und 90 Prozent der Senioren ab 60 Jahren vollständig geimpft sein.[2]Dies wird als unrealistisch eingestuft. Auf dieser Basis lassen Modellierungen der Technischen Universität Berlin für Oktober 2021 eine ähnliche Situation wie im April 2021 befürchten. Der Höchststand wird dabei im Januar/Februar 2022 vermutet.[3] Besonders unter Ungeimpften werde die Hospitalisierungsrate steigen („Pandemie der Ungeimpften“). Das RKI notiert in seinem jüngst zur Covid-19-Pandemie erschienenen Papier „Vorbereitung auf den Herbst 2021/22“ die realistische Möglichkeit einer Impf-Auffrischung nach einigen Monaten.[4] Hierzu empfiehlt das RKI, jetzt die Planungen aufzunehmen um für diesen Fall gewappnet zu sein. Absehbar ist auch, dass die Impfzentren schließen werden. Auch dadurch wird die Impfkampagne an Geschwindigkeit verlieren.

Um Normalität zu erreichen ist nach Ansicht der Bundeszahnärztekammer eine hohe Impfquote dringend notwendig.[5]Ziel ist es, nicht nur schwere Corona-Infektionen oder Todesfälle zu vermeiden, sondern auch LongCovid keinen Raum zu geben. Die möglichen volkswirtschaftlichen Schäden können neben den persönlichen Schicksalen gravierend sein.[6][7][8] Die Zahnärzteschaft positioniert sich mit den Medizinerinnen und Medizinern an der Seite ihrer impfenden Kolleginnen und Kollegen. Eine Impfung aller Zahnärztinnen und Zahnärzte, des zahnmedizinischen Personals und der Patientinnen und Patienten wird unterstützt. Die Zahnärzteschaft hat zum jetzigen Stand keine Befugnis, selbst Impfungen vorzunehmen. Schutzimpfungen sind Heilbehandlungen, die grundsätzlich unter dem Arztvorbehalt stehen. Von der Ausnahmeregelung im Infektionsschutzgesetz (u. a. Pflegefachkräfte und Notfallsanitäter) sind Zahnärzte leider nicht erfasst.


[1] https://ourworldindata.org/covid-vaccinations; Stand 17.08.2021

[2] https://www.rnd.de/gesundheit/corona-herdenimmunitaet-im-herbst-laut-rki-nicht-realistisch-IXVSKVEQCNGADIJMY5LFEK45OM.html

[3] „Vorbereitung auf den Herbst/Winter 2021/2022“, https://www.rki.de/DE/Content/InfAZ/N/Neuartiges_Coronavirus/Downloads/Vorbereitung-Herbst-Winter.pdf?__blob=publicationFile , 22.07.2021

[4] Ebd.

[5] Ebd.

[6] „Die Krankheit nach Corona“, Tagessspiegel vom 13.07.2021, online unter https://plus.tagesspiegel.de/wirtschaft/die-krankheit-nach-corona-wie-kuren-gegen-long-covid-helfen-181751.html

[7] „Was hilft gegen Long Covid ?“, Tagesspiegel vom 07.07.2021, online unter https://plus.tagesspiegel.de/gesellschaft/der-zaehe-kampf-gegen-long-covid-ich-konnte-nur-den-wespen-zugucken-mehr-ging-nicht-177432.html

[8] https://www.mecfs.de/kein-ende-der-krankheit-postvirale-symptome-nach-corona-infektion/


Zahnärztekammern der Länder