Kosten und Versicherungsfragen

Private Zahnarztrechnung

Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Interaktiver Heil- und Kostenplan

Zahnzusatzversicherungen und Zahnersatzversicherungen

Befundorientierte Festzuschüsse

Zahnbehandlung und Steuern

Datum

Die Rechnung muss das Datum der Leistungserbringung enthalten. Dies ist für die Erstattung der Kosten wichtig.
Jede einzeln erbrachte Leistung muss mit dem jeweiligen Datum auf der Rechnung ausgewiesen werden. Im Gegensatz zu sog. Komplexleistungen (z.B. beim Präparieren und dem Eingliedern einer Krone). Dort ist es ausreichend, den Tag anzugeben, an dem der letzte Teilabschnitt erbracht wurde (z.B. das Eingliederungsdatum der Krone).

 

 

Region

Die Region gibt an, welcher Zahn oder welcher Bereich des Kiefers behandelt wurde.
Die Zähne werden nach dem unten stehenden Zahnschema bezeichnet.
Die erste Ziffer beschreibt den Quadranten, in dem sich der Zahn beim Patienten befindet (z.B. Quadrant 2 = oben links aus Patientensicht). Die zweite Ziffer zählt die Zähne von vorne (1) bis hinten in der Backe (7, Weisheitszahn 8) durch. (Zahnschema, Milchzahngebiss)

Nummer / Nr.

Die meisten zahnärztlichen Leistungen sind im Gebührenverzeichnis, der Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ), mit einer Gebührennummer hinterlegt. Teilweise muss die Gebührenordnung für Ärzte (GOÄ) – genutzt werden. Die Gebührennummer muss neben der jeweiligen Leistungsbeschreibung aufgeführt sein.

Ist eine Leistung nicht im Gebührenverzeichnis enthalten, wird eine nach Art, Kosten und Zeitaufwand gleichwertige Leistung genutzt. Diese wird mit einem „a“ (analog) gekennzeichnet.

Leistungsbeschreibung/Auslagen

Leistungsbeschreibung:
Die durch den Zahnarzt erbrachte Leistung wird hier beschrieben. Die Bezeichnung muss nicht durch den vollständigen Wortlaut der Gebührenordnung erfolgen. Eine Kurzbezeichnung reicht aus. Allerdings muss sich der Zahnarzt an diese, leider nicht immer patientenverständliche, Beschreibung der Leistung halten.
Die Bezeichnung kann entfallen, wenn der Rechnung eine Zusammenstellung beigefügt ist, der die Bezeichnung entnommen werden kann.

Auslagen:
Neben den Gebühren für die zahnärztliche Leistung kann der Zahnarzt bestimmte Kosten, z.B. für verwendete Materialien, als Auslagen geltend machen.

Begründung / Bgr.

Der 2,3fache Gebührensatz bildet eine nach Schwierigkeit und Zeitaufwand durchschnittliche Leistung ab. Wird er überschritten, muss dies in der Rechnung für den Zahlungspflichtigen verständlich und nachvollziehbar begründet werden. (z.B. Schwierigkeit, Zeitaufwand, Umstände bei der Ausführung).
Erforderlich ist eine am konkreten Behandlungsfall orientierte Begründung (z.B. „erhöhte Schwierigkeit wegen gekrümmtem Wurzelkanal“). Auch verfahrens- oder technikbezogene Begründungen sind möglich. Stichworte reichen in der Regel aus.

Faktor

Der Gebührenfaktor ist das Maß für den Schwierigkeitsgrad und Zeitaufwand einer Einzelleistung. Der Einfachsatz (Grundwert der Gebührenziffer) wird entsprechend mit unterschiedlich hohen Steigerungsfaktoren multipliziert. Der 2,3fache Faktor bildet eine nach Schwierigkeit und Zeitaufwand durchschnittliche Leistung ab. Für eine Honorierung oberhalb des Faktors 3,5 ist eine schriftliche Vereinbarung nötig. Der Patient ist gesondert aufzuklären und hat eine schriftliche Vereinbarung zu unterschreiben. Neben der Beschreibung der Leistung müssen die entsprechenden Kosten aufgeführt sein. Der Patient ist darüber aufzuklären, dass eine Erstattung durch seine Krankenversicherung möglicherweise nicht in vollem Umfang gewährleistet ist.

