Council of European Dentists (CED)

Der Council of European Dentists (CED) ist die Standesvertretung der Zahnärzteschaft in der Europäischen Union (EU).
Gegenwärtig sind 33 nationale Zahnarztverbände in diesem Dachverband zusammengeschlossen. Der CED zeichnet sich dabei durch eine große Repräsentativität aus. Seine Mitgliedsverbände kommen aus 27 von 28 EU-Mitgliedstaaten. Zahnärztliche Verbände aus der Schweiz, Norwegen und Island sind assoziierte Mitglieder. Die albanische Zahnärztekammer hat einen Beobachterstatus.

Der CED wurde 1961 gegründet. Seine Geschäftsstelle befindet sich in Brüssel. Die Vollversammlung des CED findet zweimal im Jahr statt.

Aufgaben

Der CED vertritt zahnärztliche Interessen auf EU-Ebene und berät die Europäischen Institutionen bei allen Angelegenheiten, die den zahnärztlichen Berufsstand betreffen. So ist der CED in zahlreichen gesundheitspolitischen Beratungsgremien der Europäischen Kommission als Mitglied vertreten.
Die Förderung eines hohen Niveaus der Zahn- und Mundgesundheit in der Europäischen Union steht dabei genauso im Fokus wie eine auf die Patientensicherheit ausgerichtete berufliche Praxis.

CED Jahresbericht


Council of European Dentists zur Frage der Dentalketten

Die Expansion von Dentalketten in Europa ist im Hinblick auf die Erbringung von zahnärztlicher Versorgung und Behandlung eine bedeutsame Entwicklung.

Der CED fasst in einem Positionspapier seinen Standpunkt, Bedenken sowie Forderungen zusammen.

 

 

Positionspapier Dentalketten in Europa

Council of European Dentists, CED (November 2018)

 

Forderungen

  • Wenn privatrechtlich organisierte juristische Personen zur Ausübung der Zahnheilkunde berechtigt sind, dürfen diese juristischen Personen nur von Zahnärzten gegründet und betrieben werden;
  • Zahnärzte, die Gesellschafter sind, müssen als Zahnärzte in dem Unternehmen praktizieren;
  • Es muss sichergestellt sein, dass:
    a) das Unternehmen hauptverantwortlich von einem Zahnarzt geführt wird; die Geschäftsführer müssen Zahnärzte sein;
    b) die Mehrheit der Anteile und Stimmrechte in den Händen von Zahnärzten liegt;
    c) Das Hauptinteresse der Unternehmen darf nicht in der Gewinnmaximierung statt der ordentlichen Versorgung der Patienten liegen;
  • Kapitalgesellschaften oder Investoren dürfen Zahnärzte nicht von der Erfüllung der in dem geltenden Berufskodex und in den nationalen Rechtsvorschriften festgelegten Pflichten abhalten;
  • Unternehmen dürfen ihren rechtlichen Status nicht dazu nutzen, Patienten das Recht auf Wiedergutmachung zu nehmen, wenn diese Bedenken hinsichtlich ihrer Pflege und Behandlung äußern;
  • Kapitalgesellschaften oder Investoren dürfen keinen Einfluss auf die vom Zahnarzt mit Einwilligung des Patienten getroffenen Behandlungsentscheidungen nehmen, und die Einführung von klinischen Zielen darf ihnen nicht gestattet werden;
  • Kapitalgesellschaften oder Investoren dürfen Patienten nicht durch falsche Werbung und Preise oder irreführende Finanzpläne täuschen. Unternehmen dürfen Patienten nicht über die Besitzverhältnisse einer Praxis irreleiten.

Lesen Sie hierzu auch

Keine Sonderregeln für Dentalketten - Europäische Zahnärzte fordern einheitliche Berufsaufsicht (BZÄK Pressemeldung vom 27.05.19)

 


BZÄK und CED

Als größter Mitgliedsverband ist die Bundeszahnärztekammer eng in die Tätigkeit des CED eingebunden. Die intensive Zusammenarbeit ist nicht zuletzt das Resultat einer starken personellen Verknüpfung von CED und Bundeszahnärztekammer.
In allen wichtigen Arbeitsgruppen des CED ist die Bundeszahnärztekammer personell vertreten.

Freiberuflichkeit

Freiberuflichkeit ist ein Kernthema des CED. Auf Initiative der Bundeszahnärztekammer hat der CED eine Charta der Freien Berufe verabschiedet. 

Die Charta skizziert die spezifischen Bedürfnisse der Freien Berufe und stellt konkrete Forderungen, wie der EU-Gesetzgeber künftig den Bedürfnissen der Freien Berufe besser gerecht werden kann.

Charta der Freien Berufe

Zahnärztekammern der Länder