Herbert-Lewin-Forschungspreis

Zusammen mit dem Bundesministerium für Gesundheit, der Bundesärztekammer, der Kassenärztlichen Bundesvereinigung und der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung schreibt die Bundeszahnärztekammer den Herbert-Lewin-Forschungspreis „Aufarbeitung der Geschichte der Ärztinnen und Ärzte in der Zeit des Nationalsozialismus“ aus.  Mit dem Herbert-Lewin-Preis werden Arbeiten ausgezeichnet, die sich mit der Rolle der Ärzteschaft während der Zeit des Nationalsozialismus auseinandersetzen.

An der Ausschreibung teilnehmen können

  • Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte sowie Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten als Einzelpersonen,
  • Kooperationen oder Gemeinschaften von Ärzten, Zahnärzten und Psychotherapeuten,
  • Studierende der Zahnmedizin oder Medizin,
  • Wissenschaftler an zahnmedizinischen- und medizinischen Fakultäten oder medizinhistorischen Instituten.

Jede teilnehmende Person und jede Arbeitsgruppe kann jeweils eine Arbeit einreichen.


Forschungspreis 2021

Die Ausschreibungsphase für die achte Vergabe des Preises hat am 18. Januar 2021 begonnen.

Unterlagen für eine Teilnahme

Die Arbeiten müssen in deutscher Sprache verfasst sein und können sowohl in Papierform in 6-facher Ausfertigung als auch in elektronischer Form abgegeben werden. Berücksichtigt werden ausschließlich Arbeiten, die seit dem 1. Januar 2016 erstellt oder veröffentlicht wurden. Arbeiten, die bereits bei vorherigen Ausschreibungen eingereicht wurden, können nicht erneut berücksichtigt werden. Eingereichte Unterlagen und Arbeiten verbleiben bei der Kassenärztlichen Bundesvereinigung. Einsendeschluss ist der 15. Juni 2021.

Bewerbungsanschrift

Kassenärztliche Bundesvereinigung        
Abteilung GIMO
Herbert-Lewin-Platz 2, 10623 Berlin
E-Mail: gimo@kbv.de

Jury und Preisvergabe

Die Bewertung der eingereichten Arbeiten und die Ermittlung der Preisträger nimmt eine unabhängige Jury vor, deren Mitglieder von den Trägerorganisationen und dem Zentralrat der Juden in Deutschland benannt wurden. Namentlich sind dies: Prof. Dr. med. Volker Hess, Prof. Dr. phil. Robert Jütte, Prof. Dr. phil. Samuel Salzborn, Prof. Dr. med. Dr. med. dent. Dr. phil. Dominik Groß und Prof. Dr. med. Leo Latasch. Die Jury tagt nicht öffentlich. Die Entscheidung der Jury ist für alle teilnehmenden Personen verbindlich und kann nicht angefochten werden.
Der Herbert-Lewin-Preis ist mit insgesamt 15.000 Euro dotiert. Er kann von der Jury auf mehrere verschiedene Arbeiten aufgeteilt werden. Alle teilnehmenden Personen erhalten nach der Entscheidung der Jury eine schriftliche Nachricht.


Forschungspreis 2019

Der erste Platz ging 2019 an Dr. Susanne Doetz und Dr. Christoph Kopke für ihre Arbeit „und dürfen das Krankenhaus nicht mehr betreten“. Das Werk befasst sich mit dem Ausschluss jüdischer und politisch unerwünschter Ärztinnen und Ärzte aus dem Berliner städtischen Gesundheitswesen 1933-1945“.

Der zweite Platz ging an Dr. Doris Fischer-Radizi für ihre Arbeit „Vertrieben aus Hamburg“ über die Ärztin Rahel Liebeschütz-Plaut. Den dritten Platz belegte Dr. Mathias Schütz für den Beitrag „Vier Ermittlungen und ein Verdienstkreuz. Der Hygieniker Hermann Eyer, der nationalsozialistische Fleckfieberkomplex und die Grenzen der Aufarbeitung“.

Der Herbert-Lewin-Forschungspreis wurde 2019 zum siebten Mal vergeben.

Pressemeldung vom 27. November 2019

Weitere Informationen auf www.kzbv.de


Herbert Lewin

Herbert Lewin wurde am 1. April 1899 in Schwarzenau geboren. Nach seinem Medizinstudium arbeitete er in der jüdischen Poliklinik in Berlin, ab 1937 bis zu seiner Deportation als Chefarzt im jüdischen Krankenhaus in Köln. Nach seiner Befreiung nahm er seine Arzttätigkeit wieder auf. Von 1963 – 1969 war er Präsident des Zentralrats der Juden in Deutschland. Lewin starb am 21. November 1982 in Wiesbaden. Quelle: www.zentralratdjuden.de


Frühere Forschungspreise

Archiv der Bundesärztekammer

Zahnärztekammern der Länder