Anzahl

Wurde eine bestimmte Leistung mehrfach erbracht, ist die Anzahl anzugeben, ansonsten steht hier eine 1. An einem Zahn können auch mehrere Leistungen erfolgen (z.B. mehrere Füllungen).

Laborkosten

Fallen Material-/Laborkosten an, wird der Rechnung in der Regel ein Laborbeleg beigefügt. Dort werden Art, Umfang, Ausführung der einzelnen Leistungen und deren Preise sowie die Materialien und deren Preise, insbesondere Bezeichnung, Gewicht und Tagespreis der verwendeten Edelmetall-Legierungen, angegeben.

EUR

Hier wird der jeweilige Gebührenbetrag angegeben. Er berechnet sich aus der Multiplikation des Gebührensatzes mit dem Steigerungsfaktor (siehe Faktor) und dem Punktwert in Höhe von 5,62421 Cent.

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Private Zahnarztrechnung

Interaktives Rechnungsformular

Eine private Zahnarztrechnung wird für Privatpatienten ausgestellt und wenn gesetzlich Versicherte eine Versorgung über die Regelversorgung ihrer Krankenversicherung hinaus wünschen.
Grundlage ist die - staatlich festgelegte - Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ).

Interaktive Zahnarztrechnung

In der privaten Zahnarztrechnung muss der Zahnarzt zahlreiche Angaben machen. Diese sind oftmals nicht selbsterklärend. Den Aufbau einer privaten Zahnarztrechnung erklärt eine interaktive Beispielrechnung. Klicken Sie auf die einzelnen Elemente der Grafik.

Interaktive Zahnarztrechnung öffnen

Falls Fragen offen sind: Fragen Sie ausführlich Ihren Zahnarzt. Darüber hinaus können Sie sich kostenfrei und umfassend in den Beratungsstellen von (Landes-)Zahnärztekammern und Kassenzahnärztlichen Vereinigungen beraten lassen.


Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ)

Die Gebührenordnung für Zahnärzte (GOZ) regelt die Vergütung von zahnärztlichen Leistungen. Sie wird durch die Bundesregierung mit Zustimmung des Bundesrates festgelegt. Rechtsgrundlage ist  § 15 Zahnheilkundegesetz (ZHG).


Interaktiver Heil- und Kostenplan

www.prodente.de/qualitaet/kosten/der-heil-und-kostenplan/heil-und-kostenplan-animation.html

Gesetzlich versicherte Patienten erhalten von ihrem Zahnarzt einen Heil- und Kostenplan (HKP) wenn sie Zahnersatz benötigen. Das Formular und die Eintragungen sind für Laien jedoch schwer zu verstehen.

Die Initiative proDente stellt eine Online-Anwendung zur Verfügung, die den Heil- und Kostenplan mittels interaktiver Funktionen für Patienten aufschlüsselt.

Interaktiver Heil- und Kostenplan


Zahnzusatzversicherungen und Zahnersatzversicherungen

Die privaten Krankenversicherungen bieten teils in Kooperation mit gesetzlichen Krankenkassen eine Vielzahl von Zahnversicherungen an. So eine Absicherung kann eine nützliche Angelegenheit sein, vor allem für Patienten, die sich im Bedarfsfall auch hochwertigen Zahnersatz leisten wollen.

Was Sie über Zahnzusatzversicherungen und Zahnersatzversicherungen wissen sollten

Infografik der Initiative proDente zum Thema Zahnzusatzversicherungen und Zahnersatzversicherungen


Befundorientierte Festzuschüsse

Im Rahmen des Festzuschusssystems werden von den gesetzlichen Krankenkassen bei der Versorgung mit Zahnersatz für Zahnersatz befundbezogene Festzuschüsse gezahlt.

Die aktuellen Regeln zum Zahnersatz für gesetzlich versicherte Patienten - Infografik der Initiative proDente

Was sind befundorientierte Festzuschüsse?

Der medizinisch-technische Fortschritt und neue wissenschaftliche Erkenntnisse haben die zahnmedizinische Versorgung und damit das zahnärztliche Berufsbild in den vergangenen 20 Jahren gründlich in Richtung Prävention verändert.

Von diesem Fortschritt sollen die Patienten auch in einem solidarischen Krankenversicherungssystem umfassend profitieren können.

