Council of the European Chief Dental Officers (CECDO)

www.cecdo.org

Die zahnärztlichen Versorgungssysteme in den europäischen Ländern sind unterschiedlich strukturiert. So gibt es z.B. in den Niederlanden, Großbritannien oder auch den skandinavischen Ländern offizielle Berater für zahnmedizinische Angelegenheiten der jeweiligen Regierungen, die als Chief Dental Officers (CDO) bezeichnet werden.
Die Bezeichnung Officer steht in der Übersetzung für Beamter. Aufgabe des Councils ist der internationale Informations- und Datenaustausch.

Die erklärten Ziele des CECDO sind:

  • Verbesserter Zugang zur zahnärztlichen Versorgung für alle Bevölkerungsgruppen in Europa
  • Die Entwicklung einer qualitativ hochwertigen und kosteneffektiven zahnärztlichen Versorgung

Die Sitzungen des CECDO finden zweimal jährlich statt und werden von der Bundeszahnärztekammer begleitet. Gast gebendes Land ist hierbei normalerweise die Nation, die zu diesem Zeitpunkt die Präsidentschaft in der Europäischen Union innehat.
2015 hat Italien die Präsidentschaft für die nächsten zwei Jahre übernommen.

Meetings


Anfang Juli dieses Jahres hat Estland für das zweite Halbjahr 2017 den Ratsvorsitz in der Europäischen Union übernommen. Das zweite diesjährige CECDO-Arbeitstreffen fand auf Einladung des estnischen Gesundheitsministeriums vom 04.-06.07.2017 in Tallinn statt. Das Treffen wurde gemeinsam mit den Chief Medical Officers (CMO) und den Chief Nursing Officers (CNO) durchgeführt.

Gesundheitspolitisch stand in Estland das Thema Schlaganfall auf der Tagesordnung. Nach Informationen der lokalen Ausrichter eine Vorgabe aus Brüssel, da Estland in der Versorgung von Apoplexpatienten über die letzten Jahre erhebliche Verbesserungen erzielt habe und die EU-Mitgliedsstaaten darüber informiert und zur Nachahmung angeregt werden sollten. Querverbindungen zu den Bereichen Tabak- und Alkoholmissbrauch, alternde Gesellschaft, Pflegebedürftigkeit und im Mundgesundheitsbereich zu den Parodontalerkrankungen wurden thematisert.

Ein zweiter Tagungsschwerpunkt war die Digitalisierung. Esland geht bekanntlich seit Mitte der 1990er Jahre den Weg umfassender Digitalisierung des öffentlichen (Stichwort eGovernment) und privaten Alltags. Lokale Referenten stellten den Teilnehmern die im Land bereits genutzten eHealth-Applikationen im Gesundheitsbereich vor:

  • Electronic Health Record (EHR)
  • Telemonitoring
  • Elektronisches Rezept

Mit Verweis auf einen einheitlichen Datenschutz in Europa durch die EU-Datenschutz-Grundverordnung wurde eine kritische Debatte hinsichtlich des besonderen Schutzes personenbezogener Gesundheitsdaten geführt. Dass Interesse eines jeden Einzelnen auf informationelle Selbstbestimmung gegenüber Krankenkassen, Ärzten, Arbeitgebern, Internetdiensten, Regierung etc. stelle ein wichtiges Gut dar. Gerade im Gesundheistbereich seien bestimmte Kompetenzen nötig, um mit Digitalisierung umzugehen und die Vielzahl von Informationen und Angeboten zielgerichtet zu nutzen.

Das Folgetreffen von CMO, CNO, CECDO im Frühjahr 2018 wurde während der Veranstaltung in Tallinn bereits vom Nachfolgeland in der Ratspräsidentschaft, Bulgarien, auf Grund mangelnder Ressourcen abgesagt.

Mehr Information unter www.cecdo.org