Ausbildung

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Starthilfe beim Berufseinstieg

  • Für eine hochwertige Ausbildung an den Universitäten müssen die wissenschaftliche und finanzielle Ausstattung sowie die Finanzierung der erforderlichen Personaldecke gesichert werden.
  • Junge Zahnärztinnen und Zahnärzte wünschen sich eine bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Um sie für eine Niederlassung im ländlichen Raum zu gewinnen, müssen Voraussetzungen geschaffen werden, die entsprechende Anreize bieten.
  • Auf dem Weg zur Selbständigkeit brauchen Zahnärztinnen und Zahnärzte Beratungsangebote und praktische Unterstützung für eine familienfreundliche Niederlassung und den Erhalt flexibler Berufsausübungsformen.
     

Worum es geht

Zahnmedizin ist ein anspruchsvolles Studium mit hohen wissenschaftlichen Anforderungen. Die Studierenden brauchen gute Ausbildungsbedingungen für ein erfolgreiches Studium. Auch danach ist eine Starthilfe erforderlich: Gerade der Einstieg in das meist selbständige Berufsleben mit eigener Praxis erfordert moderne Rahmenbedingungen für die angehenden Zahnärztinnen und Zahnärzte durch finanzielle Anreize und familienfreundliche Hilfen.
 

Finanzielle und personelle Ausstattung der Universitäten sichern

Die Qualitätsstandards der zahnmedizinischen Versorgung in Deutschland sind hoch und das soll auch so bleiben. Derzeit werden die zahnmedizinische Ausbildung und Forschung zu wenig gefördert, die Zahl der Lehrstühle sinkt oder sie werden abgewertet. Das gefährdet die Qualität der Ausbildung der angehenden Zahnärztinnen und Zahnärzte und die notwendige Forschungsleistung in der Zahnmedizin.

Die Zahnärzteschaft wird weiter dabei helfen, die universitäre Ausbildung junger Zahnärztinnen und Zahnärzte zu optimieren. Den Alltag in der Praxis lernen die Studierenden durch Hospitationen oder Famulaturen bei niedergelassenen Zahnärztinnen und Zahnärzten kennen. Dabei sollten auch die Grundlagen der Praxisführung vermittelt werden und die praxisnahe Berufskunde sollte als Teil des zahnmedizinischen Studiums aufgewertet werden. Außerdem sollte die Ausbildung regelmäßig an die aktuellen wissenschaftlichen Anforderungen angepasst werden und auch das Versorgungsgeschehen berücksichtigen.
 

Familienfreundliche Rahmenbedingungen schaffen

Die Gesellschaft verändert sich und dieser Wandel macht auch vor den Zahnarztpraxen nicht halt. Das gilt selbstverständlich auch für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Frauen und Männer haben heute andere Erwartungen an das Berufsleben als in der Vergangenheit. Wenn keine Zeit für die Familie bleibt, wird dies als Verlust an Lebensqualität verstanden und auf Dauer nicht hingenommen. Für die Zahnmedizin bedeutet das: Die Berufsausübung muss attraktiver gestaltet werden, um die zahnmedizinische Versorgung in Deutschland auch in Zukunft flächendeckend zu sichern.

Dazu gehört vor allem eine zeitlich ausreichende, wohnortnahe Kita- und Schulbetreuung. Nur so ist die Ausübung des Zahnarztberufs in Vollzeit möglich. Vor allem für den ländlichen Raum sind bessere Betreuungsangebote unverzichtbar, um dort die flächendeckende zahnmedizinische Versorgung für die Zukunft sicherzustellen. Die Betreuungsinfrastruktur muss stimmen, für die Zahnärztinnen und Zahnärzte, aber auch für die Zahnmedizinischen Fachangestellten, denn hier gibt es bereits deutliche Anzeichen für einen Fachkräftemangel.
 

Praxisgründungen begleiten

Es ist heute nicht mehr selbstverständlich, dass sich Zahnärztinnen und Zahnärzte nach absolvierter Ausbildung sofort mit eigener Praxis niederlassen. Sie nehmen sich anfangs mehr Zeit im Angestelltenverhältnis, bevor sie den Schritt in die Selbständigkeit wagen. Um junge Zahnärztinnen und Zahnärzte zur Selbständigkeit zu ermutigen, ist es wichtig, sie zu informieren und beratend zu begleiten, zum Beispiel über Fortbildungs- und Unterstützungsangebote für eine familienfreundliche Niederlassung und für flexible Berufsausübungsformen.

Zahnärztekammern der Länder