Ziel ist es, das Erstattungssystem so umzugestalten, dass der Patient individuell aus allen möglichen Therapiealternativen frei wählen kann, ohne seinen Anspruch auf den Zuschuss aus der solidarischen Versicherung zu verlieren.

Das bis zum 31. Dezember 2004 geltende prozentuale Erstattungssystem beim Zahnersatz war wenig präventiv orientiert und ungerecht ausgestaltet. Es  bevorteilte den Patienten, der von sich aus in der Lage war, eine finanziell aufwendigere und damit hochwertigere Versorgung zu finanzieren.
Jeder, der bereits von einer Zahnersatzlösung betroffen war, hat festgestellt, dass es für eine Situation in der Zahnmedizin oftmals mehrere Lösungsmöglichkeiten gibt. Die vorherige prozentuale Regelung machte es möglich, dass derjenige, der sich hochwertigeren Zahnersatz selbst leisten konnte, auch höhere Zuschüsse aus der gesetzlichen Krankenversicherung erhielt.

Im Sinne des Solidargedankens ist diese Regelung sicherlich nicht gerecht, so dass hier Änderungsbedarf bestand.  Außerdem erhielt der Patient beim gleichen Befund für bestimmte Zahnersatzformen Zuschüsse von seiner Krankenkasse, für andere, sehr aufwendige und hochwertige Versorgungen  (z.B.  Zahnersatz auf Implantaten) jedoch nicht.

Das von der Zahnärzteschaft eingebrachte befundorientierte Festzuschussmodell basiert auf der Tatsache, dass die moderne Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde meist verschiedene wissenschaftlich anerkannte Therapieoptionen für ein und denselben Befund bietet. Ein solches Modell orientiert sich nicht mehr an dem Therapiemittel, also an der Zahnersatzlösung, sondern am Befund, d.h. am Zerstörungszustand der Zähne bzw. an der Anzahl und Lage der fehlenden Zähne.

Beim befundorientierten Festzuschussmodell erhält der Patient unabhängig vom gewählten Therapiemittel einen fixen befundbasierten Festzuschuss von seiner Krankenversicherung.

Therapievielfalt am Beispiel "Einzelzahnlücke"

Das befundbezogene Finanzierungsmodell lässt sich am Beispiel des Befunds "Einzelzahnlücke" anschaulich darstellen (s. Abb.).

Der zahnmedizinische Befund "Einzelzahnlücke" bietet mehrere Therapiealternativen, die sich hinsichtlich Art, Umfang und Kosten voneinander unterscheiden, z.B. Prothese, Brücke, Klebebrücke und Implantat. Bei dem befundbezogenen Festzuschussmodell erhält der Patient einen Festzuschuss für den Befund "Einzelzahnlücke" unabhängig davon, für welches zahnmedizinische Therapiemittel er sich entscheidet. Dieses Erstattungsmodell ist sozial ausgewogen, da es zu keiner Therapieausgrenzung führt: Ob Brücke oder Implantat, die gezahlte Summe bleibt dieselbe und wird solidarisch finanziert (Abb.: horizontale Linie).

In der Vergangenheit zahlten die gesetzlichen Krankenkassen einen prozentualen Zuschuss in Höhe von 50 bis 65 Prozent für das Therapiemittel, ausgenommen Klebebrücke (Ausnahme im Alter von 14 bis 20 Jahren) und Implantat.

Eine prozentuale Bezuschussung bedeutete, dass der Versicherte, der statt einer einfachen eine teurere Versorgung wählte, z.B. eine Brücke statt einer Prothese, einen höheren Betrag von der Krankenkasse erhielt.

Für eine noch aufwendigere Versorgung außerhalb des Leistungsrahmens der GKV (Klebebrücke, Implantat) verlor der Patient den Zuschuss ganz (Therapieausgrenzung), obwohl diese Alternativen eine ursachengerechte, minimalinvasive und präventionsorientierte  Behandlung darstellen (Abb.: vertikale Linie).


Befundbezogenes Festzuschussmodell mit Kostenerstattung am Beispiel des Befundes "Einzelzahnlücke" (nach W. Wagner, Mainz)

Was sind die wesentlichen Vorteile des befundorientierten Festzuschusssystems für den Patienten?

  • Uneingeschränkte Teilnahme am wissenschaftlichen und technischen Fortschritt in der Zahnmedizin ohne auf den Anspruch einer solidarischen Mitfinanzierung zu verzichten.
  • Auch neue, wissenschaftlich anerkannte Therapiealternativen können jederzeit integriert werden.
  • Förderung der Eigenverantwortung des Patienten ohne Therapieausgrenzung und gleichzeitig höhere Transparenz von Leistung und Kosten.
  • Das befundorientierte Festzuschusssystem ist im Sinne des Solidargedankens gerechter.
  • Auf Grund seines Befundes kann die Höhe des Festzuschusses klar definiert werden, und die mögliche Kostenbelastung für den Patienten ist klar zu ersehen.
  • Schaffung transparenter und klarer Steuerungsregelungen für die solidarische Krankenversicherung.

Ferner eignen sich befundorientierte Festzuschüsse auch für andere Fachbereiche. Es ist nach der erfolgreichen Einführung des Festzuschusssystems im Zahnersatzbereich eine Aufgabe des Berufsstandes, auch andere zahnmedizinische Bereiche mit gesundheitspolitischen Entscheidungsgrundlagen zu unterlegen.

Welche Veränderungen wurden durch das Gesundheitsmodernisierungsgesetz (GMG) zum Thema Zahnersatz eingeführt?

Seit dem 1. Januar 2005 werden von den gesetzlichen Krankenkassen bei der Versorgung mit Zahnersatz statt der bisherigen prozentualen Anteile der Kosten für Zahnersatz befundbezogene Festzuschüsse gezahlt.

Grundlage für die Höhe der Zuzahlung der Krankenkassen ist somit nicht mehr das gewählte Therapiemittel, sondern der individuelle Befund, d.h. der Grad der Zerstörung der Zähne bzw. die Anzahl und Lage der fehlenden Zähne abhängig von der üblicherweise mit diesem Befund eingesetzten Versorgung (sog. Regelversorgungen).

Der Versicherte hat darüber hinaus die Möglichkeit, eine gleichartige oder andersartige Versorgung zu wählen. Die dadurch entstehenden Mehrkosten trägt der Versicherte selbst. Von gleichartiger Versorgungen wird gesprochen, wenn diese die Regelleistung beinhaltet und zusätzliche Leistungen hinzukommen. Andersartige Versorgungen sind Therapiemittel, die nicht die Regelleistung beinhalten und komplett andere Versorgungen zur Anwendung kommen.

Härtefälle

Versicherte, die der Härtefallregelung unterliegen, haben Anspruch auf zuzahlungsfreie Versorgung, wenn Sie sich auf die Regelversorgung beschränken. Die Zuzahlungsfreiheit wird durch den doppelten Festzuschuss sichergestellt.

Bonusregelung

Auch im Festzuschusssystem ist die Bonusregelung weiterhin gültig. Bei regelmäßiger Kontrolle einmal jährlich über die letzten fünf Jahre hinweg erhöht sich der Festzuschuss um 20 Prozent, bei regelmäßiger Kontrolle einmal jährlich über die letzten 10 Jahre hinweg um 30 Prozent. Anders ausgedrückt, erhalten die Versicherten bei jährlicher Kontrolluntersuchung in den letzten fünf Jahren 60 Prozent und bei jährlicher Kontrolluntersuchung in den letzten zehn Jahren 65 Prozent der Kosten für die Regelversorgung erstattet.

Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung.

 

Autor: Prof. Dr. Dietmar Oesterreich, Vizepräsident der Bundeszahnärztekammer, 2014


Zahnbehandlung und Steuern

Bestimmte Aufwendungen bei Krankheit können steuerlich einkommensmindernd berücksichtigt werden. Dazu gehört auch der Eigenanteil bei der Zahnbehandlung. Die steuerlich geltende sogenannte "außergewöhnliche Belastung" wird prozentual vom Gesamteinkommen berechnet. Bei der jährlichen Lohn- oder Einkommenssteuererklärung sollten entstandene Zahnbehandlungs-Kosten angegeben werden. Dadurch kann sich der Steuerbetrag verringern. Ob dies im Einzelfall zu einer Steuerminderung führt, hängt ab von der Höhe des Einkommens, dem Familienstand und der Zahl der Kinder.
Dazu bietet die Zahnärztekammer Schleswig-Holstein im Internet die Möglichkeit, die persönliche Grenze des jährlichen steuerlichen Grenzbetrags ermitteln zu lassen:

Onlinerechner der Zahnärztekammer Schleswig-Holstein